Xiaomi stellt die Weichen für 2026 deutlich aggressiver als erwartet. Der Konzern erhöht die Auslieferungsziele für seine Elektroautos, kündigt ein groß angelegtes F&E-Programm an und stützt zugleich den Kurs mit Aktienrückkäufen und starken Kapitalzuflüssen aus Festlandchina. Damit verschärft Xiaomi den Konkurrenzdruck im chinesischen EV-Markt.
- Ziel 2026: 550.000 ausgelieferte Elektrofahrzeuge
- Geplante F&E-Investitionen: 200 Mrd. RMB in fünf Jahren
- Aktienrückkäufe: 162 Mio. Aktien seit Programmstart
- Starke Zuflüsse über Northbound Stock Connect
- EV-Sparte seit Q3 2025 profitabel
Ambitionierte EV-Ziele und F&E-Offensive
CEO Lei Jun hat gestern die Guidance für das laufende Jahr konkretisiert. Für 2026 peilt Xiaomi die Auslieferung von 550.000 Elektrofahrzeugen an. Basis ist ein Volumen von über 410.000 Einheiten im Jahr 2025, womit das ursprüngliche Ziel von 300.000 Fahrzeugen deutlich übertroffen wurde.
Parallel dazu kündigte das Management ein Investitionsprogramm von 200 Milliarden RMB in Forschung und Entwicklung über die kommenden fünf Jahre an. Im Fokus steht die Integration eigener Chips, Betriebssysteme und KI-Modelle bis Ende 2026. Zum Vergleich: In den vergangenen fünf Jahren flossen bereits rund 105 Milliarden RMB in F&E, das Tempo wird also klar erhöht.
Die EV-Sparte erreichte bereits im dritten Quartal 2025 die Gewinnschwelle. Dieser operative Fortschritt verschafft Xiaomi den finanziellen Spielraum für die technologische Offensive.
Aktienrückkäufe und Kapitalzuflüsse
Am 8. Januar kaufte Xiaomi an der Hong Kong Stock Exchange 5 Millionen B-Aktien zurück. Das Volumen lag bei rund 190,6 Millionen HKD, die Preise bewegten sich zwischen 38,04 und 38,16 HKD. Seit Start des aktuellen Programms wurden damit insgesamt 162 Millionen Aktien zurückgekauft, was rund 0,63 % des ausstehenden Kapitals entspricht.
Trotz eines leichten Kursrückgangs von 0,42 % auf 38,00 HKD am gleichen Tag zeigen die Kapitalbewegungen eine deutliche Unterstützung. Über den „Northbound Stock Connect“ flossen gestern netto 1,071 Milliarden HKD in die Aktie. Es war der sechste Handelstag in Folge mit Nettozuflüssen; kumuliert summieren sie sich auf über 4,68 Milliarden HKD.
Ein negativer Block-Trade über 6,5 Millionen Aktien zu 38,02 HKD im Volumen von rund 247 Millionen HKD deutet auf Gewinnmitnahmen einzelner Großinvestoren hin. Dieser Effekt wurde jedoch sowohl durch das Rückkaufprogramm als auch durch die anhaltenden Zuflüsse aus Festlandchina übertroffen.
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SU7-Facelift als nächster Test
Operativ startet Xiaomi mit dem Facelift des SU7 in das neue Jahr. Die Vorbestellungen für das überarbeitete Modell sind im Januar angelaufen, der Marktstart ist für April 2026 geplant. Der Einstiegspreis liegt bei 229.900 RMB.
Das Facelift bringt eine verbesserte Sicherheitsausstattung mit serienmäßigem LiDAR und Hyper Autonomous Driving sowie neue Motorisierungen mit dem V6s-Plus-Motor. Xiaomi zielt damit direkt auf Wettbewerber wie Tesla und BYD. Analysten von Daiwa um Kelvin Lau rechnen mit starken Auftragseingängen für das aktualisierte Modell, was die jüngsten Mittelzuflüsse aus Festlandchina stützt.
Entscheidend wird sein, ob die Auslieferungen des SU7-Facelifts ab April die ambitionierte Prognose von 550.000 Fahrzeugen für 2026 untermauern können. Die ersten Verkaufszahlen dürften hier eine wichtige Bewährungsprobe darstellen.
Strategische Positionierung im Branchenumfeld
Mit den neuen Zielen beschleunigt Xiaomi seine Transformation hin zu einem relevanten Player im Automobilsektor. Die wiederholte Anhebung und anschließende deutliche Übertreffung der ursprünglichen EV-Ziele für 2025 zeigt, dass die Nachfrage zuletzt stärker war als geplant.
Im Branchenvergleich agiert Xiaomi offensiv. Während US-Hersteller wie General Motors und Ford ihre EV-Programme angesichts wegfallender Subventionen und nachlassender Nachfrage in den USA spürbar zurückfahren – GM meldete am 8. Januar eine Abschreibung von 6 Milliarden USD –, nutzt Xiaomi die Dynamik des Heimatmarkts für zusätzliche Marktanteile.
Fazit und Ausblick
Für die Aktie liefern mehrere Faktoren derzeit Rückenwind: das klar erhöhte Auslieferungsziel, die profitabel arbeitende EV-Sparte, das umfangreiche F&E-Programm sowie die Kombination aus Aktienrückkäufen und starken Northbound-Zuflüssen. Charttechnisch bildet der Bereich um 38,00 HKD damit eine solide Unterstützung.
Im weiteren Jahresverlauf rücken zwei Punkte in den Vordergrund: Zum einen die tatsächliche Absatzentwicklung des SU7-Facelifts ab April, zum anderen der Fortschritt bei der Integration eigener Chips und KI-Modelle bis Ende 2026. Beides wird entscheidend dafür sein, ob Xiaomi die anvisierte Skalierung im EV-Geschäft in nachhaltig höhere Margen übersetzen kann.
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