Xiaomi Aktie: Speicherkosten verdoppelt, Marge kollabiert
Steigende DRAM- und NAND-Preise belasten Xiaomis Smartphone-Marge und drücken den Gewinn im ersten Quartal 2026 deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Nettogewinn bricht um 43 Prozent ein
- Speicherkosten verdoppeln sich nahezu
- EV-Sparte fährt wieder höhere Verluste ein
- Jefferies senkt Kursziel und stuft ab
Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Realität und Börsenstimmung gerade besonders weit auseinander. Das erste Quartal 2026 brachte einen Gewinneinbruch, einen Analystenabsturz und eine Aktie auf Jahrestief.
Speicherkosten fressen die Marge
Der bereinigte Nettogewinn brach um 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Renminbi ein — unter der Konsensschätzung von 6,4 Milliarden Renminbi. Der ausgewiesene Nettogewinn sank sogar um 57 Prozent. Das operative Ergebnis kollabierte um 70 Prozent.
Haupttreiber ist ein externer Kostenschock: DRAM- und NAND-Flash-Speicher haben sich im Jahresvergleich etwa verdoppelt, weil KI-Rechenzentren das Angebot aufzehren. Das drückt die Bruttomarge im Kernsegment „Smartphone × AIoT“ auf 22,5 Prozent.
Das Strukturproblem liegt im Portfolio. Rund 60 Prozent der Geräte kosten weniger als 200 US-Dollar. Preiserhöhungen bei Premiummodellen federn den Kostendruck nur begrenzt ab. Xiaomi hob den durchschnittlichen Verkaufspreis um 8,2 Prozent auf 1.310 Renminbi an — und drosselte dafür Volumen. Die Smartphone-Auslieferungen schrumpften um 19 Prozent auf 33,8 Millionen Einheiten. Das ist der stärkste Rückgang unter den fünf größten globalen Herstellern.
EV-Sparte wieder im Minus
Die Elektrofahrzeugsparte lieferte im ersten Quartal 80.856 Fahrzeuge aus — 6,6 Prozent mehr als im Vorquartal. Trotzdem weiteten sich die Betriebsverluste auf 3,1 Milliarden Renminbi aus. Das entspricht rund 5.600 US-Dollar Verlust pro Fahrzeug — nach zwei Quartalen nahe der Gewinnschwelle.
Die Bruttomarge im Autobereich sank von 23,2 auf 20,1 Prozent. Das Management hält am Auslieferungsziel von 550.000 Fahrzeugen für 2026 fest. Jefferies rechnet nur mit 495.000.
Jefferies stuft ab — mit deutlicher Warnung
Das Brokerhaus senkte das Kursziel auf HK$25,49 und stufte die Aktie auf „Underperform“ herab. Jefferies bezeichnete das Margenziel von 8 Prozent im Smartphone-Geschäft als „herausfordernd“ — angesichts von Speicherpreiserhöhungen, die im zweiten Quartal 100 Prozent erreichen. Die Bank prognostiziert einen Umsatzrückgang von 10 Prozent für das Gesamtjahr und warnte vor weiteren Schätzungskürzungen, sollte der Kostendruck anhalten.
An der Börse ist das bereits eingepreist — und dann noch etwas mehr. Die Aktie notiert aktuell bei 3,08 Euro, exakt auf ihrem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresanfang hat das Papier 31,5 Prozent verloren, über zwölf Monate sind es fast 47 Prozent.
Gegenbewegungen plant Xiaomi über Produktoffensiven: Die 17T-Serie soll das Premiumsegment erschließen, ein größeres HyperOS-Update folgt im Juli bis August. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen um 33,4 Prozent auf 9,0 Milliarden Renminbi — Xiaomi zieht bei den Investitionen nicht die Notbremse.
Ob das reicht, zeigt sich im August. Dann legt das Unternehmen die nächsten Quartalszahlen vor — und der Markt wird messen, ob die Margen trotz anhaltend hoher Chipkosten wieder Richtung Zielkorridor tendieren.
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