Xiaomi Aktie: 800.000 Autos ausgeliefert
Xiaomi könnte Xi Jinping nach Washington begleiten, weist Vorwürfe in Indien zurück und plant ab 2027 den Elektroauto-Vertrieb in Europa.

Kurz zusammengefasst
- Xiaomi-Führungskräfte für Delegation erwogen
- Indien empfiehlt Prüfung des Geschäfts
- Xiaomi Auto überschreitet 800.000 Auslieferungen
- Europa-Start der Elektroautos 2027 anvisiert
Während chinesische Technologiekonzerne im Ausland wiederholt unter regulatorischen Druck geraten, zeichnet sich für Xiaomi womöglich eine prominente diplomatische Plattform ab.
Am Freitag wurde bekannt, dass leitende Führungskräfte des Unternehmens für eine Teilnahme an der Wirtschaftsdelegation rund um den bevorstehenden Besuch von Präsident Xi Jinping in Washington erwogen werden. Laut Reuters beruht diese Möglichkeit auf den Angaben von sieben mit dem Vorgang vertrauten Personen.
Eine solche Reise würde Xiaomi in eine sichtbare Rolle bei den wirtschaftlichen Kontakten zwischen Washington und Peking rücken. An den Märkten sorgte die Meldung zum Wochenausklang für eine freundlichere Stimmung: Die Aktie ging am Freitag mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 2,93 Euro aus dem Handel.
Behördliche Hürden auf dem indischen Markt
Parallel zu den weltpolitischen Signalen sieht sich der Konzern auf einem seiner wichtigsten Auslandsmärkte mit wachsenden Hürden konfrontiert. Am 9. September wurde bekannt, dass Indiens Behörde zur Aufdeckung schwerer Betrugsfälle, das Serious Fraud Office, in einem Regierungsdokument eine eingehende Untersuchung des indischen Geschäfts empfohlen hat.
Im Raum stehen dabei mutmaßliche Unregelmäßigkeiten im Geschäftsmodell sowie Fragen zur Einhaltung der geltenden Vorschriften für ausländische Direktinvestitionen.
Xiaomi wies die Vorwürfe zurück und betonte, man halte sich uneingeschränkt an die lokalen gesetzlichen Bestimmungen. Zudem stellte das Management klar, dass das Unternehmen bislang keine entsprechende Mitteilung der indischen Behörde erhalten habe.
Elektroauto-Sparte forciert europäische Ausbaupläne
Trotz der rechtlichen Spannungen in Südasien setzt Xiaomi seinen Transformationskurs zum diversifizierten Technologieanbieter fort. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Engagement auf dem Fahrzeugmarkt.
Wie Lei Jun, Gründer, Chairman und CEO von Xiaomi, mitteilte, haben die kumulierten Auslieferungen der Fahrzeugsparte Xiaomi Auto inzwischen die Marke von 800.000 Fahrzeugen überschritten. Der offizielle Start der Fahrzeugauslieferungen war erst am 3. April 2024 erfolgt.
Dieser Hochlauf soll künftig auch jenseits des Heimatmarktes Früchte tragen. Am 3. September unterzeichnete Xiaomi auf der IFA Absichtserklärungen mit acht deutschen Automobilhandelsgruppen, um ein stabiles Fundament für den Vertrieb aufzubauen.
Zu den Partnern zählen Emil Frey Germany, Ernst Dello Group, Autohaus Dinnebier, Hahn Automobile, LUEG Mobility Group, Fett & Wirtz, SPT Avior und Penske-Jacobs. Der eigentliche Marktstart für die eigenen Elektrofahrzeuge in Europa ist für das Jahr 2027 anvisiert.
Modelloffensive im Premiumsegment
Im klassischen Smartphone-Geschäft treibt das Unternehmen die Positionierung in margenstärkeren Segmenten voran. Am 7. September stellte der Konzern auf dem Heimatmarkt das Falt-Smartphone Xiaomi 18 Fold vor. Das Premium-Modell deckt je nach technischer Konfiguration eine Preisspanne von 10.999 Yuan bis 14.999 Yuan ab.
Durch die operative Expansion und die hohe Taktung neuer Modelle konnte sich das Papier zuletzt wieder stabilisieren. Mit dem jüngsten Kursanstieg notiert die Aktie 25 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief. Die kommenden Monate werden zeigen, wie effektiv der Konzern die regulatorischen Risiken in Indien eingrenzen und seine ambitiösen Europa-Pläne für den Fahrzeugvertrieb umsetzen kann.
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