Worldline Aktie: 20-Cent-Limit läuft ab

Der Zahlungsdienstleister Worldline beendet seine Rekapitalisierung mit der Ausgabe von fast zwei Milliarden neuen Aktien. Das frische Kapital soll die Bilanz stabilisieren und den Schuldenabbau für den Transformationsplan finanzieren.

Dieter Jaworski ·
Wordline SA Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bezugsrechte für neue Aktien verfallen wertlos
  • Massive Verwässerung durch 1,9 Milliarden neue Papiere
  • Ankerinvestoren sichern erfolgreiche Kapitalaufnahme
  • Operativer Umbau mit deutlichem Personalabbau verbunden

Morgen endet bei Worldline eine entscheidende Phase der finanziellen Neuordnung. Mit dem Ablauf der Zeichnungsfrist für fast zwei Milliarden neue Aktien schließt der Zahlungsdienstleister seine massive Rekapitalisierung ab. Wer seine Bezugsrechte bis zum Börsenschluss am Freitag nicht ausübt, sieht sie wertlos verfallen.

Der drastische Schritt ist die Reaktion auf einen Vertrauensverlust, der die Aktie im vergangenen Jahr um mehr als 80 Prozent einbrechen ließ. Investigative Berichte über mutmaßliche Beihilfe zu Betrug hatten den Titel massiv unter Druck gesetzt.

Massive Verwässerung zum Vorzugspreis

Die Dimensionen der Kapitalmaßnahme sind für Bestandsaktionäre schmerzhaft. Insgesamt werden 1.939.508.682 neue Aktien ausgegeben. Der Bezugspreis liegt bei lediglich 0,202 Euro – ein Abschlag von rund 85 Prozent gegenüber dem Kurs von Mitte März.

Jede alte Aktie berechtigt zum Bezug von sechs neuen Papieren. Das Unternehmen strebt damit einen Bruttoerlös von rund 392 Millionen Euro an. Das frische Kapital soll die Bilanz stabilisieren und den Schuldenabbau vorantreiben, um die finanzielle Flexibilität für den Transformationsplan „North Star 2030“ zurückzugewinnen.

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Ankeraktionäre sichern die Emission

Dass die Kapitalerhöhung gelingt, gilt als sicher. Ein Konsortium aus strategischen Investoren und Banken stützt das Vorhaben:

  • Bpifrance, Crédit Agricole und BNP Paribas: Die Großaktionäre üben ihre Rechte proportional aus und stellen zusätzliche Garantien von 29 Millionen Euro bereit.
  • Crédit Mutuel: Das Institut steigt neu ein, übernimmt die Rechte der SIX Group und zeichnet rund 179 Millionen neue Aktien für etwa 36 Millionen Euro.
  • Absicherung: Insgesamt sind rund 43,7 Prozent der Emission durch feste Zusagen gedeckt; der Rest ist durch ein Bankenkonsortium garantiert.

Hohe Kosten für den Umbau

Parallel zur finanziellen Sanierung setzt Worldline auf eine operative Neuausrichtung. Die Verlängerung der Partnerschaft mit ABN AMRO bei Kartenausgabe und Zahlungsverkehr soll Stabilität im Kerngeschäft signalisieren. Der Preis für den Umbau ist jedoch hoch: Im Zuge des Portfoliomanagements und der Effizienzsteigerung wird die Belegschaft voraussichtlich um 30 Prozent reduziert.

Die Ziele für das laufende Geschäftsjahr 2026 sind gesteckt. Worldline erwartet ein bereinigtes EBITDA zwischen 630 und 650 Millionen Euro. Da gleichzeitig massiv in die Modernisierung investiert wird, bleibt der freie Cashflow mit erwarteten minus 70 bis minus 80 Millionen Euro vorerst belastet. Eine nachhaltige Stärkung der Liquidität wird erst zum Ende des ersten Halbjahres 2026 erwartet, wenn auch die Erlöse aus Verkäufen wie dem Nordamerika-Geschäft vollständig wirksam werden.

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Wordline SA Aktie

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– 0,03 EUR -8,15 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 99,89 Mio. EUR
ISIN: FR0011981968 WKN: A116LR

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