Xiaomi Aktie: 24 Milliarden Euro für Forschung bis 2030
Xiaomi präsentiert in Berlin neue Technologien, kündigt 24 Milliarden Euro für Forschung an und setzt auf Wachstum jenseits des Smartphone-Geschäfts.

Kurz zusammengefasst
- Erster Xiaomi-Auftritt auf der IFA
- Eigener 3-Nanometer-Chip im Foldable
- 24 Milliarden Euro Forschungsausgaben angekündigt
- Vision Gran Turismo bleibt Digitalmodell
Xiaomi hat seinen Auftritt auf der IFA in Berlin genutzt, um sich als Technologiekonzern jenseits des Smartphone-Geschäfts zu präsentieren. Auf 3.300 Quadratmetern zeigte das Unternehmen am Wochenende über 380 Produkte – von einem faltbaren Flaggschiff-Smartphone bis zum reinen Rennsimulations-Hypercar.
Der Auftritt markiert den ersten IFA-Auftritt des Konzerns überhaupt und fällt in ein Jahr, in dem Xiaomi nach eigener Zählung sein zehnjähriges Europa-Jubiläum begeht.
Eigener Chip als strategisches Signal
Im Zentrum des Messeauftritts stand der selbst entwickelte 3-Nanometer-Chip Xring O3, der im neuen Falt-Smartphone Xiaomi 18 Fold zum Einsatz kommt. Präsident Lu Weibing kündigte an, dass Xiaomi trotz der eigenen Chipentwicklung weiterhin mit Qualcomm und MediaTek zusammenarbeiten wolle.
Der Schritt zur eigenen Prozessorfertigung gilt als Versuch, sich unabhängiger von externen Zulieferern zu machen – ein Thema, das angesichts der volatilen Handelsbeziehungen zwischen China und westlichen Märkten an Bedeutung gewinnt. Für das laufende Fünfjahresfenster bis 2030 hat Xiaomi eine Forschungs- und Entwicklungsinvestition von 24 Milliarden Euro angekündigt.
Das Xiaomi 18 Fold selbst kommt am 7. September in China auf den Markt, ergänzt um neue Farbvarianten in Schwarz und Warm Gold White. Der internationale Vertrieb bleibt vorerst offen – laut Berichten, die sich auf HyperOS-4-Codes stützen, könnte das Gerät zunächst exklusiv dem chinesischen Markt vorbehalten bleiben, ebenso wie das parallel gezeigte Tablet Pad 9 Pro Max.
Vision Gran Turismo: Werbung statt Serienmodell
Für Aufsehen sorgte zudem ein Exponat, das nie auf die Straße kommen wird: der Vision Gran Turismo, ein Elektro-Hypercar, das ausschließlich für die gleichnamige Rennsimulation von Sony entwickelt wurde – in Zusammenarbeit mit Polyphony Digital.
Mit einem cw-Wert von 0,29 ist das Fahrzeug aerodynamisch auf dem Niveau realer Supersportwagen, bleibt aber ein reines Digitalprodukt. Es ist bereits das 51. Konzeptfahrzeug der Reihe, Xiaomi ist die 36. teilnehmende Marke – ein Prestigeprojekt, das vor allem die technische Kompetenz des Unternehmens im Automobilbereich unterstreichen soll, ohne dass unmittelbare Umsatzeffekte zu erwarten sind.
Bilanz der bestehenden Sparten
Neben den Neuheiten verwies Xiaomi auf die Stärke seines Kerngeschäfts: Bei Smartphone-Auslieferungen zählt der Konzern nach eigenen Angaben seit 24 aufeinanderfolgenden Quartalen zu den drei größten Anbietern weltweit, bei Tablets belegt Xiaomi Rang vier, bei Wearables Rang zwei. Diese breite Aufstellung dürfte dazu beitragen, dass Investoren die kostenintensive Chip- und Fahrzeugentwicklung mittragen, solange das etablierte Geschäft stabil läuft.
Am Kapitalmarkt zeigte sich die Aktie zuletzt leicht erholt: Am Freitag schloss das Papier bei 3,11 Euro, ein Plus von 2,4 Prozent auf Tagessicht. Damit notiert der Titel zwar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,97 Euro, bleibt aber weit von seinem 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro aus dem vergangenen September entfernt – ein Abstand von rund der Hälfte des damaligen Kursniveaus. Die technologische Breite, die Xiaomi in Berlin demonstrierte, muss sich also erst noch in einer nachhaltigen Kurserholung niederschlagen.
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