Xiaomi Aktie: SU7 Ultra testet auf der Nordschleife
Xiaomi kämpft mit massiv steigenden Speicherpreisen im Smartphone-Geschäft, während eine extremere SU7-Version auf dem Nürburgring getestet wird.

Kurz zusammengefasst
- Neue Extreme-Version des SU7 Ultra gesichtet
- DRAM-Preise steigen um bis zu 63 Prozent
- High-End-Smartphones könnten teurer werden
- Europa-Start der E-Autos für 2027 bestätigt
Xiaomi fährt aktuell auf zwei völlig unterschiedlichen Spuren. Im Automobilgeschäft testet der Konzern eine noch extremere Version seines Elektro-Sportwagens auf der Nürburgring-Nordschleife. Im Smartphone-Geschäft warnt das Management gleichzeitig vor kräftigen Preissprüngen. Der Grund: explodierende Speicherkosten.
SU7 Ultra bekommt eine schärfere Variante
Am 18. Juli 2026 tauchten neue Spy Shots einer bislang unbestätigten „Extreme“-Version des SU7 Ultra auf. Das Testfahrzeug fiel durch einen markanten „Swan-Neck“-Heckflügel und einen vergrößerten Diffusor auf. Beobachter werteten die Modifikationen als klaren Hinweis auf eine noch aggressivere Aerodynamik.
Der SU7 Ultra leistet bereits in der Basisversion rund 1.548 PS. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt er in unter zwei Sekunden. Mit den aktuellen Tests will Xiaomi offenbar den bestehenden Rundenrekord für viertürige Elektroautos weiter ausbauen und Porsche direkt herausfordern.
Speicherpreise setzen das Kerngeschäft unter Druck
Während die Automobilsparte Schlagzeilen macht, kämpft das Smartphone-Geschäft mit einem handfesten Kostenproblem. Firmengründer Lei Jun und Konzern-Präsident Lu Weibing warnten kürzlich vor einer drohenden „Speicherkrise“ am Beschaffungsmarkt.
Die Zahlen dahinter sind deutlich: DRAM-Speicher könnte im laufenden Quartal um bis zu 63 Prozent teurer werden. Bei NAND-Flash-Speichern rechnen Analysten sogar mit Preissteigerungen von über 70 Prozent. Xiaomi hat bei ersten Modellen bereits die Preise angehoben, um die ohnehin dünnen Hardware-Margen zu schützen.
Die Folge: Analysten erwarten, dass High-End-Smartphones des Konzerns bis Jahresende die Marke von 10.000 Yuan überschreiten. Das wäre ein deutlicher Sprung im margenschwachen Geschäft, das traditionell von hohen Stückzahlen und knappen Aufschlägen lebt.
Europa-Start 2027 bleibt trotz Kostendruck geplant
Der kurzfristige Preisdruck ändert nichts an der langfristigen Strategie. Lei Jun bestätigte erneut, dass Xiaomi EV 2027 in Europa starten will. Für die europäische Lieferkette hat der Konzern bereits externes Fachwissen eingekauft: Der frühere Tesla-Manager Dieter Lorenz leitet inzwischen diesen Bereich.
Finanziell hat Xiaomi dafür Spielraum. Zum ersten Quartal 2026 verfügte der Konzern über Barreserven von 220,6 Milliarden Yuan. Damit kann das Unternehmen sowohl die EV-Entwicklung als auch KI-Investitionen von mindestens 16 Milliarden Yuan für das laufende Jahr finanzieren.
Aktie zeigt Erholung, bleibt aber weit vom Hoch entfernt
Die Xiaomi-Aktie schloss am Freitag bei 3,03 Euro, ein Minus von 1,43 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 12,45 Prozent zu Buche – ein Zeichen für eine gewisse Erholung nach schwachem Jahresstart. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro aus dem September 2025 trennen den Titel aktuell aber noch 53,39 Prozent.
Die geprüften Halbjahreszahlen für Q2 2026 stehen im August an. Dann zeigt sich, wie stark die steigenden Speicherpreise bereits auf die Margen durchgeschlagen haben.
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