Xiaomi Aktie: Rückkaufmandat über 20 Milliarden Hongkong-Dollar
Xiaomi kauft seit Juni 2026 massiv eigene Aktien zurück, während Quartalszahlen und EV-Sparte belasten. Analysten bleiben skeptisch.

Kurz zusammengefasst
- 79,8 Mio Aktien zurückgekauft
- EV-Sparte mit Milliardenverlust
- Analysten stufen Aktie herab
- Neue Smartphones angekündigt
Seit Juni 2026 hat der chinesische Elektronikkonzern in 14 Tranchen rund 79,8 Millionen eigene Aktien zurückgekauft, das entspricht etwa 0,31 Prozent des Kapitals. Damit stemmt sich das Unternehmen gegen einen Kurs, der im laufenden Jahr deutlich unter Druck steht.
Rückkaufprogramm nimmt Fahrt auf
Allein am 17. und 18. Juli erwarb Xiaomi weitere 3,8 Millionen beziehungsweise 2,8 Millionen Aktien für zusammen rund 126 Millionen Hongkong-Dollar. Bereits am 15. Juli hatte das Unternehmen laut einer Pflichtmitteilung an die Hongkonger Börse 3,9 Millionen Class-B-Aktien zu einem Durchschnittspreis von 25,82 Hongkong-Dollar zurückgekauft, ein Volumen von etwa 100,7 Millionen Hongkong-Dollar. Grundlage ist ein am 2. Juni 2026 beschlossenes Mandat über bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar.
Parallel zu den Rückkäufen gab Xiaomi im Rahmen seines bestehenden Mitarbeiter-Aktienplans 54,19 Millionen neue Aktien aus. Die gegenläufigen Kapitalmaßnahmen zeigen, wie das Unternehmen einerseits Vertrauen in die eigene Bewertung signalisiert, andererseits aber die Mitarbeiterbindung über Aktienausgaben weiterführt.
Kurs erholt sich, bleibt aber weit vom Hoch entfernt
Am Montag schloss die Xiaomi-Aktie bei 3,13 Euro, ein Plus von 3,33 Prozent zum Vortag. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich die Erholung auf 18,30 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro, erreicht im September 2025, trennen den Titel dennoch mehr als die Hälfte des Wertes. Die jüngste Rally reicht damit nicht annähernd aus, um den Kursverlust der vergangenen Monate auszugleichen.
Die Erholung fällt in eine Phase, in der die Geschäftszahlen wenig Anlass zu Optimismus liefern. Ende Mai hatte Xiaomi seine Quartalsergebnisse für das erste Quartal 2026 vorgelegt: Der Umsatz sank um 10,9 Prozent auf 99,1 Milliarden Yuan, der bereinigte Nettogewinn brach um 43,1 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan ein. Besonders die Elektroauto-Sparte belastet die Bilanz. Trotz 80.856 ausgelieferter Fahrzeuge verbuchte das Segment einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan.
Analysten uneins über EV-Ambitionen
Am 14. Juli stufte das Analysehaus Astrada Advisors die Xiaomi-Aktie von „Buy“ auf „Hold“ zurück. Als Grund nannte das Haus Unsicherheiten darüber, ob Xiaomi seine Volumenziele für die Elektroauto-Sparte im Gesamtjahr 2026 erreichen kann. Die Herabstufung passt zu dem Bild, das die jüngsten Quartalszahlen zeichnen: Während die Kernsparten Smartphones und Konsumelektronik weiterhin Umsatz liefern, bleibt der Weg der EV-Sparte zur Profitabilität steinig.
Neue Produkte und Halbjahreszahlen im Blick
Für die kommenden Wochen rücken zwei Termine in den Fokus. Zum einen kündigt Xiaomi mit der „Xiaomi 18 Series“ ein neues Flaggschiff-Smartphone mit einem Dual-200-Megapixel-Kamerasystem an, dazu kommt das Foldable „Mix Fold 5“ mit dem Betriebssystem HyperOS 4. Beide Produkte sollen Xiaomis Position im umkämpften Premiumsegment stärken.
Zum anderen erwartet der Markt für den 26. August die Vorlage der Finanzergebnisse zum zweiten Quartal beziehungsweise ersten Halbjahr 2026. Sie werden zeigen, ob sich der Abwärtstrend bei Umsatz und Gewinn aus dem ersten Quartal fortsetzt oder ob die neuen Produkte und die verstärkten Rückkäufe dem Kurs nachhaltiger Auftrieb verleihen können.
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