XRP: 42 Prozent Minus trotz Regulierungs-Durchbruch
Trotz wichtiger EU-Lizenz und Clearstream-Verwahrung fällt der XRP-Kurs. Anleger nehmen Gewinne mit, der Token testet wichtige Unterstützung.

Kurz zusammengefasst
- Clearstream nimmt XRP in Verwahrung auf
- Ripple erhält Kryptolizenz in Luxemburg
- Tokenisierte Werte erreichen vier Milliarden Dollar
- Kurs rutscht Richtung Jahrestief bei 1,01 Dollar
Starke Nachrichten, schwacher Kurs. Bei XRP klaffen Realität und Stimmung aktuell weit auseinander. Ripple sichert sich eine entscheidende europäische Lizenz. Im gleichen Schritt nimmt Clearstream den Token in die Verwahrung auf. Die Quittung der Anleger: Gewinnmitnahmen. Aktuell notiert XRP bei rund 1,09 US-Dollar. Auf Jahressicht summiert sich der Verlust damit auf fast 42 Prozent.
Europas Türen öffnen sich
Der Post-Trade-Dienstleister Clearstream hat XRP offiziell in sein reguliertes Verwahrangebot aufgenommen. Die Tochter der Deutschen Börse ermöglicht institutionellen Investoren damit einen direkten Marktzugang. Das Angebot erfüllt die strengen europäischen MiCA-Richtlinien vollumfänglich.
Parallel dazu meldet Ripple einen regulatorischen Durchbruch in Luxemburg. Die dortige Finanzaufsicht CSSF hat dem Unternehmen eine umfassende Kryptolizenz erteilt. Damit kann Ripple seine Dienste im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anbieten. Kurz gesagt: ein strategischer Etappensieg.
Tokenisierung erreicht Milliardenmarke
Abseits der Regulierung wächst das Netzwerk rasant. Auf dem XRP Ledger liegen mittlerweile tokenisierte Vermögenswerte im Wert von rund vier Milliarden US-Dollar. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 150 Millionen US-Dollar. Damit gehört das Netzwerk weltweit zu den vier größten Tokenisierungs-Plattformen.
Auch Banken testen die Infrastruktur intensiv. JP Morgan, Mastercard und Ondo wickelten kürzlich eine Treasury-Rücknahme über den Ledger ab. Die Transaktion dauerte lediglich vier Sekunden. Bereits Ende März investierte die italienische Intesa Sanpaolo 18 Millionen US-Dollar in XRP. Das zeigt ein wachsendes Vertrauen im Bankensektor.
Kurs rutscht Richtung Jahrestief
Trotz dieser Fundamentaldaten rutscht der Kurs ab. Spot-ETFs auf XRP verzeichneten zwar acht Wochen in Folge Nettozuflüsse. Insgesamt sammelten die Fonds knapp 1,5 Milliarden US-Dollar ein. Allerdings endete diese Serie am Dienstag mit dem ersten Tag ohne neues Kapital.
Charttechnisch wird die Luft nun dünner. Der Kurs testet nach dem Rücksetzer die wichtige Unterstützung bei 1,11 US-Dollar. Fällt XRP weiter, droht ein Test des psychologischen Bodens bei 1,01 US-Dollar. Dies entspricht exakt dem bisherigen 52-Wochen-Tief. Bricht der Token unter dieses Niveau, trübt sich das mittelfristige Chartbild massiv ein.
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