XRP: Wale kaufen gegen den Trend
Trotz deutlicher Kurszielsenkung durch Standard Chartered erhöhen große XRP-Wallets ihre Bestände. Der Kurs pendelt seit Wochen in einer engen Spanne.

Kurz zusammengefasst
- Standard Chartered senkt XRP-Kursziel
- Großanleger erhöhen trotzdem ihre Bestände
- XRP-Kurs bewegt sich seit Wochen seitwärts
- Ripple gibt nur 300 Mio. Token frei
Während Standard Chartered sein Kursziel für XRP zusammenstreicht, füllen die größten Wallets im Netzwerk munter weiter auf. Ein Widerspruch, der aufhorchen lässt – denn normalerweise laufen Analystenmeinung und Kapitalfluss in die gleiche Richtung. Diesmal nicht.
XRP notiert aktuell bei rund 1,05 Dollar, ein Minus von 1,7 Prozent binnen 24 Stunden. Die Marktkapitalisierung liegt bei 65,7 Milliarden Dollar, das Handelsvolumen bei 1,29 Milliarden Dollar. Seit Wochen bewegt sich der Kurs kaum vom Fleck.
Kursziel-Kürzung trifft auf hartnäckige Käufer
Standard Chartered hat sein Ziel für Ende 2026 von 8 Dollar auf 2,80 Dollar gesenkt – ein Rückgang von 65 Prozent. Begründet wird der Schritt mit schwachen ETF-Zuflüssen, hohen Zinsen und geopolitischer Unsicherheit. Die XRP-ETFs sammelten seit ihrem Start nur rund 1,5 Milliarden Dollar ein, erwartet waren vier bis acht Milliarden Dollar.
Parallel dazu zeigt eine Auswertung von CryptoQuant ein anderes Bild: Die größten Adressen bauen ihre Bestände genau in dieser Schwächephase weiter aus. Der realisierte Durchschnittspreis liegt bei etwa 0,75 Dollar – deutlich unter dem aktuellen Kurs. Forschungsleiter Julio Moreno wertet das als Positionierung, die den Abwärtsdruck dämpft und typisch für die Endphase eines Zyklus ist. Eine bestätigte Bodenbildung sieht er darin allerdings nicht.
Enges Band, fehlender Auslöser
Seit Juli pendelt der Kurs fast ausschließlich zwischen 1,08 und 1,15 Dollar. Die Zone um 1,08 Dollar hat mehrfach als Unterstützung gehalten, während der Bereich zwischen 1,18 und 1,20 Dollar bereits seit Juni als Deckel wirkt. Ein eigener Impuls fehlt im August, weil keine Notenbanksitzung ansteht.
Hinzu kommt eine ungewöhnliche Entwicklung bei der Token-Freigabe: Ripple öffnete am ersten August wie gewohnt sein Treuhandkonto und setzte eine Milliarde XRP frei – sperrte davon aber umgehend 700 Millionen wieder ein. Netto kamen damit nur 300 Millionen neue Token in den Umlauf, die knappste Freigabe seit Jahren. Trotzdem rutschte der Kurs auf 1,05 Dollar ab. Historisch belastet der August ohnehin: Vier Jahre in Folge schloss XRP diesen Monat im Minus, über 13 Jahre betrachtet mit einem Median von 6,15 Prozent.
Am 1. September öffnet Ripple das Treuhandkonto erneut. Im selben Monat stehen die Abstimmung über den CLARITY Act sowie die Zinsentscheidung am 16. September an – zwei Termine, die dem Kurs den fehlenden Impuls liefern könnten, den der August bislang schuldig blieb.
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