XRP: Senat entscheidet über CLARITY Act
XRP gibt leicht nach, während ein Ledger-Fix und die anstehende Senatsabstimmung über den CLARITY Act neue Impulse liefern könnten.

Kurz zusammengefasst
- XRP steigt binnen 30 Tagen 37 Prozent
- Ledger-Fix bündelt elf technische Korrekturen
- Validatoren stimmen dem Upgrade bereits zu
- Senatsvotum zum CLARITY Act bleibt offen
XRP notiert bei 1,39 US-Dollar und gibt am heutigen Donnerstag um 0,7 Prozent nach. Der Kryptowert hat damit einen kleinen Dämpfer erhalten, nachdem er in den vergangenen 30 Tagen um 37 Prozent zugelegt hatte. Zwei Ereignisse in den kommenden Tagen dürften die weitere Richtung bestimmen: ein technisches Upgrade der XRP Ledger und der Cloture-Vote zum CLARITY Act im US-Senat.
Ledger-Upgrade soll Netzwerk absichern
Am 11. September steht die Aktivierung des Fixes fixCleanup3_3_0 an, der elf einzelne Korrekturen unter anderem an Vaults, Lending-Funktionen und Trading-Pools bündelt.
Für das Inkrafttreten braucht es die Zustimmung von mehr als 80 Prozent der Validatoren über einen Zeitraum von 14 Tagen – eine Schwelle, die nach Angaben aus dem Validator-Voting bereits mit rund 82,86 Prozent Zustimmung (29 von 35 Stimmen) seit Ende August erreicht wurde. Die technische Aktivierung ist für 11:15 Uhr UTC vorgesehen.
Das Upgrade fällt in eine Phase, in der die Netzwerkstabilität ohnehin im Fokus steht. Ripple-CTO Emeritus David Schwartz berichtete, die XRP Ledger habe sich rund einen Monat nach der sogenannten Manifest-Storm-Attacke Ende Juli wieder stabilisiert.
In einem Messzeitraum vom 25. August bis 8. September registrierte das Netzwerk im Schnitt rund 400 gleichzeitige Verbindungen bei einer durchschnittlichen Peer-Latenz von 165 Millisekunden, mit einem kurzen Ausschlag auf 1,49 Sekunden am 6. September. Die Abuse-Metrik lag laut Schwartz nahe null.
Parallel dazu verwies der Vermögensverwalter 21Shares darauf, dass Ripple auf der Default-Validator-Liste der Ledger lediglich einen von 35 Sitzen kontrolliert – ein Punkt, den das Haus explizit gegen die verbreitete Annahme setzte, das Unternehmen steuere das Netzwerk.
CLARITY Act als politischer Prüfstein
Der zweite große Termin ist der 15. September, wenn der US-Senat über die sogenannte Cloture zum CLARITY Act abstimmt – also darüber, ob überhaupt eine Debatte über das Digital-Asset-Gesetz eröffnet wird.
Dafür sind 60 Stimmen nötig; die Republikaner verfügen über 53 Sitze, sodass mindestens sieben Demokraten oder Unabhängige zustimmen müssten. Das Repräsentantenhaus hatte den Entwurf im Sommer 2025 mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet, der Bankenausschuss des Senats votierte im Mai mit 15 zu 9 dafür.
US-Finanzminister Scott Bessent forderte den Senat auf, den Prozess nach der August-Sommerpause zügig voranzubringen, und warnte, ein Scheitern würde signalisieren, dass die USA bei der Regulierung digitaler Vermögenswerte nicht führen wollten.
Ripple-Chefsyndikus Stuart Alderoty drängte die Senatoren, vor der Abstimmung die Perspektive der rund 67 Millionen US-amerikanischen Krypto-Halter einzubeziehen. Senatorin Cynthia Lummis warb ebenfalls für das Gesetz und argumentierte, die USA sollten eigene Regeln für digitale Vermögenswerte schreiben, statt zuzusehen, wie andere Staaten diese Standards setzen.
Aus dem Senat selbst kamen allerdings auch skeptische Töne: Senator Mike Rounds bezeichnete die Erfolgsaussichten als nicht gut, sein Kollege Thom Tillis sieht das Vorhaben ohne Kompromiss bei Ethik-Regeln scheitern.
Kursreaktion bleibt verhalten
Trotz der bevorstehenden Termine bewegt sich XRP in einer engen Handelsspanne. Der Wert liegt aktuell rund 16 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,20 US-Dollar, was auf einen intakten kurzfristigen Aufwärtstrend hindeutet, auch wenn der Rücksetzer am heutigen Tag zeigt, dass Anleger vor den Katalysatoren vorsichtig agieren.
Sollte das Ledger-Upgrade reibungslos verlaufen und der Senat den CLARITY Act voranbringen, dürfte sich zeigen, ob XRP den nächsten Schub aus regulatorischer Klarheit und technischer Stabilität ziehen kann.
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