Xtrackers AI & Big Data ETF: Intel und AMD springen 13 Prozent

Halbleiter-Rebound und starke Amazon-Cloud-Zahlen treiben den KI-ETF. Der Fonds bleibt trotz Tagesgewinn deutlich unter seinem Rekordhoch.

Dieter Jaworski ·
Xtrackers Artificial Intelligence &Big Data UCITS ETF 1C Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Chipwerte legen kräftig zu
  • Amazon-Cloud wächst um 37 Prozent
  • ETF bleibt unter Rekordhoch
  • Speicherchip-Nachfrage bleibt hoch

Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF schließt am Donnerstag bei 190,26 Euro. Das Plus von 1,22 Prozent markiert eine Erholung nach Wochen des Ausverkaufs. Der Grund: Halbleiterwerte drehen kräftig, und Amazon liefert nach Börsenschluss Zahlen, die das AI-Narrativ neu befeuern.

Chipwerte holen Verluste auf

Der Rebound trifft breit. Intel springt um 13 Prozent auf 92,67 Dollar, AMD gewinnt ebenfalls 13 Prozent auf 483,55 Dollar. Taiwan Semiconductor legt 7 Prozent auf 399,36 Dollar zu.

Auch der iShares Semiconductor ETF zieht kräftig an, mit einem Tagesplus von 8 Prozent. Für einen breiten Halbleiter-Fonds ist das eine ungewöhnlich starke Bewegung. SK Hynix erholt sich parallel nach wochenlangem Rückgang. Citigroup begründet das mit anhaltend hoher Nachfrage nach Speicherchips – die Preise dürften laut der Bank mindestens bis 2027 hoch bleiben.

Der Rebound folgt auf eine schwierige Phase für den gesamten AI-Trade. Ende Juli lag der S&P 500 rund 2 Prozent unter seinem Rekordhoch, der Nasdaq näherte sich einer Korrektur von 10 Prozent. Der Philadelphia Semiconductor Index steckte bereits in einem technischen Bärenmarkt. Diese Vorgeschichte erklärt, warum der Fonds über 30 Tage noch 8,40 Prozent im Minus liegt – trotz eines robusten Jahresplus von 22,34 Prozent.

Amazon liefert die eigentliche Überraschung

Der stärkere Impuls kommt erst nach Handelsschluss: Amazon meldet Quartalszahlen, die die Cloud-Sparte in ein neues Licht rücken. AWS wächst um 37 Prozent zum Vorjahr – das schnellste Tempo seit 18 Quartalen. Der Amazon-Konzernumsatz knackt erstmals die Marke von 200 Milliarden Dollar in einem einzigen Quartal.

Das operative Ergebnis von AWS steigt auf 16,6 Milliarden Dollar, verglichen mit 10,2 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Die operative Marge liegt bei 39,4 Prozent. CEO Andy Jassy bringt es so auf den Punkt: „AWS boomt, mit einem Wachstum von 36,7 Prozent im zweiten Quartal – unserem schnellsten Tempo seit 18 Quartalen. Unsere KI- und Chip-Geschäfte überschreiten jeweils eine Jahresrate von mehr als 25 Milliarden Dollar.“

Amazon reiht sich damit in eine Serie starker Cloud-Berichte ein. Alphabet hatte zuvor ein Google-Cloud-Wachstum von 82 Prozent gemeldet, Microsofts Azure legte im vierten Fiskalquartal um 43 Prozent zu. Die Amazon-Aktie springt im nachbörslichen Handel um zeitweise mehr als 8 Prozent, notiert später noch knapp 7 Prozent im Plus. Im Index des ETF ist Amazon mit rund 4,4 Prozent gewichtet – neben Samsung Electronics, Micron, Nvidia und Apple einer der einflussreicheren Werte im Portfolio.

Breite Aufstellung entlang der KI-Wertschöpfungskette

Die größte Position im Fonds bleibt Samsung Electronics, gefolgt von Micron Technology, Nvidia, Apple und Alphabet. Diese Mischung gibt dem ETF Zugang sowohl zur Speicherchip-Erholung als auch zur Cloud-Stärke, die den Donnerstag geprägt hat. Der zugrunde liegende Index wählt bis zu 100 Unternehmen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Big Data und Cybersicherheit aus. Einzelpositionen sind auf 4,5 Prozent gedeckelt, das Rebalancing erfolgt halbjährlich.

Charttechnik zeigt noch Erholungsbedarf

Trotz des Kurssprungs bleibt der Fonds deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 222,05 Euro vom 2. Juni – der Abstand beträgt gut 14 Prozent. Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 204,32 Euro liegt noch außer Reichweite. Der RSI von 40,6 deutet darauf hin, dass der Markt vor dem Rebound überverkauft war, während eine annualisierte Volatilität von 31,61 Prozent zeigt, wie stark die Stimmung rund um den AI-Trade in diesem Sommer geschwankt hat.

Der nächste Test folgt aus den verbleibenden Quartalsberichten des laufenden Zyklus. Apple hat bereits vorgelegt, weitere Kommentare zu KI-Investitionen von Chip- und Hardware-Herstellern werden im August erwartet.

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