XRP: CLARITY-Abstimmung steht am 15. September an
Ripple gibt eine Milliarde XRP frei, während Goldman Sachs investiert. Stablecoin-Wachstum und US-Regulierung prägen den weiteren Ausblick.
Kurz zusammengefasst
- Eine Milliarde XRP planmäßig entsperrt
- Goldman Sachs hält XRP-ETF-Positionen
- RLUSD überschreitet eine Milliarde Dollar
- Senatsvotum zum CLARITY Act folgt
Ripple entsperrt heute planmäßig eine Milliarde XRP aus seinem Treuhandprogramm auf dem XRP Ledger. Der monatliche Vorgang ist seit Jahren fester Bestandteil des Tokenomics-Systems, dennoch richten Anleger den Blick auf mögliche Verkaufsdrucke, sobald die Token aus dem Escrow freigegeben werden. Der Kurs notiert aktuell bei 1,37 US-Dollar und gibt am heutigen Tag um 1,4 Prozent nach.
Historisches Muster spricht für September
Der Analyst Xaif Crypto verweist laut U.Today darauf, dass XRP seit 2018 fünf von acht Septembermonaten mit einem Plus abgeschlossen habe, bei einer durchschnittlichen Monatsrendite von 12,19 Prozent. Diese saisonale Statistik ersetzt keine fundamentale Analyse, liefert aber einen Anhaltspunkt dafür, warum Marktteilnehmer die Freigabe bislang gelassen aufnehmen.
Auf Wochensicht steht XRP dennoch mit 7,5 Prozent im Minus, während sich der Kurs auf Monatssicht um 29 Prozent erholt hat – ein Hinweis darauf, dass kurzfristige Rücksetzer die mittelfristige Erholungsbewegung bislang nicht gebrochen haben.
Institutionelles Interesse und wachsende Stablecoin-Basis
Zusätzlichen Rückenwind liefert eine Pflichtmitteilung: Aus einer 13F-Meldung geht laut U.Today hervor, dass Goldman Sachs Positionen in XRP-ETFs im Wert von mehr als 86 Millionen US-Dollar hält.
Parallel dazu meldete das Ripple-Ökosystem, dass der auf dem XRP Ledger emittierte Stablecoin RLUSD die Marke von einer Milliarde US-Dollar im Umlauf überschritten hat. Beide Entwicklungen deuten auf eine zunehmende Verankerung des Netzwerks im institutionellen Finanzsystem hin, unabhängig vom kurzfristigen Kursverlauf.
Auf technischer Ebene des Ledgers selbst tut sich ebenfalls etwas: Das Amendment-Paket fixCleanup3_3_0 hat bereits 82,86 Prozent der Validator-Zustimmung erreicht. Eine Aktivierung im Mainnet ist frühestens am 11. September möglich.
Regulatorik bleibt der eigentliche Kurstreiber
Die US-Börsenaufsicht SEC hat mit dem Vorschlag einer „Regulation Crypto Assets“ ein mögliches Rahmenwerk für Investment-Contract-Fragen bei Kryptowerten vorgelegt.
Der Entwurf sieht unter anderem einen bedingten Schutzmechanismus vor: Kann ein Emittent nachweisen, dass zuvor versprochene „wesentliche Managementleistungen“ dauerhaft eingestellt wurden, könnte der betroffene Krypto-Vermögenswert aus dem Investment-Contract-Rahmen herausfallen. Die Kommission hatte bereits am 14. August über die Veröffentlichung des Vorschlags zur öffentlichen Kommentierung abgestimmt.
Noch bedeutsamer für XRP dürfte die kommende Abstimmung im US-Senat sein. Am 15. September steht laut 24/7 Wall St. eine Abstimmung über den CLARITY Act an, der XRP nach Bundesrecht als Rohstoff einstufen würde. Die Erfolgsaussichten gelten allerdings als gering: Crypto.news berichtet unter Verweis auf die Prognoseplattform Polymarket von lediglich 16 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Sperrminoritäts-Abstimmung.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Kurzfristig dominieren die heutige Token-Freigabe und die saisonale Statistik die Stimmung, während die eigentliche Weichenstellung erst mit der Senatsabstimmung Mitte September fallen dürfte. Bis dahin bleibt der Token zwischen technischer Erholung und regulatorischer Unsicherheit gefangen.
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