Xiaomi Aktie: 20-Milliarden-Rückkauf läuft
Xiaomis größtes Aktienrückkaufprogramm verpufft, die Aktie nähert sich dem Jahrestief. Analysten sind sich über die Absatzziele uneinig.

Kurz zusammengefasst
- Rückkaufprogramm von 20 Milliarden Hongkong-Dollar
- Aktie fällt auf 52-Wochen-Tief
- Umsatzrückgang und Gewinneinbruch im ersten Quartal
- Elektroauto-Sparte mit hohen operativen Verlusten
Xiaomi startet das größte Aktienrückkaufprogramm seiner Geschichte. Der Markt reagiert darauf mit einem Schulterzucken. Die Aktie kratzt aktuell gefährlich nah am 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 39 Prozent. Das Papier ist massiv überverkauft.
Milliarden gegen den Abwärtstrend
Seit Anfang Juni läuft das neue Mandat. Xiaomi darf eigene Class-B-Aktien im Wert von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar zurückkaufen. Das Management nutzt die Erlaubnis bereits intensiv. Allein in den ersten Wochen erwarb der Konzern über 30 Millionen Anteile.
Das Signal der Führungsebene ist klar. Sie hält das eigene Unternehmen für unterbewertet. Investoren sehen das völlig anders. Ein Blick auf die Technik bestätigt den Abgabedruck. Der RSI-Indikator liegt bei 26,5. Das signalisiert einen stark überverkauften Zustand.
Teure Chips und rote EV-Zahlen
Der Druck auf die Bilanz wächst von zwei Seiten. Im ersten Quartal fiel der Umsatz um elf Prozent. Der bereinigte Nettogewinn brach sogar um 43 Prozent ein. Hauptgrund sind explodierende Kosten für Bauteile.
Die Preise für Speichermodule haben sich in etwa verdoppelt. KI-Rechenzentren saugen den Markt leer. Das drückt die Bruttomarge im Kerngeschäft auf 22,5 Prozent.
Parallel dazu blutet die neue Elektroauto-Sparte. Die operativen Verluste weiteten sich auf 3,1 Milliarden Yuan aus. Xiaomi verliert mit jedem ausgelieferten Fahrzeug rund 5.600 US-Dollar. Rückläufige Verkäufe von margenstarken Modellen und wegfallende Subventionen belasten das Geschäft.
Analysten streiten über Absatzziele
Die Probleme rufen kritische Stimmen auf den Plan. Die Investmentbank Jefferies stufte die Aktie auf „Underperform“ ab. Analyst Edison Lee senkte das Kursziel auf 25,49 Hongkong-Dollar. Er erwartet einen branchenweiten Einbruch der Smartphone-Auslieferungen.
Außerdem bezweifelt Jefferies das offizielle Jahresziel für die Elektroautos. Das Management plant mit 550.000 Einheiten. Die Analysten rechnen lediglich mit 495.000 Auslieferungen.
Goldman Sachs hält dagegen. Die Bank erwartet zwar ebenfalls einen Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Dennoch belassen die Experten ihr Kursziel bei 40 Hongkong-Dollar.
Trotz des Gegenwinds investiert Xiaomi massiv weiter. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen zuletzt um ein Drittel. Ob diese Strategie aufgeht, zeigt sich am 26. August. Dann öffnet der Konzern seine Bücher für das zweite Quartal.
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