XRP: Ripple erhält vorläufige CSSF-Zulassung
XRP-ETFs ziehen 39,78 Mio. Dollar an, RLUSD knackt 2 Mrd. Marke. Ripple expandiert in Australien und erhält EU-Lizenzen.

Kurz zusammengefasst
- Stärkste ETF-Zuflusswoche seit 3 Monaten
- RLUSD-Marktkapitalisierung übersteigt 2 Milliarden Dollar
- Vorläufige EU-Lizenzen für Ripple erhalten
- Australische Finanzlizenz wird angestrebt
Während die politische Debatte um den Clarity Act auf Eis liegt, zeigt sich bei XRP eine andere Entwicklung als treibende Kraft: Die auf XRP lautenden Spot-ETFs in den USA haben binnen einer Woche 39,78 Millionen Dollar an Zuflüssen verzeichnet – die stärkste Woche seit drei Monaten.
Kumuliert liegt das in diesen Produkten verwaltete Vermögen inzwischen bei 1,55 Milliarden Dollar. Bitwise führt mit 542,7 Millionen Dollar vor Canary mit 468,1 Millionen Dollar und Franklin mit 434,2 Millionen Dollar.
Der XRP-Kurs notiert aktuell bei 1,44 US-Dollar und gibt am heutigen Mittwoch 2,7 Prozent nach. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 44 Prozent zu Buche – ein Ausmaß, das die ETF-Zuflüsse zumindest teilweise erklärt, auch wenn institutionelles Kapital allein die jüngste Rally kaum trägt.
RLUSD wächst schneller als erwartet
Parallel zur Nachfrage nach XRP-Produkten meldet Ripple einen Meilenstein bei seinem Stablecoin: Die Marktkapitalisierung von RLUSD hat die Marke von 2 Milliarden Dollar überschritten, rund 20 Monate nach dem Start im Dezember 2024. Knapp die Hälfte dieser Summe, fast eine Milliarde Dollar, ist direkt auf dem XRP Ledger ausgegeben – ein Indikator für wachsende Nutzung der Chain jenseits reiner Spekulation.
RLUSD ist vollständig durch Bargeld und Staatsanleihen gedeckt, 1:1 rücktauschbar und wird sowohl auf dem XRP Ledger als auch auf Ethereum geführt. Seit Juli 2025 verwahrt BNY Mellon die Reserven, reguliert wird der Stablecoin von der New Yorker Finanzaufsicht NYDFS sowie der DFSA.
Regulatorisch tut sich für Ripple auch in Europa etwas: Das Unternehmen hat von der luxemburgischen Aufsichtsbehörde CSSF eine vorläufige Zulassung für CASP- und E-Geld-Lizenzen unter der EU-Verordnung MiCA erhalten. Das würde Ripple Zugang zum gesamten Wirtschaftsraum der Europäischen Union mit seinen 30 Ländern verschaffen.
Zeitgleich bleibt der Stablecoin-Konkurrent Tether mit seinem USDT von regulierten EU-Handelsplätzen ausgeschlossen – eine Konstellation, die RLUSD einen Wettbewerbsvorteil im europäischen Markt verschaffen könnte.
Expansion in Australien und darüber hinaus
Ripple treibt zudem seine geografische Expansion voran: Über die Tochtergesellschaft BC Payments Australia will das Unternehmen eine australische Finanzdienstleistungslizenz (AFSL) erwerben. Damit würde die Gesamtzahl der von Ripple gehaltenen Lizenzen weltweit auf 75 steigen. Das Zahlungsvolumen im asiatisch-pazifischen Raum hat sich Firmenangaben zufolge im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt.
Ripple-CEO Brad Garlinghouse unterstrich zudem die Größenordnung des Geschäfts: Über die Plattformen des Unternehmens seien im vergangenen Jahr rund 16 Billionen Dollar an Transaktionen abgewickelt worden – eine Dimension, die er mit dem Kreditkartennetzwerk Visa verglich.
Der Großteil davon lief über die Tochtergesellschaften Hidden Road, die etwa 3 Billionen Dollar abwickelte, und GTreasury mit rund 13 Billionen Dollar. Nach Garlinghouses Angaben werden bislang lediglich 0,1 Prozent dieses Volumens tatsächlich on-chain abgewickelt – jede Verschiebung um diesen Prozentpunkt würde rechnerisch rund 160 Milliarden Dollar an zusätzlichem On-Chain-Volumen bedeuten.
Charttechnisch angespannte Lage
Der jüngste Kursanstieg hat XRP technisch in überkauftes Terrain befördert, mit einem 14-Tage-RSI von 74,7. Nach den kräftigen Zugewinnen der vergangenen Wochen dürfte der Markt zunächst Kraft aus der fundamentalen Entwicklung ziehen müssen – aus wachsendem Stablecoin-Volumen, neuen Lizenzen und steigenden ETF-Mittelzuflüssen –, um weitere Anstiege zu rechtfertigen.
Die parallel laufende regulatorische Hängepartie um den Clarity Act im US-Senat bleibt dabei ein Unsicherheitsfaktor, der kurzfristig für Volatilität sorgen kann.
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