Xiaomi Aktie: 110 Millionen Smartphones trotz Q1-Rückgang
Trotz Umsatz- und Gewinnrückgangs im ersten Quartal erhöht Xiaomi sein Jahresziel für Smartphone-Auslieferungen auf 110 Millionen Einheiten.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz- und Gewinnrückgang im ersten Quartal
- Jahresziel für Smartphones auf 110 Millionen erhöht
- Aktienrückkaufprogramm über 20 Milliarden Hongkong-Dollar
- Wachstum in der Elektroauto-Sparte und KI-Investitionen
Xiaomi hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Gewinn verbucht, reagiert darauf aber mit einer überraschend mutigen Ausweitung seiner Jahresziele. Der chinesische Elektronikkonzern erhöhte sein Absatzziel für Smartphones von 90 auf 110 Millionen Einheiten – und setzt damit ein deutliches Signal gegen die aktuelle Speicherchip-Krise der Branche.
Speicherkosten drücken auf die Marge
Im ersten Quartal 2026 erzielte Xiaomi einen Umsatz von 99,14 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn brach um 43,1 Prozent auf 6,07 Milliarden Yuan ein. Besonders das Smartphone-Geschäft litt: Die Auslieferungen sanken um 19,2 Prozent auf 33,8 Millionen Geräte, der Umsatz in diesem Segment fiel um 12,5 Prozent auf 44,3 Milliarden Yuan. Konzernpräsident Lu Weibing erklärte, ein Gerät mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 512 Gigabyte Speicherplatz koste inzwischen 1.500 Yuan mehr als noch 2025 – Kosten, die sich nicht einfach an die Kunden weitergeben ließen. Immerhin stieg der durchschnittliche Verkaufspreis der Geräte um 8 Prozent auf 1.310 Yuan, ein Rekordwert für das Unternehmen.
Ehrgeiziges Ziel trotz Gegenwind
Trotz der schwachen Zahlen hob Xiaomi sein Absatzziel für das laufende Jahr an und setzt dabei vor allem auf Einstiegsgeräte. Der Konzern erwartet eine Stabilisierung der Speicherpreise im weiteren Jahresverlauf – eine Einschätzung, die auch Konkurrenten wie OPPO und vivo teilen, die Samsungs Preisvorstellungen für das dritte Quartal bereits zurückgewiesen haben. Auf dem Mobile World Congress im März hatte Xiaomi mit dem Xiaomi 17 (ab 999 Euro) und dem Xiaomi 17 Ultra (ab 1.499 Euro) zwei Flaggschiffe vorgestellt und die Preise trotz eines Anstiegs der Speicherkosten um 80 bis 90 Prozent im ersten Quartal stabil gehalten. Global belegt Xiaomi weiterhin Rang drei unter den Smartphone-Herstellern, hinter Samsung mit 62,8 Millionen und Apple mit 61,1 Millionen ausgelieferten Geräten im ersten Quartal.
Aktienrückkauf soll das Vertrauen stützen
Parallel zu den Quartalszahlen kündigte Xiaomi ein Rückkaufprogramm über bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar an, das seit dem 2. Juni läuft und auf ein Jahr angelegt ist. Bis zur Bekanntgabe hatte der Konzern bereits rund 399,6 Millionen B-Aktien für etwa 14,6 Milliarden Hongkong-Dollar zurückgekauft. Das Programm reiht sich in eine Welle chinesischer Aktienrückkäufe ein, mit denen zentrale Staatskonzerne und Unternehmen zuletzt verstärkt versucht haben, die heimischen Kapitalmärkte zu stabilisieren.
Elektroauto-Sparte und KI als Wachstumshoffnung
Abseits des Smartphone-Geschäfts liefert Xiaomi Wachstumssignale: Die Elektroauto-Sparte steigerte ihren Umsatz um 6,9 Prozent auf 19,9 Milliarden Yuan, die Auslieferungen lagen bei über 80.000 Fahrzeugen. Zugleich erhöhte der Konzern seine Forschungsausgaben um 33,4 Prozent auf 9 Milliarden Yuan und will allein 2026 mindestens 16 Milliarden Yuan in künstliche Intelligenz investieren – über drei Jahre gerechnet mehr als 60 Milliarden Yuan. Das hauseigene Sprachmodell MiMo-V2.5-Pro führt nach eigenen Angaben die Rangliste offener KI-Modelle bei Artificial Analysis an. Mit Barreserven von über 220 Milliarden Yuan verfügt Xiaomi über den finanziellen Spielraum, diese Investitionsoffensive auch bei anhaltendem Margendruck im Smartphone-Geschäft fortzusetzen.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt uneinheitlich: Am Dienstag schloss die Aktie bei 3,08 Euro, ein Minus von 1,59 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 16,42 Prozent zu Buche, das den kurzfristigen Erholungstrend seit dem Jahrestief widerspiegelt. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem September 2025 bleibt die Aktie mit einem Abstand von 52,60 Prozent aber weit entfernt – ein Hinweis darauf, dass Anleger die strukturellen Belastungen durch die Speicherchip-Krise trotz der jüngsten operativen Fortschritte noch nicht ausgepreist haben.
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