XRP: Ripple erhält MiCA-Genehmigung
Ripple erhält vollständige MiCA-Lizenz in Luxemburg und kann Zahlungsdienste im gesamten EWR anbieten.

Kurz zusammengefasst
- Vollständige MiCA-Genehmigung in Luxemburg
- Zahlungsdienste im gesamten EWR möglich
- XRP-Kurs bleibt trotz Fortschritten schwach
- Institutionelle XRP-ETF-Zuflüsse steigen
Ripple hat für seine Zahlungssparte die vollständige Genehmigung als Krypto-Dienstleister (CASP) unter der europäischen MiCA-Verordnung erhalten. Die luxemburgische Aufsichtsbehörde CSSF nahm Ripple Payments Europe im Juli 2026 in das entsprechende Register auf und ergänzt damit die bereits bestehende E-Geld-Lizenz des Unternehmens in Luxemburg. Mit der Genehmigung kann Ripple seine Zahlungsdienste per Passporting in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten, ohne in jedem Land eine separate Lizenz beantragen zu müssen. Die Zahl der bei der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA registrierten Krypto-Dienstleister stieg damit auf 294. Ripple verfügt nach eigenen Angaben inzwischen über mehr als 75 regulatorische Lizenzen weltweit, darunter auch eine Genehmigung der britischen Finanzaufsicht FCA aus dem Januar 2026.
Vollständige Lizenz statt vorläufiger Zusage
Die Genehmigung markiert für Ripple einen Fortschritt gegenüber einer zuvor erteilten vorläufigen Freigabe der CSSF, die das Unternehmen bereits acht Tage vor dem regulatorischen Stichtag zum 1. Juli erhalten hatte. Nach früheren Einschätzungen hatten zu diesem Zeitpunkt rund 83 Prozent der in der EU tätigen Kryptofirmen noch keine MiCA-Lizenz vorzuweisen. Die Kombination aus CASP- und E-Geld-Lizenz soll Ripple ermöglichen, integrierte Fiat- und Kryptozahlungen anzubieten und dabei auch den eigenen Stablecoin RLUSD stärker in europäische Zahlungsflüsse einzubinden. Parallel meldete das japanische Finanzunternehmen SBI Holdings den Kauf einer Mehrheitsbeteiligung am Singapurer Kryptobörsenbetreiber Coinhako, nachdem die dortige Aufsicht MAS grünes Licht gegeben hatte.
ETF-Zuflüsse halten an, Kurs bleibt schwach
Trotz der regulatorischen Fortschritte zeigt sich der XRP-Kurs bislang unbeeindruckt. Der Coin notiert aktuell bei 1,09 US-Dollar und hat seit Jahresbeginn rund 41,76 Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 US-Dollar, erreicht im Juli 2025, trennen XRP damit gut zwei Drittel. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,13 US-Dollar, der aktuelle Kurs damit knapp darunter. Auf institutioneller Seite zeichnet sich ein anderes Bild: Die in den USA gehandelten Spot-XRP-ETFs verzeichneten mehrere aufeinanderfolgende Wochen mit Nettozuflüssen und kamen kumuliert auf rund 1,49 Milliarden US-Dollar seit ihrem Start im November 2025. Der Vermögensverwalter Gallacher Capital Management meldete in einer im Juli 2026 eingereichten Offenlegung einen Bestand von 86.744 Anteilen am Canary XRP ETF. Auch Citadel und Brookstone Capital halten laut den Angaben XRP-ETF-Positionen. Sandy Kaul von Franklin Templeton bezeichnete die Entwicklung als Eintritt von XRP in eine „institutionelle Durchbruchsphase“ und verwies auf die Nachfrage nach den neuen Fondsprodukten sowie auf RLUSD als zusätzlichen Vorteil des Ökosystems.
CLARITY Act bleibt Unsicherheitsfaktor
Für die weitere Kursentwicklung dürfte auch der Fortgang des CLARITY Act im US-Senat relevant sein. Das Gesetz, das die Zuständigkeiten von SEC und CFTC für Kryptowerte klären soll, hatte das Repräsentantenhaus bereits mit 294 zu 134 Stimmen passiert, hängt aber wegen ungeklärter Streitpunkte rund um Stablecoin-Zinsen im Senat fest. Senatorin Lummis drängte am Jahrestag des GENIUS Act, dem 18. Juli 2026, erneut auf eine zügige Verabschiedung. Auch Galaxy-Digital-Chef Mike Novogratz forderte am selben Tag ein rasches Vorgehen und sprach von letzten Feinheiten bei der Formulierung einer Ethik-Klausel. Ein endgültiger Text wurde nach den vorliegenden Angaben noch nicht veröffentlicht, ein Termin für die entscheidende Abstimmung steht weiterhin aus.
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