XRP: Zuflüsse trotz Kursverfall
XRP-ETFs verzeichnen hohe Zuflüsse, während der Kurs stagniert. Ein seltenes RSI-Signal und die unsichere Zukunft des CLARITY Act prägen die Lage.

Kurz zusammengefasst
- Rekordzuflüsse in XRP-ETFs
- Kurs seit Monaten ohne Dynamik
- Seltenes RSI-Signal signalisiert Überverkauf
- CLARITY Act bleibt entscheidend
Institutionelles Geld strömt in XRP-ETFs, während der Kurs seit Monaten kaum vom Fleck kommt. Diese Diskrepanz zwischen Kapitalzufluss und Kursreaktion beschäftigt aktuell den gesamten Markt. Hinzu kommt ein technisches Signal, das in zwölf Jahren erst einmal aufgetreten ist.
Seltenes RSI-Signal trifft auf Kurszielkürzung
XRP handelt aktuell im Bereich von 1,11 bis 1,14 Dollar und liegt damit rund 70 Prozent unter seinem Allzeithoch von 3,65 Dollar aus dem Juli 2025. Der wöchentliche RSI erreichte zuletzt die Überverkauft-Zone — ein Muster, das laut historischen Daten in den vergangenen zwölf Jahren nur einmal zu beobachten war. Parallel dazu senkte Standard Chartered sein Jahresendziel für XRP von 8,00 auf 2,80 Dollar, eine Kürzung um 65 Prozent. Selbst dieses reduzierte Ziel würde eine Erholung von mehr als 150 Prozent vom aktuellen Niveau voraussetzen.
Der Juni verlief für XRP schwach: Der Token verlor rund 20 Prozent und startete den Juli nahe der 1,05-Dollar-Marke. Die Unterstützung bei 1 Dollar hielt jedoch, dort wechselten zuletzt rund 830 Millionen XRP den Besitzer. Seit Monatsbeginn hat sich der Kurs um 8,5 Prozent erholt, begünstigt auch durch schwächere Inflationsdaten Mitte Juli.
CLARITY Act bleibt der Schlüsselfaktor
Der CLARITY Act, der XRP dauerhaft als Rohstoff einstufen würde, verfehlte das vom Weißen Haus gesetzte Zieldatum am 4. Juli. Der Senat ging bereits am 29. Juni in die Sommerpause und kehrte erst am 13. Juli zurück — zunächst mit Vorrang für das Verteidigungsgesetz. Eine Abstimmung wird frühestens Ende Juli oder Anfang August erwartet, zumal der Gesetzentwurf 60 Stimmen benötigt und zuletzt an einer Ethik-Klausel zu den Krypto-Beständen des Präsidenten scheiterte.
Auf der institutionellen Seite zeigt sich ein anderes Bild. Spot-XRP-ETFs haben seit November 2025 kumuliert 1,47 Milliarden Dollar an Zuflüssen verzeichnet, verteilt über acht positive Wochen in Folge. Goldman Sachs hält laut aktuellen Meldungen eine Position von 153,8 Millionen Dollar über vier verschiedene XRP-ETFs. Ripple erweiterte zudem seine europäische Reichweite durch eine vollständige MiCA-Lizenz in Luxemburg.
On-Chain-Daten liefern ein weiteres Indiz für institutionelles Interesse: Die Nettoabflüsse von Börsen haben sich von 40,7 Millionen auf 123 Millionen XRP verdreifacht — ein klassisches Akkumulationssignal, das üblicherweise auf langfristige Positionierung statt kurzfristigen Handel hindeutet.
Für Juli rechnet die Marktbeobachtung Changelly mit einem Durchschnittskurs von 1,18 Dollar, in einer Spanne zwischen 1,07 und 1,26 Dollar. Der Widerstand liegt bei 1,15 und verstärkt sich bei 1,20 Dollar, während Polymarket-Händler dem Token eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent geben, den Monat über dieser Marke abzuschließen. Ob der Senat den CLARITY Act tatsächlich Ende Juli oder Anfang August auf die Tagesordnung setzt, dürfte darüber entscheiden, ob XRP aus seinem engen Korridor ausbricht.
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