XRP: 17. Juli für CLARITY Act
Der CLARITY Act könnte XRP als Ware einstufen, doch die Verabschiedungswahrscheinlichkeit sinkt. Institutionen wie T. Rowe Price setzen trotzdem auf den Token.

Kurz zusammengefasst
- CLARITY Act vor parlamentarischer Sommerpause
- Verabschiedungswahrscheinlichkeit sinkt auf 31 Prozent
- T. Rowe Price startet Krypto-ETF mit XRP-Anteil
- XRP-Wale kaufen 70 Millionen Token zu
Am 17. Juli 2026 hat der Handelsausschuss des US-Repräsentantenhauses in New York eine Feldanhörung zum CLARITY Act abgehalten – unter dem Titel „Building the Future of Finance: How the CLARITY Act Unlocks Innovation“. Der Termin markiert den letzten Anlauf vor der parlamentarischen Sommerpause und ist für XRP-Anleger von zentraler Bedeutung, weil das Gesetz den Token gesetzlich als Ware (Commodity) einstufen und der Aufsicht der CFTC statt der SEC unterstellen würde.
Die Marktstimmung dazu hat sich binnen weniger Wochen deutlich eingetrübt. Auf der Prognoseplattform Polymarket sank die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung noch 2026 auf rund 31 Prozent – im Februar hatten Wetter noch 82 Prozent, Anfang Mai 74 Prozent für eine Umsetzung des Gesetzes eingepreist. Der Abgeordnete William Timmons bezeichnete den Stand der Gesetzgebung zwar als „auf der 1-Yard-Linie“, doch im Senat hakt es. Ohne strengere Ethikregeln für Regierungsvertreter werde es keine demokratischen Stimmen geben, machte Senator Ruben Gallego deutlich. Sieben demokratische Stimmen braucht das Lager um die Republikaner für die nötige 60-Stimmen-Mehrheit. Die Debatte entzündet sich auch an den Kryptoeinnahmen von Präsident Trump, die sich 2025 auf bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar summiert haben sollen – Trump hatte sich am 16. Juli mit Senatoren getroffen, um für das Gesetz zu werben. Die Analysten von Standard Chartered nennen für den Fall einer Verabschiedung ein Kursziel von 2,80 US-Dollar für XRP, warnen im gegenteiligen Szenario aber vor einem Abrutschen unter die Marke von 1 US-Dollar.
Institutionelles Kapital trotz schwacher Kursentwicklung
Während die Politik zögert, positionieren sich Vermögensverwalter bereits. Der 1,89 Billionen US-Dollar schwere Vermögensverwalter T. Rowe Price hat am 16. Juli seinen ersten aktiv gemanagten Multi-Token-Krypto-ETF namens TKNZ an der NYSE Arca gestartet. Von den anfänglich rund 15 Millionen US-Dollar verwalteten Mitteln entfallen 9,37 Prozent auf XRP – nach Bitcoin (40,75 Prozent), Ethereum (18,42 Prozent) und BNB (11,01 Prozent) die viertgrößte Position noch vor Solana. Fondsmanagerin Blue Macellari verwaltet das Produkt aktiv, verwahrt wird es bei Anchorage Digital Bank. Die Gebühr liegt bis Mai 2027 bei 0,75 Prozent und steigt danach auf 0,90 Prozent. Bemerkenswert: Frühere passive Krypto-Basket-ETFs kamen laut Marktbeobachtern insgesamt nur auf 161 Millionen US-Dollar Volumen, verglichen mit 13,6 Milliarden US-Dollar bei Single-Asset-Produkten – TKNZ soll nun zeigen, ob aktives Management das ändern kann.
Auch auf der Blockchain selbst mehren sich Zeichen für Zuversicht großer Halter. Zwischen dem 11. und 15. Juli haben XRP-Wale rund 70 Millionen Token zugekauft, ihre gemeinsamen Bestände stiegen von 3,77 auf 3,83 Milliarden XRP. Gleichzeitig sind die Bestände auf Handelsplätzen auf ein Mehrjahrestief gefallen – ein Hinweis darauf, dass Token aus dem unmittelbaren Verkaufsdruck abgezogen werden.
Kursbild bleibt angespannt
Der Kurs selbst spiegelt diese Zuversicht bislang nicht wider. XRP notiert aktuell bei 1,09 US-Dollar und verliert am Tag 1,91 Prozent. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 1,14 US-Dollar beträgt der Abstand 4,32 Prozent nach unten, was auf einen kurzfristig angeschlagenen Trend hindeutet. Deutlicher noch fällt der Blick auf das 52-Wochen-Hoch aus: Mit 70,11 Prozent Abstand zum Rekordwert von 3,65 US-Dollar aus dem Juli 2025 liegt XRP tief unter seinem Zyklushoch.
Auf technischer Ebene tut sich derweil etwas an der zugrunde liegenden Infrastruktur. Das XRP Ledger überschritt am 17. Juli die Marke von 8 Millionen aktivierten Konten, wobei täglich rund 25.350 Adressen aktiv sind – auch KI-Agenten eröffnen inzwischen über den x402-Standard eigenständig Konten. Parallel arbeitet Ripple an sogenannten Confidential Transfers für das Ledger, die Transaktionsbeträge mittels Zero-Knowledge-Proofs verschlüsseln sollen, während ein KI-gestütztes Red Team im Vorfeld mehr als zehn Programmfehler identifizierte. Das Zahlungsgeschäft von Ripple hat nach eigenen Angaben bereits ein Volumen von über 100 Milliarden US-Dollar abgewickelt. Analysten von Bitrue Research sehen für XRP bis September 2026 eine Basisspanne von 1,80 bis 2,00 US-Dollar, im optimistischen Szenario sogar 2,25 bis 2,50 US-Dollar – Prognosen, die stark davon abhängen, ob der CLARITY Act die parlamentarische Sommerpause noch übersteht.
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