XRP: Japans Bankenpakt wächst
SBI Remit nimmt 26. Partnerbank in Japan auf, während Ripple-CTO vor Risiken bei DeFi-Bridges warnt. XRP-ETFs verzeichnen starke Zuflüsse, doch der Kurs bleibt unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Japanische Banken bauen Ripple-Netzwerk systematisch aus
- Ripple-CTO warnt vor Sicherheitslücken in DeFi-Bridges
- XRP-ETFs mit Rekordzuflüssen über eine Milliarde Dollar
- Kurs notiert deutlich unter Vorjahresniveau
Japan macht ernst. SBI Remit hat am 20. April die Tottori Bank als 26. Partnerbank in sein Ripple-Netzwerk aufgenommen. Das Ziel: schnellere, günstigere Auslandsüberweisungen — als direkte Alternative zum SWIFT-System für Kleinstbeträge.
Institutionelle Dynamik, aber ein Sicherheitswarner
Der Schritt zeigt, wie systematisch japanische Banken auf Ripples Distributed-Ledger-Technologie setzen. Überweisungen laufen rund um die Uhr, Auszahlungen sind über E-Wallets möglich. SBI Ripple Asia prüft außerdem den XRP Ledger für Zahlungskorridore zwischen Japan und Südkorea — in Zusammenarbeit mit dem koreanischen Fintech-Unternehmen DSRV.
Parallel dazu schlug Ripple-CTO David Schwartz am selben Tag Alarm. Er warnte vor gravierenden Sicherheitslücken bei DeFi-Bridges — ausgelöst durch die Analyse möglicher Bridge-Lösungen für den geplanten RLUSD-Stablecoin. Schwartz‘ Kernkritik: Viele Protokolle opfern Sicherheit für Bequemlichkeit und niedrige Kosten. Das ist kein abstraktes Problem. Erst zwei Tage zuvor hatten Angreifer über einen LayerZero-Bridge-Exploit rund 116.500 rsETH im Wert von etwa 292 Millionen Dollar gestohlen. Wer XRP in Wrapped-Form hält — etwa als wXRP auf Solana oder FXRP im Flare-Netzwerk — setzt auf ähnliche Architekturen.
ETF-Zuflüsse und On-Chain-Bewegungen
An den Märkten zeigt sich ein gemischtes Bild. Die XRP-Reserven auf Binance sanken zwischen dem 17. und 19. April um rund 224 Millionen Dollar. Zeitgleich gab der Kurs von 1,47 auf 1,39 Dollar nach.
XRP-ETFs liefern dagegen ein starkes Signal: In der Woche bis zum 11. April flossen netto 119,6 Millionen Dollar zu — der höchste Wochenwert seit Dezember 2025. Das verwaltete Vermögen aller XRP-Spot-ETFs überschritt damit erstmals die Milliarden-Marke. Sieben weitere ETF-Anträge liegen beim SEC zur Prüfung vor, Entscheidungen werden noch im zweiten Quartal erwartet.
Ökosystem und Kurs
Das Ökosystem wächst technisch. Der wXRP-Launch auf Solana brachte rund 100 Millionen Dollar Startliquidität — gedeckt 1:1 durch XRP. Ripple plant außerdem, noch in der ersten Jahreshälfte 2026 quantenresistente Algorithmen nach NIST-Standard zu testen. Die vollständige Migration ist für 2028 geplant.
Der Kurs notiert aktuell bei 1,43 Dollar — knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,39 Dollar, aber noch rund 24 Prozent unter dem 200-Tage-Schnitt. Seit Jahresbeginn liegt XRP mit fast 24 Prozent im Minus. Ob die institutionellen Zuflüsse und die wachsende Bankenbasis in Japan den Abstand zum Vorjahresniveau von über 2 Dollar schließen können, hängt maßgeblich davon ab, wie viele der sieben SEC-Anträge noch im Quartal grünes Licht erhalten.
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