Xiaomi Aktie: 43,1 Prozent Gewinneinbruch bremst KI-Euphorie
Trotz Start des KI-Agenten MiMo Claw fällt die Xiaomi-Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief. Grund sind schwache Q1-Zahlen mit deutlichen Umsatz- und Gewinneinbußen.

Kurz zusammengefasst
- Neuer KI-Assistent MiMo Claw vorgestellt
- Umsatz im ersten Quartal um 10,9% gesunken
- Bereinigter Nettogewinn bricht um 43,1% ein
- Aktie erreicht neues Jahrestief bei 2,69 Euro
Starke Technik, schwache Zahlen — bei Xiaomi klaffen Produktfortschritt und Börsenstimmung weit auseinander. Der Konzern startet einen vollwertigen KI-Agenten und investiert Milliarden in Forschung. Die Aktie fällt trotzdem auf ein neues 52-Wochen-Tief.
MiMo Claw: KI-Agent für das Büro
Xiaomis Large-Model-Team hat MiMo Claw offiziell gestartet. Der cloudbasierte KI-Agent baut auf dem hauseigenen Modell MiMo-V2.5-Pro auf und ist tief in das Kingsoft-Office-Ökosystem eingebettet. Nutzer können Word-, Excel-, PowerPoint- und PDF-Dokumente direkt im Agenten erstellen, vorschauen und bearbeiten.
Technisch liefert das System solide Kennzahlen. Im Claweval-Benchmark erreicht MiMo Claw eine Aufgabenabschlussrate von 63,8 Prozent. Der Token-Verbrauch liegt laut Xiaomi 40 bis 60 Prozent unter dem der Konkurrenz. Privatnutzer erhalten künftig vier Stunden tägliche Gratisnutzung statt bisher einer. Hinzu kommen kostenpflichtige TokenPlan-Abonnements für intensive Nutzer.
Quartalszahlen als Belastung
An der Börse kommt das nicht an. Die Aktie notiert bei 2,69 Euro — knapp über dem 52-Wochen-Tief von 2,67 Euro vom Vortag. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf rund 40 Prozent.
Der Grund liegt in den Q1-Zahlen. Der Umsatz sank um 10,9 Prozent auf 99,1 Milliarden RMB. Härter traf es den Gewinn: Der bereinigte Nettogewinn brach um 43,1 Prozent auf 6,1 Milliarden RMB ein.
Das Smartphone-Segment spürte den Gegenwind besonders stark. Die Erlöse gingen um 12,5 Prozent zurück. Die weltweiten Auslieferungen sanken auf 33,8 Millionen Einheiten — ein Minus von 19,2 Prozent. Gestiegene Speicherkosten drücken die Margen. Im EV-Segment schrieb Xiaomi einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden RMB.
Rückkäufe und F&E ohne Kurswirkung
Xiaomi versucht gegenzusteuern. Seit dem 2. Juni läuft das größte Aktienrückkaufprogramm der Unternehmensgeschichte — mit einem Volumen von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar. Bislang kaufte der Konzern rund 30,1 Millionen Anteile zurück. Den Kursverfall konnte das nicht stoppen.
Parallel investiert Xiaomi massiv in Forschung. Die F&E-Ausgaben stiegen im ersten Quartal um 33,4 Prozent auf 9,0 Milliarden RMB. Für das Gesamtjahr plant der Konzern rund 40 Milliarden RMB. MiMo-V2.5-Pro belegt laut Xiaomi den ersten Platz im globalen Comprehensive Intelligence Index unter Open-Source-Großmodellen.
Der Markt wartet auf einen anderen Beweis. Mit einem RSI von 25,0 gilt die Aktie als technisch überverkauft — das allein reicht nicht, um die Stimmung zu drehen. Erst wenn die Investitionen in Gewinne münden, dürfte das Papier wieder Käufer finden.
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