Xiaomi Aktie: 42,49 Prozent Minus seit Jahresbeginn
Xiaomi stellt neue EREV-Sparte Sky Nomad vor und setzt auf recyceltes Aluminium. Die Aktie bleibt trotz operativer Fortschritte im Abwärtstrend.

Kurz zusammengefasst
- Neue EREV-Marke Sky Nomad vorgestellt
- Recyceltes Aluminium senkt CO2-Ausstoß
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 42 Prozent
- HyperOS 4 Update für Sommer geplant
Xiaomi bringt neue Produkte auf den Markt. Die Aktie bringt derweil weiter Verluste. Ein neuer SUV-Name und eine grüne Aluminium-Legierung ändern daran bisher wenig.
Der chinesische Technologiekonzern hat den Namen für seine neue EREV-Sparte bestätigt: „Sky Nomad“ (chinesisch: Xuntian). Parallel führt Xiaomi mit „Titan Alloy 2.0″ eine Aluminiumlegierung aus vollständig recyceltem Material ein. Die Aktie schloss am Dienstag bei 2,58 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 42,49 Prozent zu Buche.
Sky Nomad: Neuer Name für alte Strategie
Das erste Modell unter der neuen Marke trägt intern die Bezeichnung Kunlun N3. Es handelt sich um einen Full-Size-SUV mit über 5,3 Metern Länge. Xiaomi plant den Marktstart für die zweite Jahreshälfte 2026.
Die EREV-Technologie kombiniert Batterie und kleinen Verbrennungsmotor als Generator. Das nimmt Kunden die Reichweitenangst. Sunwoda und CALB sollen laut Berichten als Batterielieferanten fungieren.
Recyceltes Aluminium senkt CO2-Ausstoß
Titan Alloy 2.0 besteht komplett aus recyceltem Aluminium. Xiaomi setzt die Legierung bereits in den Heckbodenbaugruppen der Modelle SU7 und YU7 ein. Verglichen mit herkömmlichem Primäraluminium sinkt der CO2-Fußabdruck laut Unternehmensangaben um rund 93 Prozent.
Das IVL Swedish Environmental Research Institute hat die Innovation unabhängig geprüft. Sie ist im internationalen EPD-System registriert. Xiaomi rechnet pro Fahrzeug mit knapp 800 Kilogramm eingesparten CO2-Emissionen. Bei der angepeilten Jahresproduktion von 550.000 Fahrzeugen ergäbe das eine Reduktion von fast 450.000 Tonnen CO2.
KI-Umbau parallel zu HyperOS 4
Xiaomi baut auch sein KI-System um. Der bisherige Assistent „Xiao Ai“ wird zur Infrastrukturschicht für das „Human x Car x Home“-Ökosystem. Für Juli oder August 2026 plant der Konzern die Veröffentlichung von HyperOS 4 in China, mit verbesserter Stabilität und tieferen KI-Funktionen.
Auslieferungen laufen, Kurs bleibt schwach
Operativ liefert Xiaomi solide Zahlen. Im Juni überstiegen die EV-Auslieferungen zum dritten Mal in Folge die Marke von 30.000 Fahrzeugen. Das Jahresziel von 550.000 Einheiten bleibt trotzdem ambitioniert — im ersten Halbjahr fehlt noch deutlich Volumen.
Beim Kernmodell SU7 sanken die Verkäufe im Mai im Jahresvergleich um 14,24 Prozent. Hinzu kommen hohe Produktionskosten und anhaltender Margendruck im Smartphone-Geschäft.
An der Börse zeigt sich die Skepsis deutlich. Auf Sicht von 30 Tagen verlor die Aktie 14,22 Prozent, über zwölf Monate summiert sich der Rückgang auf 59,60 Prozent. Das 52-Wochen-Tief von 2,34 Euro liegt erst wenige Tage zurück, datiert auf den 26. Juni 2026. Von dort hat sich das Papier um gut zehn Prozent erholt, notiert aber weiterhin 34,39 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,94 Euro.
Der RSI von 36,6 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Auf Wochensicht steht immerhin ein Plus von 4,41 Prozent zu Buche — ein erstes zaghaftes Lebenszeichen nach Monaten im Abwärtstrend. Ob Sky Nomad und die neue Aluminium-Strategie daraus mehr machen, entscheidet sich frühestens mit dem Marktstart des Kunlun N3 in der zweiten Jahreshälfte 2026.
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