XRP: Wale, Escrow und ein Gesetz
XRP profitiert von institutionellen Zuflüssen und sinkendem Angebot. Der Mai bringt mit dem CLARITY Act eine entscheidende politische Hürde.

Kurz zusammengefasst
- Großinvestoren entziehen 1,15 Mrd. XRP dem Markt
- Ripple sperrt 700 Mio. Token in Escrow zurück
- XRP-ETFs verzeichnen Rekordzuflüsse von 81 Mio. Dollar
- CLARITY Act könnte regulatorische Unsicherheit beenden
Der Mai könnte für XRP zum dichtesten Monat des bisherigen Jahres werden. Die Kryptowährung handelt aktuell bei rund 1,41 Dollar — eine Marke, die in der asiatischen Handelssitzung am Montag bei deutlich steigendem Volumen überwunden wurde. Analysten werten den Volumenanstieg als Zeichen echter Marktbeteiligung, nicht als technisch bedingten Ausreißer.
Bemerkenswert ist dabei das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Großinvestoren zogen im April rund 1,15 Milliarden XRP aus dem Markt und bauten damit erhebliche Positionen auf. Seit Anfang 2025 wurden insgesamt etwa 7 Milliarden XRP von Handelsplattformen abgezogen — ein Rückgang des handelbaren Angebots von rund 16 Prozent. Gleichzeitig sperrte Ripple 700 Millionen der monatlich freigesetzten 1 Milliarde Token wieder zurück in den Escrow, was den tatsächlichen Angebotsanstieg pro Monat begrenzt.
Institutionelle Nachfrage auf Jahreshoch
Die Zuflüsse in US-amerikanische Spot-XRP-ETFs erreichten im April mit 81,63 Millionen Dollar den stärksten Monatswert des laufenden Jahres. Die kumulierten Mittelzuflüsse über sechs Produkte hinweg überschreiten damit inzwischen 1,29 Milliarden Dollar. Goldman Sachs hält XRP-ETF-Positionen im Wert von rund 154 Millionen Dollar — ein Signal, das institutionelle Zurückhaltung zunehmend in aktive Positionierung umschlagen lässt.
Ab dem 7. Mai sollen dreifach gehebelte Long- und Short-XRP-ETFs von GraniteShares an der Nasdaq handelbar sein. Das wäre das erste regulierte Instrument dieser Art für US-Privatanleger und dürfte das Handelsvolumen in der XRP-Produktpalette weiter ausweiten.
Der 21. Mai als Schlüsseldatum
Die eigentliche Spannung liegt politisch: Der CLARITY Act muss noch vor der Sommerpause des US-Senats am 21. Mai durch den Bankenausschuss. Das Gesetz würde XRP bundesrechtlich als Rohstoff einstufen und damit einen wesentlichen Teil der regulatorischen Unsicherheit beseitigen, die institutionelles Großkapital bislang auf Abstand hält.
Technisch bleibt die Marke von 1,50 Dollar der entscheidende Widerstand. Ein bestätigter Wochenschluss darüber würde laut Chart-Analysten ein Kursziel zwischen 1,65 und 1,70 Dollar freischalten. Standard Chartered sieht mittelfristig 2,80 Dollar als realistisch an, CoinReporter prognostiziert bis zu 2,48 Dollar bis Ende 2026. Von aktuellen Niveaus aus wären das Anstiege zwischen 75 und knapp 100 Prozent — solide, aber kein Vergleich zu früheren Zyklen.
XRP bewegt sich seit Februar in einer engen Spanne zwischen 1,30 und 1,45 Dollar. Der Mai könnte diese Konsolidierung auflösen — nach oben oder zurück in die Mitte der Range.
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