Xiaomi Aktie: Neues 52-Wochen-Tief bei 2,51 Euro
Schwache Smartphone-Verkäufe und hohe Speicherkosten belasten Xiaomi. Die Aktie fällt auf ein 52-Wochen-Tief, während der Konzern mit Rückkäufen gegensteuert.

Kurz zusammengefasst
- Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief
- Umsatzrückgang um elf Prozent
- Gewinn bricht um 43 Prozent ein
- EV-Sparte mit hohen Verlusten
Starke KI-Nachfrage treibt die Speicherpreise, schwache Smartphone-Verkäufe drücken den Gewinn. Bei Xiaomi klaffen Anspruch und Realität derzeit weit auseinander. Die Aktie markierte am Dienstag bei 2,51 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Aktuell notiert das Papier bei 2,54 Euro und verbucht einen Tagesverlust von knapp fünf Prozent. Seit Jahresbeginn hat sich der Börsenwert damit fast halbiert.
Das Management steuert massiv gegen. Seit Anfang Juni läuft das größte Aktienrückkaufprogramm der Unternehmensgeschichte. Xiaomi kaufte bereits gut 30 Millionen Anteile zurück. Den Kursverfall bremst das allerdings nicht.
Leerverkäufer haben ihre Positionen stattdessen ausgebaut. Bearishe Wetten machen mittlerweile rund neun Prozent des Streubesitzes aus. Der RSI-Wert von 20,7 signalisiert zwar ein stark überverkauftes Niveau. Eine Trendwende garantiert das allein aber nicht.
Margendruck im Kerngeschäft
Der fundamentale Druck wächst. Im Auftaktquartal schrumpfte der Umsatz um elf Prozent auf 99,1 Milliarden Yuan. Der bereinigte Nettogewinn brach sogar um 43 Prozent ein.
Hauptgrund für die Misere sind externe Faktoren. Die Kosten für Speicherchips haben sich durch den KI-Boom nahezu verdoppelt. Das drückt die Bruttomarge im Smartphone-Geschäft auf 22,5 Prozent.
Parallel dazu fielen die Smartphone-Auslieferungen um 19 Prozent. Xiaomi verzeichnete damit den stärksten Rückgang unter den Top-Fünf-Herstellern weltweit.
Elektroautos verbrennen Kapital
Auch das zweite Standbein wackelt. Im Elektroauto-Segment lieferte Xiaomi bis Ende Mai rund 150.000 Fahrzeuge aus. Das Jahresziel von 550.000 Einheiten rückt damit in weite Ferne. Die Mai-Auslieferungen sanken gegenüber dem Vormonat um elf Prozent. Die Folge: hohe Verluste.
Die operativen Einbußen der EV-Sparte weiteten sich im ersten Quartal auf 3,1 Milliarden Yuan aus. Das entspricht etwa 5.600 US-Dollar Verlust pro verkauftem Auto. Die Investmentbank Jefferies reagierte bereits. Die Analysten senkten die Bewertung für das Autogeschäft deutlich und verwiesen auf den harten Preiskampf in China.
Software-Update als Gegengewicht
Im Hintergrund bereitet der Konzern eine umfassende Softwarereform vor. Xiaomi-Präsident Lu Weibing bestätigte den Start der nächsten Betriebssystem-Generation für den Spätsommer. HyperOS 4 soll im Oktober 2026 global ausrollen. Das System basiert auf Android 17 und verzichtet komplett auf alten Programmcode.
Diese Entwicklung kostet Geld. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen zuletzt um ein Drittel auf neun Milliarden Yuan. Mehr als 26.000 Mitarbeiter arbeiten in diesem Bereich. Ob das neue System die sinkenden Hardware-Margen zeitnah ausgleichen kann, werten Marktbeobachter skeptisch.
Die nächsten Wochen bringen Klarheit. In Kürze meldet Xiaomi die Fahrzeugauslieferungen für den Monat Juni. Am 26. August folgt dann der vollständige Quartalsbericht. An diesem Tag müssen die Zahlen belegen, ob das Management den Kostenanstieg bei Speicherchips stoppen konnte und die Autoverluste eingrenzt.
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