XRP: 123 Millionen XRP von Börsen abgezogen
Großanleger ziehen Rekordmengen XRP von Börsen ab, während die ETF-Nachfrage erstmals nachlässt. Der Kurs verharrt nahe der 1-Dollar-Marke.

Kurz zusammengefasst
- Abflüsse von Börsen steigen um 200 Prozent
- XRP-ETFs verzeichnen ersten Nettoabfluss
- CLARITY-Abstimmung im Senat verzögert sich
- Kurs kämpft mit Widerstand bei 1,18 Dollar
Bei XRP driften zwei Signale gerade auseinander. Große Halter ziehen so viel Kapital von Börsen ab wie selten zuvor. Zeitgleich verzeichnen die neuen Spot-ETFs auf XRP ihren ersten Netto-Abfluss seit dem Start.
Der Kurs bewegt sich aktuell bei 1,11 US-Dollar, nach einem Tagesplus von 5,49 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 6,52 Prozent zu Buche, die letzten 30 Tage bleiben mit minus 8,15 Prozent aber klar negativ. Seit Jahresbeginn hat XRP fast die Hälfte seines Werts verloren, gemessen am 52-Wochen-Hoch von 3,65 US-Dollar sogar fast 70 Prozent.
Abflüsse von Börsen schnellen um 200 Prozent hoch
Am 22. Juni lagen die Abflüsse von Handelsplätzen noch bei rund 40,7 Millionen XRP. Inzwischen hat sich der Wert auf etwa 123 Millionen XRP verdreifacht — ein Plus von rund 200 Prozent binnen weniger Tage. Käufer scheinen Bestände gezielt aus dem Zugriff der Börsen zu holen.
Diese Bewegung passt nicht zum Kursverlauf. Der Token klebt weiterhin nahe seinen Mehrmonatstiefs, das jüngste 52-Wochen-Tief von 1,01 US-Dollar liegt erst wenige Tage zurück. Die Marke von 1 US-Dollar bleibt damit die entscheidende Unterstützung, die Händler im Juli im Blick behalten.
ETF-Nachfrage kühlt nach acht Wochen ab
Die XRP-ETFs hatten zuvor acht Wochen in Folge Nettozuflüsse verbucht. Allein in der Woche zum 26. Juni kamen fast 23 Millionen US-Dollar hinzu, kumuliert stehen die Fonds bei etwa 1,47 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen seit Start. Diese Dynamik hat XRP zuletzt eine breite Basis an institutioneller Nachfrage verschafft.
Diese Serie ist nun gerissen. Am 30. Juni verzeichneten die Fonds erstmals seit Wochen einen Nettoabfluss — passend zum Ende des zweiten Quartals. Institutionelles und privates Anlegerverhalten bewegen sich damit gerade in entgegengesetzte Richtungen, während der Kurs in seiner Spanne verharrt.
CLARITY Act verzögert sich über den 4. Juli hinaus
Ein regulatorischer Katalysator, auf den viele Marktteilnehmer gehofft hatten, lässt weiter auf sich warten. Ursprünglich rechneten Beobachter mit einer Abstimmung um den 4. Juli. Der Zeitplan hat sich verschoben: Der Senat kehrt Mitte Juli aus der Sitzungspause zurück, eine Abstimmung im Plenum gilt nun eher für Ende Juli oder Anfang August als wahrscheinlich.
Der CLARITY Act hatte den Bankenausschuss des Senats bereits am 14. Mai 2026 passiert. Alle Republikaner und zwei Demokraten stimmten damals im Ausschuss dafür. Der weitere Weg durch den Senat bleibt politisch aber unsicher, die Verhandlungen gelten als fließend. Die Verzögerung nimmt der aktuellen Akkumulationsphase einen möglichen kurzfristigen Auslöser.
Charttechnik bleibt eng begrenzt
Chartanalysten richten den Blick auf ein schmales Widerstandsband oberhalb des aktuellen Kurses. Die erste Hürde markiert das 0,382-Fibonacci-Level bei 1,178 US-Dollar. Der 20-Perioden-EMA bei etwa 1,22 US-Dollar liegt direkt darüber und hat jede jüngste Erholung gedeckelt — auch der aktuelle 50-Tage-Durchschnitt von 1,21 US-Dollar liegt in dieser Zone.
Eine Kostenbasis-Heatmap, die zeigt, wo Bestände zuletzt gekauft wurden, untermauert beide Marken. Rund 22,8 Millionen XRP wurden zwischen 1,18 und 1,19 US-Dollar erworben, weitere 27,4 Millionen XRP zwischen 1,21 und 1,22 US-Dollar. Diese Cluster stellen potenziellen Verkaufsdruck dar, den Käufer für einen nachhaltigen Ausbruch erst absorbieren müssten.
Nach unten hat die psychologische Marke von 1 US-Dollar bislang gehalten. Mehrere Analysten weisen aber darauf hin: Ein klarer Bruch dieser Marke könnte den Weg in Richtung 0,85 bis 0,90 US-Dollar öffnen.
Die Gemengelage bleibt vorerst ein Patt. Steigende Abflüsse von Börsen sprechen für Überzeugung bei langfristig orientierten Haltern, während die pausierende ETF-Nachfrage und der verschobene Senatstermin zwei kurzfristige Kurstreiber vorerst ausgeschaltet haben. Ob neue ETF-Zuflüsse oder ein konkreterer Senatstermin die Dynamik zurückbringen, entscheidet sich in den kommenden Wochen.
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