XRP: Goldman Sachs verkauft 153,8 Millionen Dollar
Ripple stand 2020 kurz vor der Schließung. XRP kämpft mit Kursverlusten und technischen Hürden, während der Markt auf neue Regulierung hofft.

Kurz zusammengefasst
- Ripple-CEO berichtet von Beinahe-Auflösung
- XRP-ETFs verzeichnen deutlich nachlassende Zuflüsse
- Goldman Sachs verkauft komplette XRP-ETF-Position
- CLARITY Act als Hoffnungsträger für Kurswende
Drei Jahre nach dem Gerichtsurteil, das seine rechtliche Zukunft rettete, steckt XRP tief in der Konsolidierung. Am 13. Juli 2026 feiert die Community den „XRP Victory Day“. Ausgerechnet an diesem Jahrestag enthüllt Ripple-CEO Brad Garlinghouse, wie knapp das Unternehmen damals am Abgrund stand.
Wochen vor der Auflösung
In einem Interview an der University of Kansas School of Business berichtet Garlinghouse von Dezember 2020. Ripple sei damals nur „Wochen“ von der Schließung entfernt gewesen. Nach der SEC-Klage erwog das Management ernsthaft, das Unternehmen aufzulösen und die verbleibenden XRP-Bestände anteilig an die Aktionäre zu verteilen.
Die Entscheidung, die Klage nicht durch einen frühen Vergleich zu beenden, kostete Ripple über vier Jahre rund 150 Millionen Dollar an Anwaltskosten. Sie führte aber auch zum Urteil von Richterin Analisa Torres am 13. Juli 2023. Das Urteil stellte fest: Programmatische XRP-Verkäufe an öffentlichen Börsen sind keine Wertpapiergeschäfte. Diese Einordnung bildet bis heute die Grundlage für den Status von XRP als digitales Rohstoff-Asset, den SEC und CFTC im März 2026 offiziell bestätigten.
ETF-Zuflüsse verlangsamen sich
Seit der rechtlichen Klärung hat sich die institutionelle Infrastruktur um XRP deutlich verändert. Im November 2025 starteten mehrere Spot-XRP-ETFs in den USA. Bis Juli 2026 sammelten sie zusammen 1,47 Milliarden Dollar an Netto-Zuflüssen ein.
Die jüngsten Zahlen zeigen jedoch eine deutliche Abkühlung. In der vergangenen Woche flossen den XRP-ETFs nur noch 107.000 Dollar zu — ein Bruchteil der früheren Dynamik. Hinzu kommt: Goldman Sachs hat laut Pflichtmeldungen für das erste Quartal 2026 seine komplette Position von 153,8 Millionen Dollar in XRP-ETF-Produkten bis Ende März verkauft. Bitwise und andere Anbieter verzeichnen immerhin noch stetige, wenn auch langsamere Zuflüsse.
Technischer Stillstand im Netzwerk
Auf technischer Ebene durchläuft die XRP Ledger gerade einen Protokoll-Übergang. Die Serversoftware Version 3.2.0 erreicht bereits 89 Prozent Verbreitung unter den Validatoren der Unique Node List.
Ein zentrales Sicherheits-Update namens „fixCleanup3_2_0“ kommt dagegen nicht voran. Bislang stimmten nur 54 Prozent der Validatoren dafür — deutlich unter der nötigen Schwelle. Für die Aktivierung braucht das Update zwei Wochen durchgehend mindestens 80 Prozent Zustimmung. Parallel beobachtet die Community die Entwicklung von XLS-65 und XLS-66, zwei Vorschlägen zur Integration institutioneller Kredit- und Leihmechanismen direkt in die Ledger.
Kurs unter Druck, Gesetz blockiert
Der aktuelle Kurs von 1,06 Dollar liegt fast 71 Prozent unter dem Mehrjahreshoch von 3,65 Dollar aus dem Juli 2025. Allein in den vergangenen sieben Tagen verlor XRP gut 8 Prozent, binnen zwölf Monaten sogar rund 61 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 43 Prozent.
Der Kurs bewegt sich derzeit nur knapp fünf Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar, das erst am 26. Juni markiert wurde. Alle wichtigen gleitenden Durchschnitte liegen darüber: Der 50-Tage-Schnitt bei 1,16 Dollar, der 200-Tage-Schnitt sogar bei 1,45 Dollar. Der RSI von 39 signalisiert keine akute Überverkauft-Situation, deutet aber auf anhaltend schwache Nachfrage hin.
Ein Großteil der Markthoffnung ruht auf dem „CLARITY Act“, einem umfassenden Gesetz zur Marktstruktur im US-Senat. Ursprünglich sollte es Anfang Juli 2026 verabschiedet werden. Die Verzögerung nimmt dem Markt vorerst einen möglichen Kurstreiber.
Die Zahl aktiver Wallets fiel zuletzt auf rund 25.350 — den zweitniedrigsten Stand des Jahres 2026. Das Handelsvolumen bleibt mit über 828 Millionen Dollar täglich robust. Der Markt wartet ab, ob der CLARITY Act noch in diesem Jahr Bewegung bringt.
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