XRP: Kurs testet kritische Unterstützung
XRP fällt nach der Rallye in eine wichtige Unterstützungszone, während Ripple institutionelle Angebote ausbaut und ETF-Zuflüsse anziehen.

Kurz zusammengefasst
- XRP verliert wöchentlich elf Prozent
- Kurs testet Zone um 1,35 Dollar
- Ripple startet Desk für Total-Return-Swaps
- Spot-XRP-ETFs sammeln 110,49 Millionen Dollar
XRP steht heute bei 1,36 US-Dollar und verliert damit 2,6 Prozent im Tagesvergleich. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 11 Prozent, nachdem der Kurs im Monatsverlauf zuvor noch um 28 Prozent zugelegt hatte. Die Kryptowährung testet damit eine kritische Unterstützungszone, während im Hintergrund die Wall-Street-Ambitionen von Ripple weiter Fahrt aufnehmen.
Rücksetzer nach starker Rallye
Der Rücksetzer folgt auf eine kräftige Erholung von rund 0,988 US-Dollar auf ein Zwischenhoch von etwa 1,698 US-Dollar – ein Plus von 71,8 Prozent. Nach dieser Bewegung korrigierte XRP um rund ein Fünftel und testet nun die Zone zwischen 1,35 und 1,38 US-Dollar, in der laut Marktbeobachtern rund 3,2 Milliarden XRP gehandelt wurden.
Diese Marke gilt charttechnisch als wichtige Verteidigungslinie; darüber liegen Widerstände bei 1,60, 1,68, 1,86 und schließlich 2,19 US-Dollar. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 1,14 US-Dollar notiert XRP derzeit rund 19 Prozent höher, zum 200-Tage-Durchschnitt von 1,27 US-Dollar beträgt der Abstand 6,7 Prozent.
Belastend wirkten hawkishe Kommentare von Fed-Vertreter Kevin Warsh vom Wirtschaftssymposium in Jackson Hole, die Ende vergangener Woche auf die gesamten Kryptomärkte drückten. Gleichzeitig meldeten Handelsplätze binnen einer Stunde Liquidationen gehebelter Futures-Positionen von über 105 Millionen US-Dollar, wobei der Großteil auf Long-Positionen entfiel.
Auf Terminmärkten wie der CME stieg das offene Interesse bei XRP-Futures binnen einer Woche um fast 40 Prozent, während Leveraged Funds ihre Netto-Short-Position auf rund 115,7 Millionen XRP nahezu verdoppelten – ein Hinweis auf zunehmende Skepsis spekulativer Marktteilnehmer trotz mittelfristig positiver Nachrichtenlage.
Ripple baut Brücke zur Wall Street
Parallel zur Kurskorrektur treibt Ripple seine institutionelle Expansion voran. Am Donnerstag eröffnete Ripple Prime einen sogenannten Delta-One-Desk für Total-Return-Swaps auf US-Aktien, Indizes und digitale Vermögenswerte – gerichtet an Hedgefonds und Asset Manager.
Die Einheit verfügt über ein regulatorisches Nettokapital von mehr als einer Milliarde US-Dollar, gestützt durch eine Anleiheplatzierung über 275 Millionen US-Dollar im August sowie eine Kreditfazilität über 200 Millionen US-Dollar von Neuberger Specialty Finance. XRP dient dabei seit März als Kollateral im Prime-Geschäft.
Ergänzend wächst der auf der XRP Ledger und Ethereum ausgegebene Stablecoin RLUSD weiter: Das Gesamtangebot überstieg zum heutigen Tag zwei Milliarden US-Dollar, wobei 44 Prozent auf der XRP Ledger und 56 Prozent auf Ethereum zirkulieren. Allein in den vergangenen Tagen wurden mehrfach zweistellige Millionenbeträge neu geprägt.
ETF-Nachfrage und regulatorische Weichenstellungen
Auf der Nachfrageseite verzeichneten Spot-XRP-ETFs in der Woche bis zum 28. August Nettozuflüsse von rund 110,49 Millionen US-Dollar – die stärkste Woche seit Dezember 2025, angeführt von Bitwise. Das gesamte ETF-Volumen erreichte damit einen Bestand von etwa 1,44 Milliarden US-Dollar.
Zusätzliche institutionelle Aufmerksamkeit erhält XRP durch Evernorth, das nach SEC-Freigabe des Registrierungsformulars S-4 unter dem Kürzel XRPN an die Nasdaq gehen will – vorbehaltlich einer Aktionärsabstimmung am 30. September. Das Unternehmen hält nach eigenen Angaben rund 473 Millionen XRP.
Regulatorisch bleibt der sogenannte CLARITY Act im US-Senat entscheidend, dessen weitere Behandlung erst nach dem 14. September ansteht. Bis dahin dürfte die Gemengelage aus Fed-Kommentaren, Token-Unlocks am Kryptomarkt und der Entwicklung an der Unterstützungszone um 1,35 US-Dollar richtungsweisend für die kurzfristige Kursentwicklung von XRP bleiben.
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