XRP: CLARITY-Abstimmung am 15. September

XRP notiert nahe 52-Wochen-Tief, während Ripple-CEO in Jackson Hole spricht. Entscheidend bleibt die CLARITY-Abstimmung im September.

Redaktion Stock-World ·
Ein polierter Metall-Token auf einem minimalistischen Konferenztisch in einem hellen Büro. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • XRP nahe 52-Wochen-Tief
  • Ripple-CEO spricht in Jackson Hole
  • CLARITY-Abstimmung am 15. September
  • Institutionelle ETF-Zuflüsse stark gesunken

XRP notiert aktuell bei 0,9924 US-Dollar und damit nur noch 0,4 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 0,9887 Dollar, erreicht am vergangenen Wochenende. Die Kryptowährung ringt seit Tagen um die psychologisch wichtige Ein-Dollar-Marke – und die kommende Woche dürfte darüber entscheiden, ob sich das Blatt wendet.

Ripple-Chef spricht in Jackson Hole

Ripple-CEO Brad Garlinghouse tritt am Dienstag beim Wyoming Blockchain Symposium in Jackson Hole auf. Die 15-minütige Session mit dem Titel „Modernizing Financial Infrastructure“ wird von CNBC-Journalistin Tanaya Macheel moderiert. Neben Garlinghouse sprechen bei der viertägigen Veranstaltung auch SEC-Chef Paul Atkins sowie die Senatoren Tim Scott und Cynthia Lummis.

Mehrere Berichte stellen ausdrücklich klar: Ein neues XRP-Produkt oder eine konkrete Ankündigung ist von dem Auftritt nicht zu erwarten. Zusätzlich kursieren im Umfeld der Veranstaltung Werbeversprechen, wonach XRP-Halter angeblich täglich 8.000 Dollar verdienen könnten – diese Behauptungen gelten als unbestätigt und dürften eher Marketingzwecken dienen.

Parallel dazu trifft sich US-Präsident Trump am Mittwoch im Weißen Haus mit Vertretern der Krypto- und Prognosemarkt-Branche, darunter auch Ripple. Am Donnerstag tagt zudem der Innovationsausschuss der Aufsichtsbehörde CFTC. Die Häufung politischer Termine in dieser Woche lässt Marktteilnehmer aufhorchen, auch wenn direkte XRP-spezifische Beschlüsse bislang nicht angekündigt sind.

CLARITY Act bleibt der entscheidende Hebel

Für die mittelfristige Kursentwicklung von XRP ist die Regulierung in den USA der zentrale Faktor. Der sogenannte CLARITY Act, der digitale Vermögenswerte rechtlich einordnen soll, steckt im Senat fest.

Eine Cloture-Abstimmung ist für den 15. September angesetzt, für die 60 Stimmen nötig sind – 53 Republikaner müssten dafür sieben Demokraten überzeugen. Der ehemalige Vorsitzende des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus, Patrick McHenry, äußerte sich gegenüber Bloomberg optimistisch, dass das Gesetz noch in diesem Jahr verabschiedet wird.

Das Analysehaus Galaxy Research sieht die Wahrscheinlichkeit für 2026 dagegen nur bei rund zehn Prozent. Die Bankenlobby warnt zudem vor möglichen Abflüssen aus Stablecoins, sollte das Gesetz in seiner aktuellen Form kommen – McHenry widerspricht dieser Einschätzung.

Auch die SEC selbst sorgt für Unsicherheit: Ein für den 14. August angesetztes Treffen zur Krypto-Regulierung wurde kurzfristig abgesagt, offiziell mit Verweis auf die laufenden CLARITY-Verhandlungen.

Institutionelles Geld fehlt

Während Ripple auf Unternehmensebene weiter expandiert – dazu zählen die im Dezember 2025 erteilte bedingte Genehmigung der Bankaufsicht OCC für eine Ripple National Trust Bank sowie die Einbindung in einen britischen Plan zur Tokenisierung von Repo-Geschäften, Anleihen und Fonds –, bleibt die Nachfrage institutioneller Investoren schwach.

Die Zuflüsse in XRP-gebundene ETFs sind im August bislang auf nur rund 3,27 Millionen Dollar eingebrochen, nachdem sie im Mai noch einen Rekord von über 130 Millionen Dollar erreicht hatten. Whale-Zuflüsse an die Handelsbörse Binance fielen im Drei-Monats-Durchschnitt auf das niedrigste Niveau seit 2021.

Der Kurs bewegt sich derzeit 7,9 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,08 Dollar – ein Zeichen, dass der kurzfristige Trend nach unten zeigt. Sollte die Ein-Dollar-Marke nachhaltig unterschritten werden, sehen mehrere Marktbeobachter Unterstützungszonen bei 0,90 und 0,80 Dollar als nächste Ziele.

Für Anleger dürfte damit weniger der Auftritt in Jackson Hole selbst, sondern die politische Großwetterlage rund um CLARITY Act und Regulierungsbehörden den Ausschlag geben.

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