Xiaomi Aktie: Auslieferungen brechen von 145.000 auf 81.000 ein
Xiaomi-Aktie fällt auf neues Jahrestief. Analysten senken Prognosen für die E-Auto-Sparte. Hoffnung ruht auf neuen Modellen und Software-Updates.

Kurz zusammengefasst
- Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief
- EV-Sparte mit deutlichem Lieferrückgang
- Jefferies stuft Aktie auf Underperform ab
- Rekordinvestitionen in Forschung und Entwicklung
Starke Visionen, schwache Kurse. Bei Xiaomi klaffen Anspruch und Realität an der Börse weit auseinander. Die Papiere rutschten am Freitag auf 2,72 Euro ab. Damit notiert der Wert knapp über dem bisherigen 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn haben Aktionäre fast 40 Prozent ihres Kapitals verloren.
EV-Sparte unter Druck
Operativ steht der Konzern massiv unter Druck. Besonders die hochgelobte Elektroauto-Sparte bereitet Sorgen. Die Investmentbank Jefferies stufte die Aktie kürzlich auf „Underperform“ ab. Analyst Edison Lee senkte das Kursziel auf 25,49 Hongkong-Dollar.
Die Fahrzeugauslieferungen brachen im ersten Quartal auf 81.000 Einheiten ein. Im Vorquartal waren es noch 145.000 Stück. Die Folge: ein scharfer Bewertungsabschlag. Modellwechsel und schwächelnde Verkäufe der YU7-Reihe bremsen das Wachstum.
Das Management hält zwar an seinem Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen fest. Jefferies kappte die eigene Prognose jedoch auf 495.000 Einheiten. Das aktuelle Liefertempo verdeutlicht das Problem. Von Januar bis Mai übergab Xiaomi gut 150.000 Autos an Kunden.
Software und neue Modelle als Hoffnungsträger
Parallel dazu treibt Xiaomi die Expansion voran. Chinas Industrieministerium hat den Antrag für sogenannte Extended-Range-Elektrofahrzeuge veröffentlicht. Die finale Genehmigung steht noch aus. Das erste Modell dieser Art trägt den Codenamen „Kunlun N3“. Es soll unter der neuen Submarke Skynomad auf den Markt kommen.
Ein neuer Softwarezyklus könnte das schwächelnde Smartphone-Geschäft stützen. Historisch beleben solche Updates die Nachfrage der Kunden. Dafür nimmt das Unternehmen viel Geld in die Hand. Im Jahr 2026 fließen rund 40 Milliarden Renminbi in die Forschung und Entwicklung.
Aktienrückkauf verpufft
Der Markt ignoriert das laufende Aktienrückkaufprogramm völlig. Die technischen Indikatoren zeichnen ein düsteres Bild. Der RSI notiert bei 26,3 und signalisiert einen stark überverkauften Zustand. Der Abstand zur 200-Tage-Linie ist auf über 34 Prozent angewachsen.
Im August legt Xiaomi die nächsten Quartalszahlen vor. Bis dahin müssen erste Lieferdaten für Juni zeigen, ob die Trendwende gelingt. Gelingt keine schnelle Stabilisierung der EV-Verluste, droht ein weiterer Test der jüngsten Tiefststände.
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