Xiaomi Aktie: 550.000 Fahrzeuge als Ziel
Xiaomi präsentiert das EREV-Modell SkyNomad N90 und das Update HyperOS 4, kämpft aber mit Lieferrückständen beim Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen.

Kurz zusammengefasst
- SkyNomad N90 als EREV-Modell vorgestellt
- Lieferziel von 550.000 Autos gefährdet
- HyperOS 4 mit deutlichen Leistungssteigerungen
- Europäische Expansion mit IFA-Auftritt
Xiaomi will mit einem neuen Elektroauto und einem komplett überarbeiteten Betriebssystem gleichzeitig punkten. Das Problem: Bei den Fahrzeug-Lieferungen hinkt der Konzern seinem eigenen Jahresziel deutlich hinterher. Die Aktie notiert am Dienstag bei 2,95 Euro, ein Minus von 0,42 Prozent.
Auf Wochensicht steht trotzdem ein Plus von 14,19 Prozent. Der Titel bleibt damit knapp 26 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 2,34 Euro, das erst am 26. Juni erreicht wurde. Zum Jahreshoch von 6,51 Euro aus dem September 2025 fehlen jedoch mehr als 54 Prozent.
SkyNomad N90 soll Lücke zu Li Auto schließen
Xiaomi hat Details zur neuen SkyNomad N90-Serie veröffentlicht. Behördliche Unterlagen vom 10. Juli bestätigen die Technik des Flaggschiffs N90 Max. Das Modell ist ein Extended-Range Electric Vehicle, kurz EREV: Ein 1,5-Liter-Turbomotor lädt die Batterie, treibt aber nicht direkt die Räder an.
Mit einer Gesamtreichweite von über 1.500 Kilometern zielt Xiaomi direkt auf etablierte EREV-Anbieter wie Li Auto und Aito. Der Wagen basiert auf der neuen Kunlun-Architektur und kommt als Fünf- oder Siebensitzer. Die Vordersitze lassen sich um 180 Grad drehen und schaffen so eine Lounge-Anordnung im Innenraum.
Die Lücke zum Jahresziel wird größer
Genau hier liegt die eigentliche Herausforderung. Xiaomi will 2026 insgesamt 550.000 Fahrzeuge ausliefern. In der ersten Jahreshälfte kamen laut Unternehmensangaben aber nur rund 185.000 Autos zu den Kunden.
Für die zweite Jahreshälfte bedeutet das: Xiaomi müsste monatlich im Schnitt 60.000 Einheiten liefern. Das wäre deutlich mehr als die bisherigen Höchstmarken des Konzerns. Die SkyNomad-Serie soll genau diesen Sprung ermöglichen — ob das gelingt, bleibt offen.
HyperOS 4: Der größte Software-Umbau seit Jahren
Parallel zur Auto-Sparte arbeitet Xiaomi an seinem Betriebssystem. HyperOS 4 basiert auf Android 17 und gilt laut Branchenberichten vom 7. Juli als wichtigstes Update seit Jahren. Die Entwickler haben große Teile des Systems in Rust und Flutter neu geschrieben, um alten MIUI-Code loszuwerden.
Interne Tests zeigen bereits Ergebnisse. Die Interface-Geschwindigkeit soll um rund 40 Prozent steigen, die RAM-Effizienz im Standby-Modus um 25 bis 30 Prozent. Xiaomi will HyperOS 4 im Juli oder August zunächst in China vorstellen, der globale Rollout folgt später im Jahr.
Das System soll das Rückgrat für Xiaomis „Human × Car × Home“-Ökosystem bilden. Auto, Smartphone und Smart-Home-Geräte sollen künftig nahtlos zusammenarbeiten.
Europa als Testfeld
Xiaomi baut auch seine Präsenz in Europa aus. Im September nimmt der Konzern erstmals an der IFA in Berlin teil und zeigt dort sein Ökosystem-Konzept. Flankiert wird der Schritt von einer milliardenschweren Investition in KI-Forschung: 7,4 Milliarden Euro sollen bis 2028 nach Europa fließen.
Weltweit plant Xiaomi zwischen 2026 und 2030 Forschungsausgaben von über 24 Milliarden Euro. Der bereits im Februar global eingeführte Elektro-Scooter 6 Ultra bleibt dabei ein kleinerer, aber stabiler Baustein im Produktportfolio.
Die Aktie handelt derzeit knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 2,99 Euro und rund 24 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,86 Euro. Ob Xiaomi seine Liefer-Lücke im zweiten Halbjahr schließt, dürfte sich an den Absatzzahlen der SkyNomad-Serie und an der Aufnahme von HyperOS 4 in China entscheiden.
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