XRP: Sicherheitsupgrade am 23. Oktober geplant

Die Sicherheitskorrektur könnte am 23. Oktober starten; Kreditfunktionen warten weiter auf ausreichende Validatorenzustimmung.

Andreas Sommer ·
Moderne Serverinfrastruktur in einem Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • 26 von 32 Validatoren unterstützen das Update
  • Aktivierung am 23. Oktober bleibt bedingt
  • Kreditänderungen erreichen rund 53 Prozent Zustimmung
  • RLUSD-Abwicklung benötigt laut Bericht keinen XRP-Kauf

Beim XRP Ledger rückt ein Sicherheitsupgrade näher: Die Änderung fixCleanup3_4_0 soll am 23. Oktober aktiviert werden, sofern die Zustimmung der Validatoren ausreicht. Darüber berichten Medien heute. Für XRP-Anleger ist die Unterscheidung wichtig: Der technische Fehlerbehebung steht eine weiterhin offene Einführung neuer Kreditfunktionen gegenüber. Deren Unterstützung reicht bislang nicht für einen verbindlichen Starttermin.

Sicherheitskorrektur mit klarer Bedingung

Das Upgrade soll unter anderem einen Fehler bei der PaymentBurn-Berechtigung beheben. Unter bestimmten Bedingungen könnte diese Funktion Token erzeugen, statt sie zu vernichten. Damit betrifft die Änderung die korrekte Ausführung einer Netzwerkfunktion und nicht lediglich eine kosmetische Anpassung.

Heute unterstützen 26 von 32 abstimmenden Validatoren die Änderung. Das entspricht einer Zustimmung von 81,25 Prozent.

Die Mehrheit allein genügt allerdings nicht. Für die Aktivierung muss die Unterstützung während des vorgeschriebenen Zeitraums ununterbrochen über der erforderlichen Schwelle liegen. Ein zwischenzeitlicher Rückgang würde den geplanten Ablauf unterbrechen.

Die Schwelle beträgt 80 Prozent. Fällt die Zustimmung auf diesen Wert oder darunter, beginnt der Zwei-Wochen-Countdown erneut. Als Aktivierungszeit ist gegen 09:34 UTC vorgesehen.

Der Termin ist deshalb eine bedingte Planung und keine bereits gesicherte Umsetzung. Für Anleger liegt der nächste konkrete Prüfpunkt in der fortbestehenden Unterstützung durch die Validatoren.

Kreditfunktionen ohne Starttermin

Anders sieht es bei den beiden Lending-Änderungen aus. Ihre Unterstützung lag in den vergangenen Tagen bei rund 53 Prozent. Auch SingleAssetVault erreicht bislang nicht die erforderliche Supermehrheit.

Damit bleiben die Voraussetzungen für diese Erweiterungen unerfüllt. Einen Aktivierungstermin gibt es für keine der drei Änderungen. Fortschritte bei der Sicherheitskorrektur lassen sich folglich nicht als Freigabe der Kreditfunktionen interpretieren.

Der ehemalige Ripple-Berater Antony Welfare betonte in einem Podcast am Donnerstag zudem eine grundsätzliche Einschränkung: Institutionelle Nutzung des XRP Ledger garantiere keinen Kursanstieg von XRP. Ein separater Vorschlag würde Ripples Zahlungsverkehr mit den noch in Entwicklung befindlichen Kreditfunktionen verbinden. XRP könnte dabei in Finanzierungspools für Zahlungskunden eingesetzt werden.

Das beschreibt eine mögliche Nutzung, aber noch keinen laufenden Mechanismus. Für die Bewertung solcher Pläne bleiben die technische Genehmigung und die tatsächliche Umsetzung entscheidend.

Mehr Netzwerknutzung ist nicht automatisch XRP-Nachfrage

Auch die heute gemeldete Zusammenarbeit von Ripple und DriveWealth verdeutlicht diese Trennung. Geplant ist eine RLUSD-Abwicklung auf dem XRP Ledger, zunächst in Europa. Eine Ausweitung auf die USA ist vorgesehen.

Stablecoins sollen dabei Kunden-Sicherheitenkonten finanzieren und nahezu in Echtzeit in Bargeld umgewandelt werden. Die Vereinbarung verlangt Medienberichten zufolge keinen XRP-Kauf: RLUSD übernimmt die Rolle des Abwicklungswerts, das XRP Ledger stellt das Netzwerk.

Für XRP-Anleger ergeben sich damit unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe. Das Sicherheitsupgrade hat einen konkreten, aber bedingten Termin. Neue Kreditfunktionen benötigen zunächst mehr Zustimmung. Kommerzielle Integrationen wiederum müssen danach beurteilt werden, welche Rolle XRP tatsächlich übernimmt.

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