XRP: Trotz Rechtssieg unter Druck

Ein US-Berufungsgericht wies eine Sammelklage gegen Ripple Labs ab, doch der XRP-Kurs notiert weiterhin auf Jahrestief. Strukturelle Marktfaktoren und Kapitalrotationen bremsen die positive Nachrichtenlage aus.

Eduard Altmann ·
XRP Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Gericht weist Sammelklage gegen Ripple endgültig ab
  • XRP-Kurs notiert dennoch auf 52-Wochen-Tief
  • Kapital fließt zu Bitcoin und KI-Themen ab
  • XRP Community Day als nächster Hoffnungsträger

Ripple Labs kann einen weiteren juristischen Erfolg verbuchen, doch der Kurs von XRP reagiert kaum auf die positive Nachrichtenlage. Während ein US-Berufungsgericht eine langjährige Sammelklage endgültig abwies, notiert der Token nahe seinem Jahrestief. Anleger fragen sich: Warum zündet der Kurs trotz der deutlich verbesserten rechtlichen Rahmenbedingungen nicht?

Juristischer Erfolg verpufft am Markt

Am Dienstag bestätigte das 9. US-Berufungsgericht die Abweisung einer seit 2018 laufenden Sammelklage gegen Ripple Labs. Der Vorwurf der Kläger lautete, Ripple habe mit dem Verkauf von XRP ein unregistriertes Wertpapierangebot durchgeführt. Das Gericht entschied jedoch, dass die Ansprüche gemäß dem Securities Act von 1933 verjährt sind, da XRP bereits 2013 erstmals öffentlich angeboten wurde.

Dieser Beschluss beseitigt eine der letzten großen juristischen Altlasten für das Unternehmen. Er folgt auf den wichtigen Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC im August 2025. Rein rechtlich operiert Ripple damit so frei von regulatorischer Unsicherheit wie seit Jahren nicht mehr. Dennoch spiegelt sich diese Klarheit nicht in der Bewertung wider.

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Strukturelle Belastungsfaktoren

Trotz der positiven Schlagzeilen fällt es dem XRP-Kurs schwer, einen Boden zu finden. Mit einem aktuellen Kurs von 1,76 US-Dollar notiert der Token exakt auf seinem 52-Wochen-Tief. Marktanalysen identifizieren hierfür vier wesentliche Treiber:

  • Gewinnmitnahmen: Nach dem SEC-Vergleich im Vorjahr nutzten viele Langzeithalter die hohen Kurse zum Ausstieg.
  • Kapitalrotation: Investorengelder fließen derzeit primär in Bitcoin, Ethereum und KI-bezogene Anlagethemen ab.
  • Verhaltene ETF-Nachfrage: Die im November 2025 gestarteten XRP-ETFs verzeichneten zwar Zuflüsse von rund 1,3 Milliarden US-Dollar, bleiben damit aber deutlich hinter der Dynamik von Bitcoin- und Ethereum-Produkten zurück.
  • Makroumfeld: Das Zinsumfeld dämpft weiterhin die Risikobereitschaft für spezifische Payment-Token.

Blick auf kommende Impulse

Hoffnungsträger für eine Trendwende ist der angekündigte „XRP Community Day“, der am 11. und 12. Februar stattfinden wird. In virtuellen Sitzungen planen CEO Brad Garlinghouse und die Führungsetage, die strategischen Prioritäten für 2026 vorzustellen.

Im Zentrum stehen dabei Updates zu regulierten Produkten, Entwicklungen im Bereich Decentralized Finance (DeFi) auf dem XRP Ledger sowie die Adoption des Stablecoins RLUSD. Ohne einen konkreten fundamentalen Katalysator aus diesen Ankündigungen dürfte es für den Token schwierig werden, den aktuellen Abwärtstrend kurzfristig zu brechen.

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