Xiaomi Aktie: Q1-Gewinn um 43 Prozent gefallen

Xiaomi leidet unter explodierenden Speicherchipkosten und Verlusten im E-Auto-Geschäft. Der Aktienkurs brach um 45 Prozent ein, trotz milliardenschwerem Rückkaufprogramm.

Redaktion Stock-World ·
Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die einen herausfordernden Technologiemarkt darstellt, mit kühlen Tönen und Schatten, die auf einen Gewinnrückgang hindeuten. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktienkurs seit Jahresbeginn um 45 Prozent gefallen
  • Speicherchipkosten für Smartphones massiv gestiegen
  • Elektroauto-Sparte mit operativem Milliardenverlust
  • Rückkaufprogramm kann Abwärtstrend nicht stoppen

Speicherchips kosten zehnmal so viel wie vor einem Jahr. Das Elektroauto-Geschäft verbrennt Geld. Und Leerverkäufer setzen massiv gegen den Konzern. Xiaomi steckt in einer der schwierigsten Phasen seiner Unternehmensgeschichte.

Der Kurs spricht eine klare Sprache: Seit Jahresbeginn hat die Aktie 45 Prozent verloren. Auf Zwölfmonatssicht sind es 63 Prozent. Mit einem RSI von knapp 20 ist das Papier technisch stark überverkauft — aber überverkauft kann noch lange nicht günstig bedeuten.

Rückkaufprogramm verpufft

Seit dem 2. Juni läuft ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar. Allein am 11. Juni kaufte Xiaomi 7,8 Millionen Aktien zurück. Der Kurs schloss trotzdem auf dem 52-Wochen-Tief. Leerverkäufer haben ihre Positionen inzwischen auf rund neun Prozent des Streubesitzes ausgebaut. Der Markt glaubt dem Managementsignal schlicht nicht.

Der Grund liegt in den Zahlen. Im ersten Quartal 2026 brach der bereinigte Nettogewinn um 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan ein. Analysten hatten 6,4 Milliarden Yuan erwartet. Smartphone-Auslieferungen sanken um 19,2 Prozent auf 33,8 Millionen Einheiten — der stärkste Rückgang unter den fünf weltweit führenden Marken.

Die Speicherchip-Falle

Das Kernproblem ist strukturell. Der KI-Boom hat Speicherkapazitäten absorbiert, die Xiaomi dringend braucht. Samsung, SK Hynix und Micron lenken ihre Produktion auf margenstarke HBM- und KI-Chips um. Standard-DRAM für Smartphones und Haushaltsgeräte wird knapp.

Xiaomi-Präsident Lu Weibing bezifferte den Preisanstieg für Speicher seit Q3 2025 auf das Fünffache. Bei TV-Displayspeicher sogar auf das Zehnfache. Analysten von Counterpoint Research gehen davon aus, dass die Knappheit bis Ende 2027 anhält. CEO Lei Jun warnte, der Margendruck werde noch mindestens zwei Jahre dauern.

EV-Sparte als zweite Baustelle

Auch das Elektroauto-Geschäft entlastet die Bilanz nicht. Im ersten Quartal erzielte die EV-Sparte 19,9 Milliarden Yuan Umsatz — verbuchte dabei aber einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Das entspricht einem Verlust von rund 5.600 US-Dollar pro ausgeliefertem Fahrzeug.

Beim Jahresziel gerät Xiaomi zusehends in Rückstand. Das Auslieferungsziel für 2026 liegt bei 550.000 Fahrzeugen. Bis Ende Mai waren es 150.317 Einheiten. Von Juni bis Dezember müsste der Konzern monatlich rund 57.500 Fahrzeuge liefern — fast 15 Prozent mehr als der bisherige Monatsrekord von 50.000 Einheiten.

Goldman kauft, Jefferies verkauft

Die Investmentbanken sind tief gespalten. Goldman Sachs erwartet für Q2 2026 einen bereinigten Nettogewinn von 5,4 Milliarden Yuan — halb so viel wie im Vorjahr. Die Bank senkte ihre Jahresgewinnschätzung um zwölf Prozent auf 32,8 Milliarden Yuan, hält aber an der Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 40 Hongkong-Dollar fest. Ab Q3 rechnet Goldman mit einer Trendwende.

Jefferies zieht den gegenteiligen Schluss. Die Bank stufte die Aktie auf Underperform ab und setzt das Kursziel auf 25,49 Hongkong-Dollar. Jefferies erwartet, dass steigende Speicherkosten Bruttomarge und Auslieferungen weiter belasten.

Investitionen in die Zukunft

Xiaomi setzt trotz der Ergebnisschwäche auf Offensive. Der F&E-Aufwand stieg im ersten Quartal um 33,4 Prozent auf 9,0 Milliarden Yuan. Für die nächsten drei Jahre plant der Konzern 60 Milliarden Renminbi in KI — allein 2026 rund 16 Milliarden Renminbi. Das neue Betriebssystem HyperOS 4 soll im Juli oder August in China starten.

Am 26. August veröffentlicht Xiaomi die Quartalszahlen für Q2. Trifft die Goldman-Prognose zu, dürfte der Kurs einem weiteren Stresstest nicht entgehen. Solange der Margendruck durch Speicherchips die Stimmung dominiert, reicht das Rückkaufprogramm allein kaum aus, um die Abwärtsdynamik zu stoppen.

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Xiaomi Aktie

3,08 EUR

+ 0,06 EUR +1,92 %
KGV 19,60
Sektor Technologie
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 648,31 Mrd. HKD
Ø Kursziel 29,58 CNY
ISIN: KYG9830T1067 WKN: A2JNY1

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