XRP: 70 Prozent Minus seit Juli 2025
Ripple erhält vorläufige CASP-Lizenz in Luxemburg, während der XRP-Kurs nahe dem Jahrestief notiert.

Kurz zusammengefasst
- Vorläufige CASP-Lizenz von CSSF erteilt
- XRP-Kurs fällt auf 1,07 US-Dollar
- Großinvestor eröffnet 30,9 Mio. Dollar Long-Position
- Neue Server-Version senkt Speicherbedarf um 40%
Ripple hat in Europa einen wichtigen regulatorischen Schritt gemacht. Der Kurs von XRP interessiert das kaum.
Am 23. Juni 2026 erteilte die luxemburgische Finanzaufsicht CSSF Ripple eine vorläufige CASP-Lizenz. Damit darf das Unternehmen nach Abschluss des Verfahrens regulierte Krypto- und Stablecoin-Zahlungsdienste in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Ab dem 1. Juli 2026 endet die MiCA-Übergangsfrist. Nicht lizenzierte Anbieter müssen dann ihren Betrieb in der EU einstellen.
Regulatorischer Rückenwind, charttechnischer Gegenwind
Ripple hält bereits mehr als 75 Lizenzen weltweit. Die neue CASP-Genehmigung ergänzt eine bestehende E-Geld-Institut-Lizenz und öffnet theoretisch einen Markt mit 450 Millionen Menschen. Für Banken, Fintechs und Konzerne in Europa will Ripple künftig als Zahlungsinfrastruktur dienen.
Der XRP-Kurs spiegelt diese Fortschritte nicht wider. Mit rund 1,07 US-Dollar notiert XRP knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 1,05 Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Kryptowährung fast 43 Prozent verloren. Gegenüber dem Hoch von 3,65 Dollar im Juli 2025 sind es sogar gut 70 Prozent.
Technisch sieht das Bild düster aus. XRP handelt deutlich unterhalb seiner 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitte. Analysten beobachten das Fibonacci-Level bei 1,09 Dollar als kritische Unterstützung. Hält diese Zone nicht, drohen weitere Verluste in Richtung 0,87 bis 0,90 Dollar. Der RSI liegt bei 33,5 — nahe überverkauftem Terrain, aber noch kein klares Umkehrsignal.
Wale kaufen, Sentiment bricht ein
Interessant ist, was gleichzeitig auf der Blockchain passiert. Ein einzelner Großinvestor eröffnete kürzlich eine Long-Position im Volumen von 30,9 Millionen Dollar — mit 20-facher Hebelwirkung. Die Zahl der Wallets mit mehr als einer Million XRP erreichte mit 332.230 einen Rekordstand.
Das Marktsentiment erzählt eine andere Geschichte. Der Crypto Fear & Greed Index fiel auf 23 — das entspricht „extremer Angst“.
Institutionelle Signale und technische Updates
Auf institutioneller Seite demonstrierte Ripple die Praxistauglichkeit seines XRP Ledgers. In Zusammenarbeit mit JPMorgan, Mastercard und Ondo Finance wickelte das Unternehmen eine tokenisierte US-Staatsanleihe ab. Die Abrechnung über Ripples RLUSD-Stablecoin dauerte weniger als fünf Sekunden.
Die Infrastruktur selbst wurde ebenfalls aufgewertet. Die Mitte Juni aktivierte Server-Version 3.2.0 — nun unter dem Namen „xrpld“ — reduziert den Speicherbedarf um bis zu 40 Prozent.
In den USA kommt ab dem 1. Juli 2026 ein weiterer regulatorischer Termin hinzu. Kaliforniens Digital Financial Assets Law tritt dann in Kraft. Ripple arbeitet aktiv daran, Anpassungen an den Vorschriften zu erreichen, um doppelte Lizenzanforderungen für RLUSD und seine Zahlungsdienste zu vermeiden. Ob das gelingt, entscheidet mit darüber, wie reibungslos Ripple seinen US-Betrieb weiterführen kann.
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