Xiaomi Aktie: SkyNomad mit 100.000 Reservierungen
Xiaomi-Aktie fällt vor Quartalszahlen um 5 Prozent. Trotz starkem Autogeschäft belasten Kosten im Smartphone-Bereich die Erwartungen.

Kurz zusammengefasst
- Kursrutsch vor Quartalsbericht
- Autosparte liefert über 30.000 Fahrzeuge
- UBS erwartet positive Überraschung
- Smartphone-Umsatz und Gewinn gesunken
Die Xiaomi-Aktie verliert am heutigen Dienstag 4,95 Prozent und fällt auf 2,96 Euro. Damit setzt sich die Talfahrt fort, die den Titel seit Jahresbeginn um 31,52 Prozent nach unten gedrückt hat.
Auslöser der jüngsten Schwäche ist die Unsicherheit rund um den bevorstehenden Quartalsbericht: Xiaomi wird seine Zahlen zum zweiten Quartal am 18. August veröffentlichen, und die Erwartungen sind von steigenden Speicher- und Chipkosten getrübt, die bereits im laufenden Jahr auf Umsatz und Gewinn gedrückt haben.
Autogeschäft liefert positive Signale
Während die Kernsparte Smartphones unter Kostendruck leidet, meldet Xiaomi im Fahrzeuggeschäft anhaltenden Schwung. Im Juli lieferte das Unternehmen mehr als 30.000 Fahrzeuge aus – bereits der vierte Monat in Folge über dieser Marke.
Parallel dazu brachte Xiaomi das SkyNomad auf den Markt, ein großes SUV mit Preisen zwischen 38.000 und 44.000 US-Dollar. Für das Modell gingen bereits über 100.000 Reservierungen ein, ein Hinweis darauf, dass die Automobilsparte trotz der Schwäche im Stammgeschäft an Zugkraft gewinnt.
Der Kontrast zwischen dem florierenden Fahrzeuggeschäft und der angeschlagenen Kernsparte dürfte auch die Berichterstattung zu den anstehenden Quartalszahlen prägen. Anleger werden genau beobachten, ob die Auto-Sparte die Belastungen aus dem Elektronikgeschäft ausgleichen kann.
UBS sieht Chance auf positive Überraschung
Vor den Quartalsergebnissen veröffentlichte UBS am 6. August einen Research-Bericht, in dem das Analysehaus eine positive Überraschung bei den Ergebnissen für möglich hält. Die Einschätzung fällt damit optimistischer aus als die zuletzt gedämpfte Kursentwicklung vermuten lässt.
Zwischen dieser Erwartungshaltung und der aktuellen Kursreaktion klafft allerdings eine Lücke: Der Markt scheint dem Bericht vorerst wenig Vertrauen zu schenken, der Titel notiert inzwischen 54,69 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro, das Ende September markiert wurde.
Erste Quartalszahlen zeigten bereits Belastungen
Ein Blick auf die zuletzt gemeldeten Geschäftszahlen erklärt die Vorsicht der Investoren. Für das erste Quartal 2026 wies Xiaomi Ende Mai einen Umsatz von 99,142 Milliarden Yuan aus, ein Rückgang von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Smartphone-Umsatz sank von 50,612 auf 44,273 Milliarden Yuan. Noch deutlicher fiel der Gewinneinbruch aus: Der Nettogewinn brach von 10.924,32 Millionen Yuan auf 4.723,12 Millionen Yuan ein, das unverwässerte Ergebnis je Aktie fiel von 0,44 auf 0,18 Yuan.
Vor diesem Hintergrund wiegt die Ankündigung des Analysehauses UBS zusätzlich: Sollte sich die Kostenbelastung im zweiten Quartal nicht wiederholt haben, könnte Xiaomi tatsächlich positiv überraschen. Bestätigt sich hingegen der Trend aus dem ersten Quartal, dürfte der Druck auf die Aktie anhalten.
Ausblick auf weitere Produktankündigungen
Neben den Quartalszahlen richtet sich der Blick der Anleger auch auf mögliche Produktneuheiten. Für September gilt die Vorstellung der Flaggschiff-Serie Xiaomi 18 in China als so gut wie bestätigt, Insiderberichten zufolge könnte auch das neue Betriebssystem HyperOS 4 im August debütieren.
Kurzfristig dürfte jedoch der Quartalsbericht am 18. August die Richtung vorgeben – er entscheidet darüber, ob sich die Aktie von ihrem aktuellen Niveau nahe dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,90 Euro lösen kann oder weiter unter Druck bleibt.
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