Xerox Aktie: Der Anleihetausch-Kniff?
Der geplante Tausch soll Xerox’ Schulden um rund 53 Millionen US-Dollar senken; zugleich drücken gekürzte Prognosen auf den finanziellen Spielraum.

Kurz zusammengefasst
- Anleihen über rund 174 Millionen US-Dollar
- Fälligkeiten von 2028 auf 2030 verschieben
- Neue Papiere mit 10,250 Prozent Zins
- Freier Cashflow 2026 deutlich niedriger erwartet
Xerox will mit einem Anleihetausch Schulden abbauen und Fälligkeiten verlängern. Die gestern angekündigte Vereinbarung soll finanziellen Spielraum schaffen, während die gesenkten Gewinn- und Cashflow-Prognosen den Handlungsdruck erhöhen. Für Aktionäre ist entscheidend: Der Tausch soll weitgehend ohne Bargeld auskommen, sieht aber auch die Ausgabe von Aktien vor.
Weniger Schulden, längere Laufzeiten
Nach Angaben von Xerox umfasst die Vereinbarung bestehende Anleihen über rund 174 Mio. US-Dollar. Bei Abschluss erwartet das Unternehmen einen Abbau der Gesamtschulden um rund 53 Mio. US-Dollar.
Zugleich soll ein Teil der Rückzahlungspflichten nach hinten rücken. Die Transaktion verbindet damit eine Verringerung des Schuldenbetrags mit mehr Zeit für die Rückzahlung. Abgeschlossen ist sie allerdings noch nicht.
Konkret sollen Schulden von 121 Mio. US-Dollar mit bisheriger Fälligkeit 2028 bis 2030 verlängert werden. Xerox erwartet den Abschluss etwa am 13. November, vorbehaltlich begrenzter Bedingungen.
Die Entlastung ist für Anleger deshalb zunächst eine erwartete Wirkung und kein bereits vollzogener Schuldenabbau. Auch die vorgesehene Änderung des Kreditvertrags wird erst mit der Abwicklung wirksam.
Gläubiger erhalten neue Anleihen und Aktien
Für jeweils 1.000 US-Dollar alter Anleihen sieht die Vereinbarung neue besicherte Anleihen über 690 US-Dollar sowie Xerox-Aktien im Wert von 60 US-Dollar vor.
In begrenzten Fällen können Gläubiger statt der Aktien zusätzliche Anleihen erhalten. Der Aktienanteil ist für bestehende Anteilseigner relevant, weil die Finanzierung damit nicht allein innerhalb der Gläubigerstruktur bleibt.
Die bisherigen Anleihen tragen einen Zins von 5,500%. Die neuen erstrangig besicherten Papiere sind mit 10,250% verzinst.
Der höhere Zinssatz bedeutet nach Einschätzung des Unternehmens dennoch keinen entsprechend höheren Barzinsaufwand. Xerox erwartet diesen voraussichtlich etwa unverändert. Der geringere ausstehende Schuldenbetrag soll also helfen, die höhere Verzinsung aufzufangen.
Abgesehen von Transaktionskosten soll der Tausch ohne Bargeld erfolgen. Damit schont Xerox unmittelbar seine verfügbaren Mittel. Die Vereinbarung beseitigt allerdings nicht die operative Aufgabe, wieder mehr freien Cashflow zu erwirtschaften.
Schwächerer Ausblick erhöht den Finanzierungsdruck
Für 2026 erwartet Xerox nur noch einen freien Cashflow von 50–100 Mio. US-Dollar statt zuvor rund 250 Mio. US-Dollar.
Damit fällt der erwartete Mittelzufluss wesentlich geringer aus als bislang geplant. Zusätzlich hat Xerox die Dividenden für Stamm- und Vorzugsaktien ausgesetzt. Beide Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem Ziel, Liquidität zu erhalten.
Beim bereinigten Betriebsergebnis lautet die neue Jahresprognose 450–475 Mio. US-Dollar. Bisher hatte Xerox 555–605 Mio. US-Dollar erwartet.
Die operative Entwicklung liefert dabei kein einheitliches Bild: Im dritten Quartal verbesserte sich die bereinigte Profitabilität, während der Umsatz zurückging. Diese Fortschritte reichten nicht aus, um den bisherigen Jahresausblick zu halten.
Der Quartalsumsatz sank um 4,7% auf 1,868 Mrd. US-Dollar. Die bereinigte operative Marge erreichte dagegen 6,6%.
Für Aktionäre steht deshalb die Qualität der finanziellen Stabilisierung im Mittelpunkt. Der geplante Tausch kann Rückzahlungen verschieben und den Schuldenbetrag reduzieren. Eine nachhaltige Entlastung setzt jedoch voraus, dass Xerox auch den laufenden Mittelzufluss stärkt. Die Finanzierungsmaßnahme verschafft Zeit; sie ersetzt keine operative Verbesserung.
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