XRP: 1,5 Milliarden Dollar ETF-Zuflüsse
Institutionelle Investoren treiben XRP-ETF-Vermögen auf Rekordhoch, während der Kurs unter Druck bleibt und die Regulierung weiter unklar ist.

Kurz zusammengefasst
- XRP-ETFs erreichen 1,5 Milliarden Dollar Nettozuflüsse
- Intesa Sanpaolo baut Krypto-Position massiv aus
- CLARITY Act-Abstimmung auf September verschoben
- XRP-Kurs erholt sich leicht von 52-Wochen-Tief
Während der Kurs von XRP tief in der Verlustzone des Jahres verharrt, ziehen institutionelle Anleger weiter Kapital in die Spot-ETFs auf die Kryptowährung. Die kumulierten Nettozuflüsse dieser Fonds erreichten am Montag mit 1,5 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekordwert – ein Kontrast, der die Anlegerbasis zunehmend spaltet.
Institutionelle bauen Positionen aus
Allein am Montag flossen 592.470 US-Dollar netto in die Produkte, angeführt vom Bitwise XRP ETF mit rund 500 Millionen Dollar Volumen. Das gesamte verwaltete Vermögen der XRP-Spot-ETFs liegt inzwischen bei etwa 683,66 Millionen Dollar, verteilt auf Bitwise mit rund 243 Millionen, Canary mit rund 223 Millionen und Franklin mit rund 167 Millionen Dollar. Neue Offenlegungen zeigen, wie breit die Nachfrage inzwischen gestreut ist: Der Vermögensverwalter Gerber mit 592 Millionen Dollar verwaltetem Kapital meldete am Mittwoch 12.958 Anteile am Franklin XRP ETF, während Vista Finance mit rund 11,45 Millionen Dollar in denselben Fonds investiert ist. Auch kleinere Häuser wie Gallacher Capital und CPR Investment stockten ihre XRP-ETF-Positionen auf.
Noch deutlicher wird das institutionelle Engagement bei Intesa Sanpaolo. Italiens größte Bank verdoppelte ihre Krypto-Exponierung im ersten Quartal von rund 100 auf etwa 235 Millionen Dollar und baute dabei eine neue Position von 712.319 Anteilen am Grayscale XRP Trust auf – ursprünglich rund 18 Millionen Dollar wert, inzwischen auf etwa 26 Millionen Dollar gestiegen. Ripple hatte der Bank bereits im April Verwahrdienste zugesagt. Auf der Handelsebene zeigt sich ein ähnliches Muster: Große Wallets bauten ihre Bestände in den vergangenen fünf Wochen um 2,8 Prozent aus, während Kleinanleger im selben Zeitraum 5,2 Prozent abgaben.
CLARITY Act bleibt im Senat hängen
Parallel zur ETF-Nachfrage bestimmt die politische Unsicherheit das Sentiment. Der US-Senat vertagte die Abstimmung über den CLARITY Act, der die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC für digitale Rohstoffe neu ordnen soll, vor der Sommerpause auf September. Sieben demokratische Senatoren, darunter Cortez Masto und Warner, lehnen den Entwurf wegen unzureichender Ethikregeln ab. Goldman-Sachs-Chef David Solomon sprach sich in einem Interview mit Politico für das Gesetz aus, während Bankenverbände vor den geplanten Stablecoin-Regeln warnen. Als Reaktion auf die Verzögerung prüfen SEC und CFTC mit dem Projekt „Project Crypto“ bereits administrative Alternativen zur Gesetzgebung.
Die Nachricht von der Vertagung schickte XRP am Mittwoch um rund 5 Prozent auf 1,06 Dollar. Die Erholung setzte am heutigen Donnerstag ein: Der Kurs notiert aktuell bei 1,08 Dollar und legt im Tagesvergleich um 1,51 Prozent zu. Das ist etwas mehr als 7 Prozent oberhalb des erst am 26. Juni markierten 52-Wochen-Tiefs von 1,01 Dollar – ein Hinweis darauf, dass die Marke um die 1-Dollar-Grenze weiterhin als Unterstützung fungiert.
Technisches Bild bleibt angeschlagen
Trotz der jüngsten Erholung bleibt das Chartbild belastet. XRP notiert rund 21 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 1,37 Dollar, was auf einen intakten mittelfristigen Abwärtstrend hindeutet. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von gut 5 Prozent zu Buche, während sich der Kurs seit Jahresbeginn um mehr als 42 Prozent verbilligt hat. Das offene Interesse an XRP-Terminkontrakten auf Binance ist am Donnerstag auf rund 369,6 Millionen Dollar gefallen – der niedrigste Stand seit 2024, was auf nachlassende Spekulation im Terminmarkt hindeutet.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Institutionelles Kapital fließt über ETFs und Direktbestände beständig nach, während die regulatorische Hängepartie um den CLARITY Act und ein technisch angeschlagenes Chartbild kurzfristig für Zurückhaltung sorgen. Ob die Rekordzuflüsse mittelfristig die Oberhand über die politische Unsicherheit gewinnen, dürfte sich mit der für September avisierten Senatsabstimmung entscheiden.
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