XRP: AMM v2-Standard für flexible Pools
Der XRP Ledger plant mit AMM v2 flexiblere DeFi-Funktionen, während der Kurs unter 1,32 Dollar notiert und ETF-Zuflüsse steigen.

Kurz zusammengefasst
- Neuer AMM-Standard für flexible Pools
- Kurs kämpft mit der 1,30-Dollar-Marke
- XRP-ETFs mit Rekordzuflüssen im Mai
- Amendment-Prozess erfordert 80 Prozent Zustimmung
Der XRP Ledger arbeitet am nächsten großen DeFi-Schritt. Die Foundation hat einen Standard für AMM v2 vorgelegt, der den dezentralen Handel auf dem Netzwerk deutlich flexibler machen soll. Der Zeitpunkt ist heikel: XRP kämpft weiter mit Kursdruck und der Marke um 1,30 Dollar.
Das macht die Lage interessant. Technisch rückt der XRPL näher an große DeFi-Ökosysteme heran. Am Markt fehlt der Beweis, dass diese Fortschritte schon Nachfrage nach XRP selbst erzeugen.
AMM v2 soll Liquidität effizienter machen
Der neue Entwurf trägt den Namen „AMM Swappable Curves“. Er erweitert das Modell des automatisierten Market Makers um neue Pool-Kurven. Geplant sind Constant Product, Concentrated Liquidity und StableSwap.
Das Ziel: Liquiditätsanbieter sollen ihre Preislogik selbst wählen können. Für volatile Handelspaare bleibt das klassische Modell sinnvoll. Für stabile oder eng korrelierte Assets können StableSwap-Pools dagegen engere Spreads und geringere Slippage bringen.
Gerade für institutionelles DeFi ist das wichtig. Auf dem XRP Ledger liegen bereits tokenisierte Real-World-Assets im Wert von mehr als 3 Milliarden Dollar. Dazu zählt auch ein jüngerer Pilot von Ripple und JPMorgan.
Concentrated Liquidity ist in großen DeFi-Ökosystemen längst Standard. Rund 60 Prozent des AMM-Volumens laufen inzwischen über Varianten dieses Modells. Dem XRPL fehlte diese Funktion seit dem Start seines nativen AMM im Jahr 2024.
Aktivierung braucht Geduld
Der Vorschlag ist noch kein Live-Feature. Er muss erst den Amendment-Prozess des XRP Ledgers durchlaufen. Dafür braucht ein Amendment mindestens 80 Prozent Zustimmung der Validatoren über zwei aufeinanderfolgende Wochen.
Damit ist der Zeitplan offen. Selbst ein technisch überzeugender Entwurf kann Monate brauchen, bis er im Netzwerk ankommt. Für XRP hängt der direkte Markteffekt deshalb nicht nur am Konzept, sondern an der tatsächlichen Aktivierung.
Parallel dazu läuft die Pflege der Basisinfrastruktur weiter. Im Mai 2026 ging das Amendment FixCleanup3_1_3 live. Es bringt Korrekturen für abgelaufene NFT-Angebote, Permissioned Domains, Vault-Abhebungen und die Kreditbuchhaltung.
Validatoren müssen ihre Nodes aktualisieren, um den Betrieb stabil zu halten. Die nächste größere Softwareversion XRPL 3.2.0 befindet sich bereits in aktiver Entwicklung. Der Fokus liegt damit klar auf Resilienz und technischer Reife.
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ETF-Zuflüsse gegen schwachen Chart
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. XRP notiert aktuell bei 1,32 Dollar und liegt seit Jahresanfang 29,66 Prozent im Minus. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt der Rückgang 41,97 Prozent.
Auch die kurzfristige Lage bleibt angespannt. Über sieben Tage steht ein Minus von 3,77 Prozent, über 30 Tage sind es 4,39 Prozent. Der Kurs liegt zudem unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,40 Dollar.
In der jüngsten Handelsspanne fiel XRP von 1,3267 auf 1,2993 Dollar. Kurzzeitig erreichte der Kurs 1,2931 Dollar. Besonders stark war der Verkaufsdruck, als 64 Millionen XRP in einer Stunde gehandelt wurden.
Der Bruch unter 1,3150 Dollar war dabei ein klares Warnsignal für kurzfristige Trader. Derivate-Daten zeigen nachlassendes Futures-Interesse. On-Chain-Flows deuten dagegen weiter auf längerfristige Akkumulation hin.
Diese Divergenz zeigt sich auch bei den ETF-Produkten. XRP-ETFs verzeichneten in der Woche bis zum 15. Mai Zuflüsse von 60,5 Millionen Dollar. Das war ein Wochenrekord für 2026.
Währenddessen verloren Bitcoin-Produkte in derselben Periode 1 Milliarde Dollar. Ethereum-Produkte gaben 255 Millionen Dollar ab. XRP stach damit im ETF-Markt klar positiv heraus.
Seit dem Start der Spot-XRP-ETFs im November 2025 summieren sich die Nettozuflüsse auf 1,41 Milliarden Dollar. Im Mai kamen bereits 118,29 Millionen Dollar hinzu. Damit liegt der Monat über den 81,59 Millionen Dollar aus April.
Die Zusammensetzung bleibt aber ein Knackpunkt. Privatanleger stellen 84 Prozent der XRP-ETF-Zuflüsse. Größeres institutionelles Kapital wartet weiter auf regulatorische Klarheit durch den CLARITY Act.
Technisch bleibt die Zone um 1,30 Dollar zentral. Eine Rückeroberung würde den Druck mindern und den Widerstand bei 1,45 Dollar wieder näher rücken. Scheitert XRP dort, rückt die Mitte der 1,20er-Dollar-Zone in den Blick.
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