Xiaomi Aktie: Speicherchips bis zu 63 Prozent teurer
Xiaomi hebt Verkaufsziel für Smartphones auf 110 Millionen Einheiten an, warnt aber vor explodierenden Speicherchip-Preisen. Die Aktie fällt.

Kurz zusammengefasst
- Verkaufsziel auf 110 Millionen Einheiten erhöht
- Warnung vor massiv steigenden Speicherkosten
- Aktie gibt am Dienstag um 2,56 Prozent nach
- Auto-Sparte bleibt mit operativem Verlust belastend
Xiaomi schickt am gleichen Tag zwei gegensätzliche Signale in den Markt. Auf der einen Seite steht ein kräftig angehobenes Verkaufsziel für Smartphones, auf der anderen eine Warnung vor drastisch steigenden Beschaffungskosten. Die Aktie reagiert am Dienstag mit einem Rücksetzer und notiert bei 3,07 Euro, ein Minus von 2,56 Prozent im Tagesverlauf.
Kräftige Anhebung des Absatzziels
Xiaomi erhöht das Smartphone-Absatzziel für das laufende Geschäftsjahr 2026 von 90 Millionen auf 110 Millionen Einheiten. Das entspricht einem Plus von 22 Prozent gegenüber der bisherigen Planung. Als Treiber nennt das Unternehmen eine unerwartet starke Nachfrage im Einstiegssegment. Für einen Hersteller, der zuletzt mit Marktanteilsverlusten zu kämpfen hatte, ist das ein deutliches Bekenntnis zu Wachstum über Volumen statt über Preis.
Warnung vor einer Speicherkrise
Nur einen Tag zuvor hatte das Management vor einer sogenannten Speicherkrise gewarnt. Die Beschaffungskosten für Speicherchips explodieren demnach. Analysten rechnen im laufenden Quartal mit Preissteigerungen von bis zu 63 Prozent bei DRAM-Speichern und mehr als 70 Prozent bei NAND-Flash-Chips. Für einen Konzern, der auf hohe Stückzahlen bei Einstiegs- und Mittelklassegeräten setzt, ist das eine ernste Belastung für die Hardware-Margen – ausgerechnet in dem Moment, in dem die Verkaufsziele nach oben korrigiert werden.
Genau in diesem Spannungsfeld bewegte sich bereits die Einschätzung von Seeking Alpha, die die Aktie am 14. Juli von „Buy“ auf „Hold“ zurückstufte. Als Begründung nannte das Analysehaus die ambitionierten Volumenziele für 2026 bei gleichzeitigem Margendruck im Hardware-Geschäft – eine Einschätzung, die sich mit der nun folgenden Kostenwarnung deckt.
Kursbild zwischen Erholung und Belastung
Der aktuelle Rücksetzer schmälert eine zuletzt spürbare Erholung. Über die vergangenen 30 Tage steht für die Aktie noch ein Plus von 15,83 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn bleibt der Titel dennoch deutlich im Minus, vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro aus dem September 2025 ist die Aktie weit entfernt. Der Wechsel zwischen kurzfristiger Erholung und langfristigem Abschlag prägt das Bild: Anleger honorieren offenbar die operativen Fortschritte, bleiben aber wegen der Kostenrisiken vorsichtig.
Geschäftszahlen und operative Baustellen
Den fundamentalen Hintergrund liefern die im Mai veröffentlichten Zahlen zum ersten Quartal 2026. Der Konzernumsatz sank auf 99,1 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 6,1 Milliarden Yuan. Besonders im Blick der Anleger steht die Automobilsparte: Xiaomi lieferte im ersten Quartal 80.856 Elektrofahrzeuge aus, verbuchte dabei aber einen operativen Segmentverlust von 3,1 Milliarden Yuan. Die nächsten Geschäftszahlen, die ungeprüften Ergebnisse für das zweite Quartal 2026, sollen am 26. August veröffentlicht werden.
Produktoffensive auf mehreren Feldern
Parallel zur Diskussion um Kosten und Margen treibt Xiaomi seine Produktpalette voran. Für die Flaggschiff-Modelle Xiaomi 17 und Xiaomi 17 Ultra hat der Rollout der stabilen Version von Android 17 über die hauseigene Oberfläche HyperOS 3.3 begonnen. Im Bereich Robotik stellte das Unternehmen zudem ein neues KI-Modell namens MiMo-V2 vor, das stärker auf Datenskalierung als auf zusätzliche Rechenleistung setzt und als Open-Source-Projekt auf GitHub veröffentlicht werden soll.
Auf der IFA in Berlin will Xiaomi im September 2026 erstmals sein integriertes Ökosystem aus Smartphones, Elektrofahrzeugen und Smart-Home-Geräten unter dem Motto „Human × Car × Home“ einem europäischen Publikum präsentieren. Der Auftritt dürfte zeigen, wie ernst es dem Unternehmen mit der Verzahnung seiner Geschäftsfelder ist – während die kurzfristige Herausforderung durch steigende Speicherpreise die Aufmerksamkeit der Anleger zunächst auf die Kostenseite lenkt.
Xiaomi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Xiaomi-Analyse vom 21. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Xiaomi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Xiaomi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Xiaomi: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...