Xiaomi Aktie: 2,76 Euro am Tief
Xiaomi erhält wichtige Zulassung für EREV-Fahrzeuge, während die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief fällt und Lieferziele unter Druck geraten.

Kurz zusammengefasst
- MIIT genehmigt Xiaomis EREV-Antrag
- Neue Submarke Skynomad geplant
- Aktie fällt auf Jahrestief von 2,76 Euro
- Lieferziel 2026 in Gefahr
Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen operative Ambitionen und Börsenstimmung weit auseinander. Während das Unternehmen heute einen regulatorischen Meilenstein erreicht, markiert die Aktie ihr tiefsten Stand seit einem Jahr.
MIIT-Zulassung: Der Weg zur Submarke Skynomad
Das chinesische Industrieministerium MIIT hat Xiaomis Antrag für Extended-Range-Fahrzeuge (EREV) veröffentlicht. Die öffentliche Kommentierungsphase endet heute. Danach folgt die finale Zulassung.
Bislang darf Xiaomi EV ausschließlich reine Batteriefahrzeuge produzieren — die Limousine SU7 und das SUV YU7. Mit der MIIT-Genehmigung ändert sich das. Bei Range-Extender-Fahrzeugen lädt ein Verbrennungsmotor während der Fahrt die Batterie nach, treibt aber die Räder nicht direkt an. Im chinesischen Markt ist diese Technologie besonders für große Familien-SUVs beliebt.
Das erste EREV-Modell trägt intern den Codenamen „Kunlun N3″ und soll laut chinesischen Medienberichten unter einer neuen Submarke namens Skynomad erscheinen. Zielgruppe: familienorientierte Käufer, die Xiaomis sportliche Hauptmodelle nicht ansprechen. Das Fahrzeug misst über 5,3 Meter und soll rund 200.000 Yuan kosten — günstiger als vergleichbare Modelle von Li Auto und Aito, die ab 250.000 Yuan starten. Markenname, Produktdetails und Zeitplan hat Xiaomi noch nicht offiziell bestätigt.
Harter Kampf im EREV-Markt
Mit dem Einstieg ins EREV-Segment trifft Xiaomi auf etablierte Konkurrenten. Li Auto ist derzeit Marktführer in China, kämpft aber selbst mit Gegenwind: Im Mai lieferte das Unternehmen 33.350 Fahrzeuge aus — ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den ersten fünf Monaten 2026 sanken Li Autos Gesamtauslieferungen um gut drei Prozent auf rund 162.600 Einheiten. Der Preisunterbietungsansatz von Xiaomi könnte sich als Vorteil erweisen — das Segment schrumpft gerade, und Käufer reagieren sensibel auf Preise.
Lieferziel 2026: Das eigentliche Problem
Die EREV-Zulassung löst Xiaomis drängendstes Problem nicht. Das Auslieferungsziel für 2026 liegt bei 550.000 Einheiten — 34 Prozent mehr als 2025. In den ersten fünf Monaten schaffte Xiaomi nur 150.317 Einheiten, ein Plus von 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Mai allein lieferte das Unternehmen 32.759 Fahrzeuge aus — rund elf Prozent weniger als im April.
Das Tempo reicht nicht. Vier neue Modelle sind für 2026 geplant, darunter zwei EREV-SUVs in Fünf- und Siebensitzer-Konfiguration. Präsident Lu Weibing bestätigte im Q1-Earnings-Call, dass ein neues Modell auf komplett neuer Plattform in der zweiten Jahreshälfte erscheinen soll.
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit klar wider. Die Aktie notiert bei 2,80 Euro — nahe am neuen 52-Wochen-Tief von 2,76 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus knapp 38 Prozent. Der RSI liegt bei 29 und signalisiert überverkauftes Terrain. Der nächste harte Test kommt mit dem Quartalsbericht für Q2 — Analysten erwarten einen deutlichen Einbruch beim bereinigten Nettogewinn.
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