Xiaomi Aktie: 50-Prozent-Gewinneinbruch erwartet
Trotz milliardenschwerem Aktienrückkauf setzt sich der Abwärtstrend bei Xiaomi fort. Leerverkäufer erhöhen Druck, während Gewinneinbruch und Verluste der E-Auto-Sparte belasten.

Kurz zusammengefasst
- Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief
- Leerverkäufer kontrollieren neun Prozent
- E-Auto-Sparte schreibt tiefrote Zahlen
- Goldman Sachs erwartet Gewinnhalbierung
Xiaomi stemmt sich mit einem milliardenschweren Aktienrückkauf gegen den Kursverfall. Der Markt ignoriert das Signal komplett. Leerverkäufer wetten massiv gegen den Konzern. Die Aktie notiert bei 2,56 Euro und damit bedrohlich nahe am 52-Wochen-Tief.
Gewinneinbruch und teure Chips
Goldman Sachs rechnet mit einem harten zweiten Quartal. Die Bank erwartet einen Einbruch des bereinigten Nettogewinns um bis zu 50 Prozent. Bereits im ersten Quartal kollabierte das Ergebnis um rund 43 Prozent auf 6,07 Milliarden Yuan.
Die Ursache liegt in den explodierenden Kosten für Hardware. Speicherchips für Smartphones haben sich massiv verteuert. TV-Speicher kostet sogar ein Vielfaches des bisherigen Preises. Laut CEO Lei Jun hält dieser Preisdruck noch mindestens zwei Jahre an.
Jefferies-Analyst Edison Lee stufte die Papiere auf „Underperform“ ab und senkte das Kursziel auf 25,49 Hongkong-Dollar. Er hält die angestrebte Smartphone-Marge für kaum erreichbar. Der Grund: Xiaomi verkauft 62 Prozent seiner Geräte für unter 200 US-Dollar. Hier schlagen höhere Komponentenkosten extrem hart durch.
Leerverkäufer dominieren den Handel
Das Management versucht gegenzusteuern. Ein neues Programm erlaubt den Rückkauf eigener Aktien im Wert von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar. Seit Anfang Juni hat Xiaomi bereits rund 30 Millionen Anteile erworben.
Den massiven Abwärtsdruck bremst das nicht. Seit Jahresanfang verlor das Papier knapp 43 Prozent an Wert. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 22,2 eine starke Überverkaufssituation. Leerverkäufer halten mittlerweile neun Prozent des Streubesitzes und wetten gezielt auf weitere Kursverluste.
Elektroautos verbrennen Kapital
Neben dem Smartphone-Geschäft bereitet die neue Elektroauto-Sparte Sorgen. Sie erzielte im ersten Quartal zwar 19,9 Milliarden Yuan Umsatz. Operativ stand am Ende allerdings ein Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Xiaomi verliert mit jedem ausgelieferten Fahrzeug rund 5.600 US-Dollar.
Zusätzlich wackelt das ehrgeizige Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen. Bis Ende Mai lieferte der Konzern lediglich gut 150.000 Einheiten aus. Analysten von Jefferies kappten ihre Prognose bereits auf 495.000 Autos. Um das eigene Ziel noch zu erreichen, müsste Xiaomi ab sofort jeden Monat neue Auslieferungsrekorde aufstellen.
Im Hintergrund treibt Xiaomi seine Produktoffensive voran. Die neue Software HyperOS 4 feiert im Spätsommer Premiere. Ende September sollen dann die neuen Xiaomi-18-Pro-Modelle in Europa starten.
Am 26. August präsentiert der Vorstand den vollständigen Bericht für das zweite Quartal. An diesem Tag müssen handfeste Ergebnisse auf den Tisch. Das Management muss belegen, dass es den Margenverfall stoppen kann. Gelingt das nicht, droht ein Fall unter die wichtige Unterstützung beim aktuellen 52-Wochen-Tief von 2,51 Euro.
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