Xiaomi bekommt von zwei Seiten Gegenwind: Ein Analyst senkt die Erwartungen deutlich – und gleichzeitig versucht das Unternehmen mit einem aggressiven Aktienrückkaufprogramm gegenzusteuern. Der Markt bleibt trotzdem skeptisch. Denn im Hintergrund steht eine unangenehme Frage: Wie stark frisst der Anstieg der Speicherpreise die Margen im Kerngeschäft auf?
Jefferies kappt Kursziel – Speicherpreise als Haupttreiber
Jefferies hat das Kursziel für Xiaomi um rund 30% auf 30,45 HK$ gesenkt und verweist auf aus Sicht der Analysten zu optimistische Markterwartungen sowie stark steigende Speicherkosten. Laut Jefferies sollen sich die Speicherkosten für die meisten Smartphone-Hersteller in diesem Jahr auf das 3,6-Fache erhöhen.
Der Effekt wäre für Xiaomi besonders heikel, weil das Unternehmen stark im Mittel- und Einstiegssegment positioniert ist: Rund 60% der Auslieferungen entfallen laut Jefferies auf Geräte mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis unter 150 US-Dollar. Entsprechend hart würde ein Kostenanstieg bei Komponenten treffen, die sich nicht beliebig an Kunden weitergeben lassen.
Jefferies rechnet für Xiaomi mit einem Rückgang der Smartphone-Auslieferungen um 55%. Ein erwarteter Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises um 31% würde das laut Studie nur teilweise abfedern. Die Smartphone-Bruttomarge könnte demnach auf 4% fallen – ein historischer Tiefstand.
Smartphone-Markt schwächer – EV-Sparte und Indien-Risiko im Blick
Auch das Marktumfeld wirkt laut Jefferies zunehmend ungemütlich: Für 2026 erwartet das Haus nun einen Rückgang der globalen Smartphone-Auslieferungen um 31% auf 867 Millionen Einheiten (zuvor: -12%). Als Kostentreiber nennt Jefferies unter anderem den Preissprung bei mobilem DRAM (LPDDR5) sowie steigende NAND-Preise.
Zusätzlicher Druck kommt aus den Nebenschauplätzen: Jefferies verweist auf gesenkte Erwartungen für die Autosparte. Im Februar meldete Xiaomi zudem mehr als 20.000 EV-Auslieferungen nach mehr als 39.000 im Januar. Das Unternehmen führt den Rückgang auf saisonale Effekte rund um das chinesische Neujahrsfest zurück. Gleichzeitig belastet ein anhaltender Preiskampf im chinesischen EV-Markt die Margen branchenweit, und Investoren zeigten sich laut Quelltext enttäuscht vom Auslieferungsziel von 550.000 Fahrzeugen für 2026.
In Indien schwelt zudem ein Rechtsstreit: Behörden werfen Xiaomi vor, Zollabgaben auf Lizenzgebühren hinterzogen zu haben. Aus einer ursprünglichen Forderung von 72 Millionen US-Dollar könnten durch Strafen und Zinsen über 150 Millionen US-Dollar werden. Zusätzlich sind Vermögenswerte von rund 610 Millionen US-Dollar eingefroren.
Rückkäufe laufen – doch der Kurs bleibt angeschlagen
Trotz der Gemengelage setzt Xiaomi die Rückkäufe fort. Am 3. März wurden laut HKEX-Einreichung 3,2 Millionen Class-B-Aktien für 100 Millionen HK$ zurückgekauft. Im Vormonat lagen die Rückkäufe bei mehr als 3,2 Milliarden HK$ – so viel wie seit über zwei Jahren nicht mehr.
An der Börse zeigt sich aber: Das Stabilisierungssignal reicht bislang nicht, um den Trend zu drehen. Der Schlusskurs lag gestern (Mittwoch) bei 3,60 Euro. Seit Jahresanfang steht die Aktie mit -19,77% im Minus, auf 12 Monate sogar mit -45,69%. Erst am Montag markierte das Papier bei 3,44 Euro ein 52-Wochen-Tief – der aktuelle Kurs liegt damit nur knapp rund 4,9% darüber.
Am 24. März 2026 liefert Xiaomi den nächsten möglichen Kursimpuls: Dann will der Vorstand die konsolidierten Jahresergebnisse 2025 prüfen und genehmigen – inklusive einer möglichen Entscheidung über eine Abschlussdividende. Bis dahin bleibt entscheidend, ob das Unternehmen den Kostendruck im Smartphone-Geschäft und die offenen Baustellen in EV und Indien überzeugend einordnen kann.
Xiaomi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Xiaomi-Analyse vom 5. März liefert die Antwort:
Die neusten Xiaomi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Xiaomi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Xiaomi: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
