XRP: Zentralbank Irlands genehmigt Aviva-Fonds
Aviva emittiert ersten EU-regulierten tokenisierten Fonds auf XRP Ledger. Trotz institutioneller Fortschritte und RLUSD-Wachstum notiert XRP nahe seinem Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Erste EU-Fondsgenehmigung auf XRP Ledger
- RLUSD an südkoreanischen Börsen gelistet
- XRP-Kurs bleibt nahe Jahrestief
- CLARITY Act belastet Marktstimmung
Aviva Investors hat am 29. Juli eine tokenisierte Anteilsklasse seines USD Liquidity Fund auf der XRP Ledger eingeführt. Die Zentralbank Irlands genehmigte die Emission – nach eigenen Angaben die erste Freigabe eines EU-Regulators für einen tokenisierten Fonds auf einer öffentlichen Blockchain. Für die XRP-Community ist das ein Signal: Institutionelles Geld findet einen weiteren regulierten Zugang zur Ledger.
Irischer Meilenstein für tokenisierte Fonds
Der Fonds nutzt ein hybrides „Digital-Twin“-Modell, bei dem die Token-Bestände parallel zum klassischen Buchungssystem geführt werden – die Tokens selbst sind nicht übertragbar. BNY Mellon fungiert als Verwahrer, Komainu übernimmt die digitale Custody, Licuido stellt die Tokenisierungsinfrastruktur. Der zugrunde liegende Fonds verwaltet rund 1,23 Milliarden US-Dollar, die Mindestanlage liegt bei einer Million Pfund und richtet sich damit klar an institutionelle Investoren. Irland verwaltet nach eigenen Angaben etwa ein Drittel der weltweiten UCITS-Vermögen, was der Genehmigung zusätzliches Gewicht gibt.
Der Schritt reiht sich in einen breiteren Trend ein: J.P. Morgan hatte im Mai einen tokenisierten Treasury-Fonds mit 100 Millionen Dollar aufgelegt, BlackRocks BUIDL-Fonds liegt über 2,5 Milliarden Dollar, Ondos OUSG bei mehr als 770 Millionen Dollar. Der Markt für tokenisierte Fonds hat sich seit Ende 2023 nach Angaben aus der Branche vervierfacht und liegt inzwischen über fünf Milliarden Dollar.
RLUSD wächst in Asien
Parallel treibt Ripple die Expansion seines Dollar-Stablecoins RLUSD voran. Der Token ist inzwischen an allen vier großen südkoreanischen Börsen gelistet – Upbit seit dem 27. Juli, Bithumb seit dem 29. Juli, dazu Coinone und Korbit. Ripple-SVP Jack McDonald bestätigte den vollständigen Rollout am 30. Juli. Die Reserven bestehen aus Bargeld, kurzlaufenden US-Staatsanleihen, Geldmarktfonds und Repos, BNY ist auch hier Verwahrer. RLUSD ist mittlerweile auf der XRP Ledger, Ethereum, Base, Optimism und weiteren Chains verfügbar und hat im zweiten Quartal ein Handelsvolumen von rund 22 Milliarden Dollar verarbeitet; die Marktkapitalisierung liegt über 1,3 Milliarden Dollar.
Kurs bleibt trotz News unter Druck
Trotz der Nachrichtenfülle bewegt sich der XRP-Kurs kaum vom Fleck. Aktuell notiert das Token bei 1,06 US-Dollar, ein Minus von 1,27 Prozent auf Tagesbasis. Damit liegt der Kurs nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 US-Dollar, das im Juni markiert wurde. Institutionelle Adoptionsmeldungen wie der Aviva-Fonds oder die RLUSD-Expansion haben die Marktstimmung bislang nicht drehen können – Anleger warten offenbar auf regulatorische Klarheit, bevor sie größere Positionen aufbauen.
Ergänzend zeigen SEC-Meldungen, dass institutionelle Anleger dennoch selektiv zugreifen: Die Ohio-ansässige Vermögensverwaltung Gerber mit rund 592 Millionen Dollar verwaltetem Vermögen offenbarte eine Position im Franklin XRP ETF, Vista Finance hält Anteile im Wert von rund 11,45 Millionen Dollar am selben Produkt. Die kumulierten Netto-Zuflüsse in US-Spot-XRP-ETFs belaufen sich seit November auf etwa 1,5 Milliarden Dollar, wobei Bitwise mit rund 243 Millionen Dollar das größte verwaltete Volumen aufweist.
CLARITY Act sorgt weiter für Unsicherheit
Der eigentliche Belastungsfaktor bleibt der stockende CLARITY Act im US-Senat. Senatorin Lummis (R-WY) drängte vor der Sommerpause auf eine Abstimmung und bezeichnete den aktuellen Regulierungsrahmen als gescheitert – bislang kommt der Gesetzentwurf jedoch nur auf 51 der nötigen 60 Stimmen. JPMorgan senkte die geschätzte Verabschiedungswahrscheinlichkeit für 2026 auf 37 Prozent, nachdem sie im Februar noch bei über 80 Prozent gelegen hatte. Coinbase-Chef Brian Armstrong zeigte sich laut Benzinga gelassen: Die Börse komme auch ohne das Gesetz zurecht, da SEC- und CFTC-Verantwortliche notfalls eigene Regeln erlassen könnten.
Standard Chartered hat sein XRP-Kursziel wegen der Verzögerung auf 2,80 Dollar reduziert – ein Ziel von 8,00 Dollar sei nur bei einer tatsächlichen Gesetzesverabschiedung realistisch. Bis eine Senatsentscheidung fällt, dürften institutionelle Fortschritte wie der Aviva-Fonds den Kurs stützen, ohne ihn kurzfristig aus seiner Handelsspanne zu lösen.
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