XRP: fixCleanup3_2_0 mit 85,71% Validator-Zustimmung live
Das XRP Ledger erhält ein technisches Update zur Fehlerbehebung, während Ripple mit neuen Stablecoin-Angeboten und Partnerschaften expandiert. Der Kurs bleibt jedoch unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Amendment fixCleanup3_2_0 live geschaltet
- Ripple Mint für Stablecoin RLUSD gestartet
- XRP ETFs überschreiten Milliardenmarke
- Kurs fällt unter 50-Tage-Durchschnitt
Während XRP bei rund 1,07 US-Dollar handelt, aktiviert die XRP Ledger heute ein technisches Update mit klarem institutionellem Fokus. Das Amendment „fixCleanup3_2_0“ ging um 09:57 UTC live, nachdem es 85,71 Prozent Validator-Zustimmung erhalten hatte. Parallel dazu benennt sich die Referenz-Software des Netzwerks von „rippled“ in „xrpld“ um.
Was das Update konkret ändert
Die Aktualisierung behebt Rundungsfehler im nativen Lending-Protokoll und in den Single Asset Vaults. Das sichert mathematische Konsistenz bei Transaktionen mit hohem Volumen. Zusätzlich löst das Amendment Probleme in der genehmigungspflichtigen Decentralized Exchange und verbessert den Umgang mit Multi-Purpose Tokens.
Diese Korrekturen zielen auf Stabilität. Je mehr komplexe Finanzinstrumente und institutionelle Liquiditätspools auf der XRPL laufen, desto wichtiger werden solche Detailarbeiten im Hintergrund.
Ripple baut das Stablecoin-Geschäft aus
Das technische Update fällt in eine Phase institutioneller Expansion. Am 23. Juli startete Ripple mit „Ripple Mint“ eine Plattform, über die Finanzinstitute den Stablecoin RLUSD per Web-Interface oder API erstellen und verwalten können. RLUSD hat mittlerweile eine Marktkapitalisierung von etwa 1,6 Milliarden US-Dollar erreicht, verteilt auf die XRP Ledger und Ethereum.
Einen Tag vor dem Ledger-Update, am 28. Juli, investierte Ripple zudem strategisch in das Compliance-Netzwerk Notabene. Ziel der Partnerschaft: RLUSD in die „Flow“-Plattform von Notabene integrieren, die jährlich Transaktionen im Volumen von über zwei Billionen US-Dollar zwischen Unternehmen abwickelt. Die Kooperation soll regelkonforme On-Chain-Zahlungen erleichtern, indem sie Travel-Rule-Anforderungen und Transaktionsfreigaben automatisiert.
ETFs wachsen, doch der Kurs bleibt unter Druck
Die regulierten Investmentprodukte zeigen trotz der Kursschwäche stabiles Interesse. Die US-Spot-ETFs auf XRP haben in dieser Woche zusammen die Marke von einer Milliarde US-Dollar an Nettovermögen überschritten. Der Franklin XRP ETF war am 28. Juli das einzige Produkt seiner Kategorie mit positivem Tageszufluss – 592.500 US-Dollar flossen zu, kumuliert stehen damit 422 Millionen US-Dollar zu Buche.
Der breitere Markt bleibt trotzdem vorsichtig. Grund ist die Zinsentscheidung der US-Notenbank, die noch am heutigen Mittwoch ansteht. XRP notiert derzeit rund 3,8 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,11 US-Dollar und damit spürbar unter seinem kurzfristigen Trend.
Der Blick auf die längere Frist zeigt das Ausmaß der Korrektur. Seit Jahresbeginn hat XRP über 43 Prozent verloren, zum Hoch von 3,37 US-Dollar aus dem August 2025 fehlen mittlerweile mehr als zwei Drittel. Gleichzeitig liegt der Kurs nur gut 5 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 US-Dollar, das erst Ende Juni markiert wurde.
Washington bremst die regulatorische Klarheit
Die Kursentwicklung trifft auf ein politisches Umfeld, das sich gerade eintrübt. Der US-Senat hat die Arbeit am Digital Asset Market Clarity Act pausiert. Ungeklärte Streitpunkte zu Ethik-Vorgaben und den Durchgriffsrechten einzelner Bundesstaaten blockieren den Fortschritt.
Da der Senat vor der August-Pause andere Themen priorisiert, hat sich der Zeitplan für ein umfassendes Bundesrahmenwerk für digitale Vermögenswerte für den Rest des Jahres 2026 verengt. Das Momentum wirkt gebremst – dabei hatte Ripple erst im Mai gemeinsam mit Mastercard und JPMorgan ein Pilotprojekt für grenzüberschreitende Treasury-Abwicklung über die XRPL abgeschlossen. Die technische Basis für 24/7-Interbanken-Settlement steht also bereits. Ohne gesetzgeberischen Rückenwind bleibt die Risikobereitschaft institutioneller Marktteilnehmer aber gedämpft.
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