XRP: 1,08 US-Dollar auf Tief seit November 2024

XRP fällt auf Jahrestief, doch institutionelle Zuflüsse und Rekord-Wallet-Zahlen deuten auf Akkumulation hin.

Redaktion Stock-World ·
Eine XRP-Münze, die in dunkles, digitales Wasser eintaucht, mit einem absteigenden Liniendiagramm im Hintergrund. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • XRP fällt auf tiefsten Stand seit November 2024
  • Institutionelle Zuflüsse in XRP-Fonds steigen
  • Rekordzahl an Whale-Wallets mit 10.000+ XRP
  • Netzwerkausbau trotz anhaltender Kursflaute

Rund 48 Prozent hat XRP innerhalb eines Jahres verloren. Am Freitag fiel der Token auf 1,08 US-Dollar – den tiefsten Stand seit November 2024. Der RSI liegt bei 23,2 Punkten, der Kurs damit massiv überverkauft.

Doch die Geschichte hat eine zweite Seite. Institutionelle Anleger kaufen, Wallets sammeln, und das Netzwerk baut aus. Es ist eine paradoxe Lage, die XRP derzeit prägt.

Liquidationswelle reißt Kurs nach unten

Der Ausverkauf war kein Sololauf. Mit rund 390 Milliarden Dollar verlor der gesamte Kryptomarkt binnen einer Woche an Wert. Bitcoin und Ether steuerten auf ihre größten Wochenverluste seit dem FTX-Kollaps im November 2022 zu. Fast sieben Milliarden Dollar an gehebelten Positionen wurden liquidiert.

XRP fiel am 5. Juni innerhalb einer Stunde von 1,17 auf 1,11 US-Dollar. Das Handelsvolumen schnellte auf 268,2 Millionen Token. Die Stimmung im Markt ist inzwischen in „extreme Angst“ gekippt.

Institutionen kaufen – Kurse ignorieren es

Trotz des Preissturzes flossen im Mai 2026 netto 131,94 Millionen Dollar in XRP-Fonds. Auch frische ETF-Zuflüsse von rund vier Millionen Dollar kamen hinzu – die kumulierten Zuflüsse liegen nahe 1,5 Milliarden.

Gleichzeitig schrumpfen die Bestände auf Börsen. Die Liquidität auf Binance fiel auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2020. Ein gefährliches Signal: Bei geringer Liquidität können selbst kleine Orders heftige Kurssprünge auslösen. Institutionelle Akkumulation ist langfristig bullisch, für die Preisstabilität ist sie kurzfristig eine Belastung.

Wale sammeln – Rekord bei den Wallets

Mehr als 25 Millionen XRP wurden in den vergangenen Tagen von Börsen abgezogen. Die Zahl der Whale-Wallets mit mindestens 10.000 XRP kletterte auf einen Rekordwert von 332.230 Adressen – ein klares Akkumulationssignal.

Auch die Aktivität im Netzwerk wächst. Die täglichen Transaktionen auf dem XRP Ledger stiegen im ersten Quartal 2026 um 35 Prozent auf 2,48 Millionen. Tokenisierte Real-World-Assets legten um 124 Prozent auf 2,25 Milliarden Dollar zu.

XRPL baut Infrastruktur aus – trotz Kursflaute

Im Mai 2026 schlossen JPMorgan, Ondo Finance, Mastercard und Ripple die erste grenzüberschreitende Rücknahme eines tokenisierten US-Treasury-Fonds auf dem XRP Ledger ab – innerhalb von fünf Sekunden, außerhalb der Bankgeschäftszeiten.

Die DTCC nahm Ripple Prime im März in ihr Teilnehmerverzeichnis auf. Für Oktober ist die Tokenisierung von Russell-1000-Aktien, ETFs und US-Staatsanleihen geplant. Ripple Prime sitzt in der Industriegruppe mit über 50 Firmen.

Ein neuer Protokollvorschlag namens „AMM Swappable Curves“ würde zudem den Automated Market Maker des XRP Ledgers aufrüsten. Drei neue Kurventypen sollen die Kapitaleffizienz verbessern. Konzentrierte Liquidität, die rund 60 Prozent des AMM-Volumens in großen DeFi-Ökosystemen ausmacht, fehlt dem XRPL bislang.

Der CLARITY-Act als Joker

Analysten sehen bei 1,09 bis 1,10 Dollar eine kritische Unterstützung. Die erste Erholungszone liegt bei 1,12 bis 1,13 Dollar. Der Trend bleibt bärisch, solange diese Marken nicht mit steigendem Volumen zurückerobert werden.

Am 1. Juni 2026 wurde der CLARITY Act aus dem Ausschuss gemeldet und liegt nun dem Senat zur Abstimmung vor. Der Zeitplan für die Debatte bleibt offen. Short-Positionen überwiegen derzeit Longs im Verhältnis von etwa 9 zu 1. Jeder positive Überraschungskatalysator könnte eine Short-Squeeze auslösen.

Das Kernproblem bleibt bestehen: Das Netzwerk bricht Transaktions- und Tokenisierungsrekorde, der Token verlor im ersten Quartal aber 27 Prozent und im Mai weitere 6,2 Prozent. Noch gewinnt der Preis die Oberhand.

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