XPeng Aktie: 264.842 Fahrzeuge in China zurückgerufen
XPeng meldet enttäuschende Q2-Zahlen und ruft 264.842 Fahrzeuge zurück. Analysten senken Kursziele, während die Robotik-Sparte Milliarden-Finanzierung erhält.

Kurz zusammengefasst
- Rückruf von 264.842 Elektrofahrzeugen
- Umsatz verfehlt Analystenerwartungen
- Barclays senkt Kursziel auf 14 Dollar
- Robotik-Sparte erhält 900 Millionen Dollar
XPeng muss in China 264.842 Elektrofahrzeuge zurückrufen. Grund sind Bedenken rund um die Notentriegelung der Türen, wie Reuters am Montag berichtete. Der Rückruf reiht sich in eine breitere Rückrufwelle chinesischer Hersteller ein und trifft den Konzern zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Denn erst am selben Tag hatte XPeng seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt – und die fielen schlechter aus als von Analysten erwartet. Der Umsatz lag bei 19,74 Milliarden Yuan, die Bruttomarge bei 20,7 Prozent. Der den Stammaktionären zurechenbare Nettoverlust erreichte laut Reuters 1,34 Milliarden Yuan und übertraf die Markterwartungen deutlich.
Auch der Ausblick auf das dritte Quartal enttäuschte: XPeng stellt einen Umsatz zwischen 21,7 und 23,4 Milliarden Yuan sowie Auslieferungen von 115.000 bis 121.000 Fahrzeugen in Aussicht – aus Sicht der Wall Street ein schwacher Wert. Die in den USA gelisteten Aktien gaben Reuters zufolge im vorbörslichen Handel nach.
Rückruf verschärft die Stimmungslage
Der Rückruf betrifft ein sicherheitsrelevantes Detail, das gerade im chinesischen Markt zuletzt verstärkt in den Fokus der Aufsichtsbehörden gerückt ist. Für Anleger ist die Häufung zweier negativer Nachrichten am selben Tag das eigentliche Problem: Statt die enttäuschenden Quartalszahlen isoliert einordnen zu können, sehen sie sich nun zusätzlich mit einem operativen Rückschlag konfrontiert, der Kosten und Reputation belasten kann.
Barclays reagierte bereits am Montag mit einer Kurszielsenkung auf 14,00 US-Dollar von zuvor 15,00 US-Dollar, das Rating Underweight bestätigte die Bank. Als Begründung nannte Barclays explizit die schwache Auslieferungsprognose für das dritte Quartal.
Lichtblicke bleiben, überzeugen den Markt aber nicht
Ganz ohne positive Nachrichten kam der Tag nicht aus: Die Robotik-Sparte des Konzerns sicherte sich in ihrer ersten Finanzierungsrunde mehr als 900 Millionen US-Dollar, angeführt von IDG Capital mit Beteiligung von Tencent und Alibaba.
Die Bewertung der Sparte liegt damit bereits über 6,3 Milliarden US-Dollar. Zudem meldete XPeng, dass die Auslandsauslieferungen im zweiten Quartal erstmals die Marke von 20.000 Einheiten überschritten und Auslandsmärkte ein Viertel des Umsatzes im ersten Halbjahr beisteuerten.
Mit dem Modell L03, das laut Unternehmen bei Markteinführung ein historisch hohes Bestellvolumen erzielte, soll das internationale Geschäft ab dem vierten Quartal weiter wachsen – Auslandsauslieferungen von über 40.000 Einheiten pro Quartal werden dann angepeilt.
Zusätzlich kündigte XPeng-Chef He Xiaopeng an, das SUV-Modell G9L werde im September in China offiziell starten, der Vorverkauf war bereits am 11. August angelaufen. Auch am Fahrassistenzsystem wird weitergearbeitet: Die zweite Generation des VLA-Modells soll ab Ende August ihr erstes größeres Update in China erhalten.
Kursreaktion spiegelt Unsicherheit
An der Börse zeigt sich die Gemengelage aus enttäuschendem Kerngeschäft und Robotik-Fantasie deutlich. Die Aktie schloss am Dienstag bei 9,95 Euro, nach einem Tagesgewinn von 4,2 Prozent – ein Zeichen dafür, dass ein Teil der schlechten Nachrichten bereits eingepreist war. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von 11 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat das Papier 45 Prozent verloren.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 24,40 Euro, erreicht im November, trennen die Aktie inzwischen 59 Prozent. Der Rückruf dürfte die Debatte um XPengs operative Stabilität in den kommenden Wochen weiter befeuern, während Anleger genau beobachten werden, ob die Robotik-Sparte tatsächlich zum eigenständigen Wertschöpfungstreiber wird.
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