XRP: 832 Prozent Liquidationen in einer Woche
Ripple wächst mit Stablecoin RLUSD und neuen Lizenzen, während der XRP-Kurs nahe des Jahrestiefs verharrt.
Kurz zusammengefasst
- XRP fällt auf 52-Wochen-Tief
- RLUSD-Angebot übertrifft Ethereum
- Japan erkennt RLUSD offiziell an
- Ripple erhält Lizenz in Luxemburg
Bei Ripple klaffen Anspruch und Marktrealität derzeit weit auseinander. Das Ökosystem wächst rasant und sichert sich wichtige Lizenzen in Europa und Asien. Der XRP-Kurs erzählt eine andere Geschichte. Die Kryptowährung stemmt sich massiv gegen den Absturz unter die psychologisch wichtige Marke von einem US-Dollar.
Aktuell notiert XRP bei 1,04 US-Dollar. Ein dramatischer Einbruch. Seit Jahresbeginn hat der Coin rund 44 Prozent an Wert verloren. Erst am vergangenen Mittwoch markierte der Kurs bei 1,01 US-Dollar ein neues 52-Wochen-Tief.
Auch am Terminmarkt wächst der Druck. Die Liquidationen von Long-Positionen schossen in der vergangenen Woche um 832 Prozent nach oben. Das offene Interesse fiel zeitgleich von 1,18 Milliarden auf 1,04 Milliarden US-Dollar. Anleger ziehen Kapital ab.
RLUSD überholt Ethereum
Abseits der Kursverluste feiert Ripple einen wichtigen Meilenstein. Das Angebot des hauseigenen Stablecoins RLUSD auf dem XRP Ledger übersteigt erstmals das Volumen auf der Ethereum-Blockchain. Konkret liegen 810 Millionen US-Dollar auf dem nativen Netzwerk. Ethereum kommt auf 760 Millionen US-Dollar.
Rückenwind kommt aus Asien. Die japanische Finanzaufsicht erkennt RLUSD nun offiziell als Zahlungsmittel an. Die Börse SBI VC Trade plant bereits den Handel. Das stärkt die Position im asiatischen Raum erheblich.
Fokus auf reale Vermögenswerte
Ripple will zudem institutionelle Gelder anziehen. Dafür führt das Netzwerk sogenannte Multi-Purpose Tokens ein. Diese nutzen kryptografische Beweise, um Transaktionen und Kontostände privat zu halten. Banken fordern genau diese Vertraulichkeit.
Das Ziel: Der XRP Ledger will im Markt für tokenisierte Vermögenswerte aufholen. Aktuell verwaltet Konkurrent Stellar hier rund drei Milliarden US-Dollar. Ripple kommt lediglich auf 330 Millionen US-Dollar. Die neuen Tokens sollen diese Lücke schließen.
Lizenzen und US-Gegenwind
In Europa sichert sich Ripple strategische Vorteile. Die luxemburgische Finanzaufsicht erteilte eine vorläufige Zulassung als Krypto-Dienstleister. Zusammen mit bestehenden Lizenzen bereitet sich das Unternehmen auf die MiCA-Verordnung vor. Ab dem 1. Juli will Ripple in 30 europäischen Ländern reguliert operieren.
In den USA trübt sich die Lage indes ein. Die Chancen für den CLARITY Act sinken. Dieses Gesetz sollte XRP als digitalen Rohstoff einstufen. Auf Prognosemärkten fiel die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung auf 42 Prozent. Der Widerstand der Bankenlobby bremst den Prozess kurz vor der Sommerpause aus.
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