Xiaomi Aktie: 52-Wochen-Tief bei 3,14 Euro
Jefferies stuft Xiaomi auf 'Underperform' herab und senkt das Kursziel. Die Aktie erreicht ein 52-Wochen-Tief, belastet durch schwache EV-Zahlen und sinkende Smartphone-Margen.

Kurz zusammengefasst
- 52-Wochen-Tief bei 3,14 Euro
- Jefferies senkt Kursziel auf 25,49 HKD
- EV-Auslieferungen brechen auf 81.000 ein
- Neue Modelle sollen Wende bringen
Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Realität und Stimmung auseinander. Die Jefferies-Abstufung vom 27. Mai traf die Aktie auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr. Das 52-Wochen-Tief von 3,14 Euro markiert zugleich den gestrigen Schlusskurs — ein Minus von knapp 46 Prozent gegenüber dem Stand vor zwölf Monaten.
Jefferies sieht 14 Prozent Abwärtspotenzial
Die Investmentbank stufte Xiaomi auf „Underperform“ herab und senkte das Kursziel auf 25,49 Hongkong-Dollar. Das entspricht einem Abwärtspotenzial von 14 Prozent gegenüber dem vorherigen Schlusskurs. Als Gründe nannte Jefferies nachlassende Dynamik im Elektroauto-Geschäft, sinkende Smartphone-Margen und steigende Komponentenpreise.
Besonders das EV-Segment belastet die Stimmung. Die Auslieferungen fielen im ersten Quartal 2026 auf 81.000 Fahrzeuge — nach 145.000 im Vorquartal. Jefferies erklärte das mit Modellwechseln und verlangsamter Entwicklung der YU7-Serie. Die Bank senkte ihre eigene Jahresprognose auf 495.000 Fahrzeuge. Das Management hält an 550.000 fest.
EV-Sparte wächst, kostet aber
Die Quartalszahlen zeigen das Dilemma. Xiaomi erzielte im ersten Quartal 2026 einen Konzernumsatz von 99,1 Milliarden Renminbi — nach 111,3 Milliarden im Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn sank auf 6,1 Milliarden Renminbi, verglichen mit 10,7 Milliarden ein Jahr zuvor.
Das EV-Segment wuchs dabei um 6,9 Prozent auf 19,9 Milliarden Renminbi. Die Bruttomarge lag bei 20,1 Prozent. Trotzdem schrieb das Segment einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Renminbi. Xiaomi begründete das mit Kaufsteuer-Subventionen und höheren Komponentenpreisen.
Das Smartphone- und AIoT-Segment bleibt der tragende Umsatzblock. Es brachte 79,3 Milliarden Renminbi ein, bei einer Bruttomarge von 22,5 Prozent. Xiaomi lieferte 33,8 Millionen Smartphones aus und hält laut Omdia einen weltweiten Marktanteil von 11,3 Prozent — Platz drei, zum 23. Mal in Folge.
Neue Modelle sollen die Wende bringen
Xiaomi versucht, das EV-Portfolio nach oben zu entwickeln. Am 21. Mai startete das Unternehmen den YU7 GT zu einem Einstiegspreis von 389.900 Renminbi. Das Modell leistet 1.003 PS, beschleunigt in 2,92 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine CLTC-Reichweite von 705 Kilometern. Zeitgleich kam der YU7 Standard für 233.500 Renminbi auf den Markt.
Für die neue SU7-Generation meldet Xiaomi bis zum 6. Mai mehr als 80.000 feste Bestellungen. Das klingt stark. Ob es reicht, hängt davon ab, wie schnell die Auslieferungen hochlaufen — und ob die Margen folgen.
Xiaomi investiert weiter aggressiv. Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen im ersten Quartal um 33,4 Prozent auf 9,0 Milliarden Renminbi. Rund 26.000 Mitarbeiter arbeiten im F&E-Bereich. Die Ausgaben wachsen schneller als die Gewinne — das ist der eigentliche Bewertungsdruck, den Jefferies adressiert.
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